Monatslosung Juli 2018

„Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maß der Liebe! Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den HERRN  zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt!“ Hosea 10, 12

„Das ist aber ungerecht, ich habe den ganzen Tag gearbeitet und bekomme den gleichen Lohn wie jener, der mal ‘ne schlappe Stunde gewerkelt hat!“ Da denken wir genauso wie die Arbeiter in der Gleichniserzählung Jesu. Möchte euch ein wenig teilhaben lassen, was mir alles so durch den Sinn ging mit diesem Text.

Was ist Gerechtigkeit, mag frau/man sich fragen in Anlehnung an Pilatus‘ Satz: „Was ist Wahrheit?“ als er Jesus im Verhör nach seinem Reich und seiner Königswürde befragte. Sprach‘s und ging hinaus zum Volk, weigerte sich ein Urteil zu fällen, wo er doch keine Schuld an Jesus gefunden hatte. Er überließ es den Leuten, dem bereits rasenden Mob, die Entscheidung über Tod und Leben Jesu zu treffen. Er hat sich auch geweigert in Beziehung zu Jesus zu treten. Er konnte nicht begreifen, dass Jesus die Beziehung zu Gott neu ermöglichte: Jesu Wahrheit ist es, den barmherzigen, liebenden Vater zu bezeugen. Kann man Wahrheit auf Ehrlichkeit reduzieren? Nein, aber sie ist ein Teil davon. In erster Linie geht es biblisch um das Bezeugen des barmherzigen, liebenden und lebendigen Gottes. Seine Versöhnung mit uns Menschen. Der Geist der Wahrheit erschließt uns diese Liebes- und Lebenswirklichkeit. Eine neue Beziehungsgeschichte wird real zwischen dem lebendigen Gott und dir/mir. Kehren wir zurück zu unserem Ausgangstext mit der Aufforderung Gerechtigkeit zu säen. Im Alten Testament wird Gerechtigkeit grundsätzlich weniger als juristischer Begriff verwendet; eine ausgleichende Gerechtigkeit: hier Verfehlung – da entsprechende Strafe. Was Gott will und wollte ist „Ich möchte mit euch in eine persönliche, liebevolle Beziehung treten.“ So verstanden ist Gerechtigkeit immer eine „Beziehungsgerechtigkeit“, eine rechte Beziehung. Damit ließe sich unser obiger Hosea  – Text  so schreiben:

„Kümmert euch um gute Beziehungen (untereinander) und fragt nicht danach, was ihr dabei gewinnt! (Die Liebe fragt nicht nach sich, ist nicht eitel,…..) Seid immer wieder diejenigen, die zuerst anfangen – ohne Vorleistungen der anderen.“ Wie geht das? Ich schaff es nicht. Manchmal vielleicht. „Suchet den Herrn“ will heißen, lasst euch beschenken. Von IHM beschenken lassen, das schafft immer wieder neue  Beziehung zu IHM, zu sich selber und zum anderen. Und eines Tages wird das Beziehungschaos aufhören, wenn ER gesunde und lebendige Beziehungen wie Starkregen ausschütten wird.

Bis dahin sind wir gemeinsam unterwegs. Eine frohe und beziehungsreiche Ferienzeit wünsche ich euch allen.

Euer Peter Knobloch