Impuls Juni 2019

Freundliche Reden sind wie Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder. Sprüche 16, 24

Was um alles in der Welt ist „Honigseim“? Honigseim ist ungeläuterter Honig, wie er aus der Bienenwabe abfließt. Also pappsüß, würde ich mal sagen. Und ich frage mich, warum die Herrnhuter ausgerechnet zum Tag meines Dienstendes als Verkündiger des Evangeliums diesen Spruch ausgelost haben. Meine letzte Predigt in Reutlingen am 26. Mai war überschrieben mit dem Motto „Mein Wort kommt nicht leer zurück“. Als ich dieses Thema vor langer Zeit als Schlusspunkt und „Finale Furioso“ meines Dienstes ausgesucht habe, ahnte ich nichts von der Herrnhuter Lostrommel. Und mich erschreckt dieser Spruch der Monatslosung. Denn er klingt nach „Schleimer“, „Hof-berichterstatter“, „Gefälligkeitsver-kündiger“. Und wenn ich eines nicht sein wollte als Journalist und Verkündiger des Evangeliums von Jesus Christus, dann war es eben dies: Anbiederer, der sich von seiner Gabe der Wortgewandtheit Vorteile verspricht. Also begebe ich mich in die Fundgrube der Schrift und finde ein anderes Bruchstück, das mir weit besser gefällt: Eure Rede sei stets gefällig, mit Salz gewürzt, damit ihr wisst, wie ihr jedem zu antworten habt“ (Kolosser 4, 6).

Gefällig kann man schon mit freundlich übersetzen. Süß für die Seele – solche Worte tun wohl. Wenn das Salz dazu kommt, dann ist die Rede auch heilsam. Allerdings ist die heilende Wirkung von Salz nicht ganz schmerzfrei. Wobei wir wieder bei den Bienen wären. Wenn ich als Kind von einer Biene gestochen wurde, saugte meine Mutter den Stich aus (um das Gift rauszuziehen) und streute Salz auf den Einstich. Das brannte. Und heilte.

Wenn ich in den knapp 39 Jahren meines Dienstes als Pastor und Journalist also Honigseim und Salz verteilt habe, dann habe ich es im Vertrauen auf Gott getan, der mir – falls ich auf ihn gehört habe – die richtige Dosierung mitgegeben hat. Sein Wort in meinem Mund sollte trösten, aus- und aufrichten, aufrütteln, manchmal wohl- und manchmal weh tun. Ob mir das gelungen ist, das mögen andere beurteilen. Ich erinnere mich an einen Stoßseufzer meiner Mutter, da war ich noch ziemlich jung und hatte damals schon eine große Klappe. Ich (Jesus) sage euch aber, dass die Menschen müssen Rechenschaft geben am Jüngsten Gericht von einem jeglichen unnützen Wort, das sie geredet haben.“ Meine Mutter zitierte Matthäus 12, 36 und meinte, dass das Jüngste Gericht für ihren Günter sich wohl ganz schön in die Länge ziehen würde… Als „Berufsschwätzer“ habe ich mich gerne selbst bezeichnet und dabei immer gehofft, dass wenigstens manche meiner Worte das ausgerichtet haben, wozu Gott sie mir in Herz und Sinn gegeben hat. Dankbar war ich stets für Rückmeldungen, dass es punktuell gelungen ist. In Leserbriefen, Hörer-Rückmeldungen und Feedbacks nach Predigten kam das vor. Und ich sage ausdrücklich: die ärgerlichen Hörer und Leser waren für mich die Wichtigeren. Weil sie offensichtlich von meinen (und damit auch zuweilen von Gottes) Worten getroffen worden sind. So lege ich zwar nicht getrost – aber zumindest getröstet – meinen Dienstauftrag zurück in Gottes Hände. Ich bin nur der Sämann. „Wachsen und gedeihen steht in des Herren Hand“. Danke, dass ihr mich drei Jahre lang geliebt, manchmal ertragen aber doch stets getragen habt – mit Euren Gebeten. Sie haben mich in Predigtvorbereitung und auf der Kanzel umgeben und ich habe es gespürt. Macht weiter so, betet für Daniel Meisinger, für den oder die neue Kollegen/in – wir haben das bitter nötig. Und dann habe ich mit meinen Worten auch noch Geld verdient, habe meine Begabung zum Beruf gemacht. Und der Auftrag, in Gottes Namen zu reden, war mir Berufung.

„Ich weiß gar nicht, lieber Pastor, wie ich Ihnen für ihre Predigt danken soll!“ „Ooch“, meint der Mann Gottes, „seit die alten Phönizier das Geld erfunden haben, gibt es dafür eine hervorragende Möglichkeit.“

Ich danke Euch für drei wunderbare, nicht immer leichte Jahre in Eurer Gemeinschaft. Was leicht ist, ist oft auch nichts wert. Honig und Salz – beides haben wir miteinander geteilt. Ich habe nur einen Wunsch: geht miteinander auch in Zukunft genau so um: „Eure Rede sei stets gefällig, mit Salz gewürzt, damit ihr wisst, wie ihr jedem zu antworten habt“. Süß für die Seele und heilsam für die Glieder. Gott segne Euch! Wir bleiben in der Gemeinschaft unseres Herrn Jesus Christus verbunden!

Euer Günter Mahler

 

Impuls Mai 2019

Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt.

Hin und her, raus und wieder rein, hoch und runter, kreuz und quer – mal schnell oder langsam, mal mehr oder weniger gestresst – aber immer auf Achse, oftmals unter Druck – die seltenen Ruhephasen kaum genießbar…

Viele Menschen erleben den Alltag als Getriebene der Umstände und Verpflichtungen, aus denen es kein Entrinnen gibt: Eltern kutschieren ihre Kinder von A nach B, schauen, dass alle schön sauber und anständig daherkommen und gut in der Schule sind. – Arbeitnehmer müssen ihre Aufgaben erledigen, oft mit Termindruck und Konkurrenzgebahren der Kollegen. – Leute in Verantwortung geben sich Mühe, die Balance zwischen Effektivität und Menschlichkeit zu halten, zumindest hoffe ich das.

Mir geht das auch manchmal so oder so ähnlich. Das ein oder andere Mal habe ich mich schon bei einem Gebet ertappt: „Gott, jetzt wäre ein guter Zeitpunkt für ein Wunder!“ Und selbst wenn ich es dann erleben darf, wird selten der Druck insgesamt weggenommen, der Streßpegel steigt einfach wieder an, der Alltag reißt mich mit: Der Vater sorgt sich um die Familie, der Arbeiter müht sich um die Aufgaben, der Verantwortliche zerbricht sich den Kopf. Alle haben gemeinsam, dass sie vieles gleichzeitig jonglieren müssen, dabei noch nett aussehen und liebevoll mit ihren Mitmenschen umgehen. Die junge Generation sieht das und sagt: „Das werden wir alles anders machen!“ – Und die Alten haben gut reden: „Das hochtechnisierte Zeitalter hat Schuld daran!“ – Und die dazwischen keuchen: „Lass uns später darüber sprechen, ich habe grad keine Zeit!“

Zeit. Ein gutes Stichwort. Während die Zeit nämlich schnell und schneller dahinzufliegen scheint, kostet es einen Jeden von uns immer mehr Mühe, den einzelnen Moment abzupassen, der so einzigartig ist, dass kein Foto, kein Protokoll und keine Zeitlupe dieser Welt ihn einfangen kann: das Jetzt. Ein Anblick, ein Geruch, eine Berührung, ein Geräusch, ein Wort… kann nur JETZT erlebt werden; später kann ich mich bestenfalls daran erinnern. Aber der Moment, in dem ich es erlebt habe, bleibt einzigartig. In jenem Moment bin ich einfach nur ich selbst. Keine Rolle, die ich innehabe, keine Aufgabe, keine Verantwortung kann mir diesen Moment stehlen, wenn er sich ereignet. Die Zeit steht still. Der Fokus wird scharfgestellt. Die Seele ist bereit. – Durch die vielen Verpflichtungen und Umstände meines Lebens will ich instinktiv diesen Moment interpretieren: „Was bedeutet das für mich als Vater, als pflichtbewusster Mensch?“ Stimmen, die sich Gehör verschaffen, aber nur eine eingeschränkte Sicht auf das haben, was ich gerade erlebe.

Im 2. Samuel-Buch (Kapitel 7) betet der große König David zu Gott, seinem Herrn. Und obwohl die Zeiten anders waren, die Technik weniger ausgereift, der Stress auf einem anderen Niveau, hat David Worte gefunden, die aus seiner Situation ganz wunderbar bis in unsere Zeit hineinwirken können. – Nachdem er die 12 Stämme Israels geeint, die Hauptstadt Jerusalem gegründet, die Bundeslade dorthin geschafft und die Landesgrenzen erheblich erweitert hatte, hält er in einem ganz besonderen Moment inne und hört zuallererst auf Gott. Und dann betet er aus all seinen Rollen heraus, die er im Laufe seines stressigen Alltags innegehabt hat. Als Elternteil fragt er: „Wer bin ich, Gott, mein Herr, und was ist meine Familie, dass du mich so weit gebracht hast?“ (Vers 18. b) – Als Diener Gottes bekennt er: „Du kennst mich genau, Gott, mein Herr. Weil du es zugesagt hast und weil es dein Wille war, hast du all dies Große getan und es mich erkennen lassen.“ (Verse 20 – 21) – Und als Verantwortlicher fragt er: „Welches andere Volk, mein Gott, hast du aus der Sklaverei erlöst und zu deinem eigenen Volk erwählt?“ (Vers 23)

Wenn wir genau hinschauen und jeden einzelnen Moment der Worte Davids würdigen, können wir Erstaunliches von ihm lernen: Egal aus welcher Sicht David sein Leben betrachtet, es ist immer der gleiche Gott, der ihn dabei begleitet. Und ganz gleich, wie viel Verantwortung er zu tragen berufen ist, wird doch deutlich, dass Gott selbst es ist, der handelt. Und in selbstkritischer Betrachtung seines Lebens kann er gar nicht fassen, was dieser Gott, sein Herr, ihm alles geschenkt hat. Und mittendrin bringt er dann einen bemerkenswerten Satz heraus: „Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir.“ (Vers 22) Das ist ein heiliger Moment. Dieser Zeitpunkt ist genau der richtige. Nicht wegen der Uhrzeit, oder der Ruhe, oder wegen des erfüllten Lebens, auf das David zurückblicken darf, sondern, weil das „Du“ in seiner Gottesbeziehung im klarsten aller Lichter aufscheint. – Hier ist David nicht mehr ein Getriebener seiner Umstände, sondern hat sein Gegenüber erkannt. Nichts schiebt ihn irgendwo hin, sondern Gott selbst zieht ihn zu sich. Im Hören und Loben hat David Zugang zu diesem Moment gefunden. Und all seine unterschiedlichen Rollen haben ihren Platz darin gehabt.

Jetzt darf ich beruhigt in meinen stressigen Alltag zurück, getrost setze ich mir wieder alle Hüte auf, ob sie mir stehen oder nicht: Weil ich keinen besonderen Moment abpassen muss, weil mein geistliches Leben kein weiterer Punkt auf der täglichen Aufgaben-Liste sein muss, weil ich gar nichts beisteuern muss, um in jedem einzelnen Moment mein Gegenüber zu sehen. Denn ER sieht mich und zieht mich immer wieder zu sich. ER ist Gott und sonst keiner. Er ist kein Antreiber, sondern empfängt mich mit offenen Armen. Damit macht er mir etwas ganz Wichtiges vor: gerne empfangen. – Vom Wahnsinn des Alltags geschädigt bin ich nämlich eher misstrauisch und beäuge jedes Geschenk auf mögliche neue Verpflichtungen, Hüte und Rollen. Dabei übersehe ich jedoch, dass Gott mir vielleicht einfach nur diesen Moment schenken will: genau diesen „richtigen“ Zeitpunkt. Und wenn es mal wieder etwas ruhiger wird, freue ich mich trotzdem darüber.

Pastor Daniel Meisinger

Impuls April 2019

Impuls April 2019

Jesus spricht: „Siehe, ich bin bei Euch alle Tage bis ans Ende der Welt.“ (Matthäus 28, 20)

 

Letzte Worte. Ihnen kommt immer eine große Bedeutung zu. Goethe soll auf seinem Sterbebett gesagt haben „Mehr Licht!“ Viele haben das interpretiert als eine Erkenntnis, die man eben auf der Schwelle vom Leben zum Tod erfährt. Von dort drüben leuchtet Licht ins Leben, das Licht der Ewigkeit, der Wahrheit, der Vollkommenheit. Witzbolde haben festgestellt, dass Goethe Sachse war. So könnte er gesagt haben „Mer liecht hier so unbequem“ oder auch “Mer liecht nix mehr am Läbn“. Vielleicht war es auch nur der Befehl an den Diener, die Fensterläden zu öffnen? Wir wissen es nicht und werden es auch nie herausfinden.

Von ganz anderer Qualität sind da die letzten Worte Jesu, die ja vorletzte sind. Laut dem Evangelienschreiber Matthäus hatte er seine Nachfolgerinnen und Nachfolger auf einen Berg bestellt, um ihnen sein Vermächtnis zu geben. Also auch uns. Sie – also auch wir – sollen in der Zwischenzeit, bis er sein letztes Wort spricht, die gute Nachricht verbreiten. Allen Völkern, allen Menschen. Und sie in dem unterweisen, was er uns beigebracht hat. Und sie taufen. Eigentlich eine Bitte, fruchtbar zu sein. Andere auch zu Jüngerinnen und Jüngern machen.

So sind wir seitdem unterwegs. In 2.000 Jahren Kirchengeschichte hat die Kirche Milliarden von Menschen zumindest eingeladen. Wie viele sie davon mit Zwang und Drohung vor dem Höllenfeuer in ihre Mauern gelockt hat, lassen wir einmal dahingestellt. Denn es hat nichts mit der Froh-Botschaft zu tun. Die Droh-Botschaft ist Jesu Sache nicht. Er will Menschen, die Gott aus ganzem Herzen und mit jeder Faser ihres Seins lieben. Andere folgen wer weiß wem nach, ihm jedenfalls nicht.

So sind wir auch in Reutlingen unterwegs. Wollen es auf jeden Fall sein. Und nicht immer gelingt uns das. Nicht immer ist die frohe Botschaft auch als solche zu erkennen. Vieles schleicht sich immer wieder ein in diese Botschaft von der unbedingten Liebe Gottes zu seinen Geschöpfen und zu seiner ganzen Schöpfung. Wir sind noch nicht frei von Machtgelüsten und Gier nach einem bequemen Leben im Wohlstand, das uns nichts kostet. Aber wir bemühen uns. So lehren wir, so predigen wir, so taufen wir – an Ostern wieder einmal. Worüber ich mich ganz besonders freue ist, dass es uns gelungen ist, in jedem Jahr, in dem ich hier in Reutlingen Pastor bin und war, ein Tauffest zu feiern.

Nun sagt uns Jesus für diese Zwischenzeit nicht zu, dass es uns gut gehen wird. Dass er Unglück und Leid von uns fernhalten wird. Er sagt uns auch nicht, dass wir unseren Auftrag immer mit einem glückseligen Lächeln ausführen werden. Es wird uns auch gehen wie Jesus und den Propheten vor ihm. Wir werden auch verspottet werden, verlacht und verfolgt. Einige von uns sind auch gekreuzigt worden, weil sie sich zu ihm bekannt haben. Aber er hat uns etwas anderes versprochen: er wird nie weggehen. An jedem Tag – bis ans Ende der Welt wird er da sein. Uns nahe sein. Uns einhüllen in seine Liebe und seinen Frieden. Egal, was passiert.

Ich lese gerade die Bücher von Maja Lunde „Die Geschichte der Bienen“ und „Die Geschichte des Wassers“. Sehr eindrücklich wird uns dort geschildet, was passieren wird, wenn wir nicht anfangen, gegenzusteuern. Wir werden unseren Planeten unbewohnbar machen, wenn wir Monsanto, Bayer und Nestle weiter machen lassen. Wenn wir nicht zu den natürlichen Lebensbedingungen zurückkehren und wenn wir die Bevölkerungsexplosion nicht in den Griff bekommen.

Ein schwacher Trost? Dass Jesus an jedem Tag bis zum Untergang bei uns ist? Könnte man sagen, wenn man nur sein irdisches Leben im Fokus hat. Ein starker Trost, weil wir in diesem Monat nicht nur Taufe, sondern auch Karfreitag und Ostern feiern. Der Sieg des Lebens über den Tod. Aber nicht vorläufig, sondern endgültig. „Ist Christus nicht von den Toten auferstanden, dann sind wir die elendsten unter allen Geschöpfen“. Aber es ist ausgemacht: Jesus siegt. Sein letztes Wort hat die ganze Welt nach Hause geliebt. „Es ist vollbracht“.

Noch leben wir in der Zwischenzeit, in der Zeit der vorläufigen Worte.

Zwischen Himmel und Erde ist ein Riss und ein Kampf zwischen Licht und Finsternis

In dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit.

Zwischen Himmel und Erde sind wir noch und das, was wir nicht wollen, tun wir doch

In dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit.

Mitten in dieser Welt, doch nicht von dieser Welt. Wir gehören zu dir und doch sind wir noch hier.

Zwischen Himmel und Erde hängst du dort. Ganz allein und verlassen von Mensch und Gott
zwischen Himmel und Erde ausgestreckt, dort am Kreuz.

Zwischen Himmel und Erde hängst du dort. Wo die Balken sich kreuzen, ist der Ort. Wo sich Himmel und Erde trifft in dir, dort am Kreuz. (Albert Frey)

Da hinein strahlt Ostern. „Mehr Licht“. Ostern ist der Vorschuss auf das letzte Wort Gottes und seines Christus. Das Alte vergeht – siehe, ich mache alles neu!

 

Eine besinnliche Karwoche und ausgelassen frohe Ostern!

 

Euer Pastor G. Mahler

Impuls März 2019

Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu, und dient ihm allein  ( 1.Samuel 7,3 )

 Interessant ist, es kurz darauf zu schauen, in welchem Kontext dieser Vers aus der Geschichte des Volkes Israel steht.Man hatte Krieg geführt gegen die Philister und eine schwere Niederlage erlitten. Es wurde daraufhin beschlossen, die Bundeslade aus Silo zu holen und diesmal mit ihr in die Schlacht zu ziehen. Die Lade sollte schützen und ihnen den ersehnten Sieg bringen. Obwohl sie tapfer kämpften, siegten allerdings die Philister und die Bundeslade wurde ihnen geraubt. Wie konnte das sein, dass Gott das zuließ? Nun- die Gründe dafür lagen auf der Hand, denn das Volk hatte sich schon länger von Gott abgewandt und ganz nach seinen eigenen Gedanken gelebt, sodass es für Gott in ihrem Leben fast keinen Raum mehr gab.Es vergingen 20 Jahre, in denen die Lade bei den Feinden blieb, bis Gott dafür sorgte, dass sie wieder nach Israel zurückkam.  In diesen 20 Jahren litt man sehr unter der Vorherrschaft der Philister und eine große Traurigkeit und Verzweiflung machte sich breit. Leidensvoll , hart und inhaltslos war ihr Leben geworden . Aber das schlimmste war, dass Gott sie offensichtlich verlassen hatte und sie keine Gemeinschaft mehr mit ihm haben konnten. Eigentlich hätte es ihnen klar sein müssen, warum Gott sie offenbar fallen gelassen hatte, denn Götzendienst hatte sich breit gemacht. Die Götzen der Philister, die Baale und Astarten, hatten mehr und mehr Gottes Platz in ihrem Leben eingenommen und das rief natürlich Gottes Zorn hervor.Am Ende dieser schlimmen 20 Jahre entstand dann aber doch wieder nach und nach eine neue große Sehnsucht nach Gott . Die  Frage jedoch war, wie konnten sie wieder zu ihm zurück kommen ? Hier nun kommt der Prophet  Samuel ins Spiel. Samuel ist Gottes Sprachrohr und er spricht zum ganzen Volk Israel die Botschaft Gottes :

Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu und dient ihm allein, so wird er euch erretten aus der Hand der Philister und wie wir wissen, erkennt und bekennt das Volk tatsächlich seine Sünde, tut Buße und Gott schenkt ihnen in der nächsten Schlacht einen großen Sieg über die Philister.Wenn man  das Handeln des Volkes Israel betrachtet und das Ganze auf unser heutiges Leben überträgt,  dann kann man aus Gottes Plan mit seinem Volk, der Erneuerung, auch etwas für unser eigenes Leben erkennen.

Nämlich :   Buße / Rückkehr / Umkehr zu Gott ist eine Willensentscheidung :

Unser Gott ist ein Gott der Entscheidungen. Tatsächlich haben wir tagtäglich mancherlei Entscheidungen zu treffen. Manche sind einfach und leicht zu treffen, andere hingegen sind nicht so leicht, weil sie von großer Tragweite sein können.  Dazu gehören ganz besonders die Entscheidungen, zu denen uns Gott aufruft, und diese Entscheidungen kann uns niemand abnehmen, nur wir selber können sie treffen.

Hier nun ein paar Beispiele aus Gottes Wort, zu welchen Entscheidungen wir aufgerufen sind :

Wenn ihr meine Gebote haltet, dann bleibt ihr in meiner Liebe, gleichwie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe.

Wenn du mit deinem Munde bekennst, das Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass ihn Gott auferweckt hat von den Toten, dann wirst du gerettet werden.

Wenn mir jemand nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir.

Wenn ihr den Menschen ihre Schuld vergebt, dann wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben.

Es ließen sich noch weitere Beispiele anfügen. Wenn wir also erfahren wollen , was Gott  für uns in Jesus Christus bereit hält, dann erfordert das von uns eine Entscheidung. Wenn uns unser Verstand, unsere Emotionen und Gefühle sagen, dass wir eine Erneuerung unserer Beziehung zu Gott brauchen, dann brauchen wir dazu eine bewusste Entscheidung. Als erstes müssen wir allerdings die Dinge ablegen, die uns von Gott trennen.  Aber was sind die Götzen unserer heutigen Zeit ? Jemand hat einmal gesagt : Alles, was Gott von seinem Platz in unserem Herzen verdrängt und diesen Platz einnimmt, ist unser Götze.  Das kann heutzutage alles Mögliche sein : z.B. das Geld, der Erfolg im Beruf, das Hobby, der Computer, das Auto , u.v.m . Die Liste könnte man sicher noch erheblich erweitern. Wir sollten uns also genau prüfen, um die verborgenen Götzen in unserem Leben aufzudecken. In einer Andacht las ich kürzlich : Wofür man sein Geld ausgibt, wenn man knapp mit Geld ist; oder wenn man wenig Zeit hat, wofür man dann seine Zeit gebraucht, das ist dein Götze . Unser Gott wird uns bestimmt helfen, die verborgenen Götzen in unserem Leben zu erkennen und dann auch abzulegen.  Das wird er tun, wenn wir ihm vertrauen und unser Herz ganz auf ihn ausrichten.

Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu, und dient ihm allein

( 1.Samuel 7,3 )

H.Schilitz

 

Gebetsstaffel 24/7

Gebetsstaffel 24/7

>> Direkt zur Online-Anmeldung für die Gebetstaffel

Liebe Beter!
Es ist wieder soweit: vom So. 24.02. – So. 03.03.2019 findet in unserer Gemeinde nun zum 9. Mal das 24-Stunden-Gebet über 7 Tage statt. Für eine Woche wird unser Bibelstundenraum in einen Gebetsraum verwandelt, in dem man an mehreren Stationen intensiv mit Gott in Kontakt treten kann.
Wir wollen einen Raum schaffen, in denen Menschen Gott begegnen können – und sich selbst.
Dieses Jahr steht die Gebetsstaffel unter dem Thema der Jahreslosung: Suche Frieden und jage ihm nach!

Wie und wo kann man sich anmelden?
Wie auch in den vergangenen Jahren möchten wir die Tage in Gebetsschichten einteilen. Man kann im Bibelstundenraum oder von zu Hause aus beten – alleine oder zu zweit, oder zu mehreren (z.B. Hauskreis). Um eine Schicht zu belegen, kann man sich über folgende Webseite anmelden:

>> Online-Anmeldung für die Gebetstaffel

Wie finde ich den Zugang zum Bibelstundenraum?
Über den Eingang Frankonenweg. Wir werden, wie jedes Jahr, den Raum über den Türcode absichern und geben euch diesen Code vor eurer Schicht z.B. telefonisch oder über SMS durch.
Für unsere Beter zu Hause und auch im Gebetsraum wird wieder ein Heft als Leitfaden zusammengestellt, in dem die einzelnen Stationen beschrieben werden.
>> Download Gebetsheft 

Diese Gebetsstationen erwarten Euch:
Ankommen: – Das Herzensgebet
Ausdrucksmalerei
Entlastungsstation – Das Kreuz und persönliche Fürbitte
Klage- und Dankmauer
Der Psalm 23 als Bodenbild – Beten mit Psalmworten
Suche den Frieden und jage ihm nach – Jahreslosung
Vom Lobgesang zur Anbetung
Einer trage des anderen Last – Fürbitte für die Welt
Bibelworte – Wir schreiben gemeinsam einen Teil der Bibel ab
Gottes Wort für unsere Stadt
Kaffee oder Tee trinken mit Gott
s’Wunderbüchle
Kreativstation zum Thema Frieden

Die erste Gebetsschicht wird am Sonntag um 12:00 Uhr nach dem Gottesdienst starten, damit wir eine Woche später alle gemeinsam die Gebetswoche mit einem gemeinsamen Gottesdienst beenden können.
Vor der Gebetswoche wird es Gelegenheit geben, den Raum anzusehen. Während der Gebetszeiten bitten wir darum, die Beter nicht zu stören und die Türen geschlossen zu lassen. Nach dem Abschlussgottesdienst der Gebetswoche räumen wir den Raum sehr schnell auf, damit er wieder zur freien Verfügung steht.
Helfer zum Abbau sind willkommen!

Beten bringt Segen – für andere und für dich selbst. Das haben in den vergangenen Jahren viele von uns erfahren. Wir laden herzlich ein, eine Verabredung mit Gott festzumachen, ER erwartet dich. Wir wünschen dir/euch gute Erfahrungen bei diesem Treffen.

Für das Vorbereitungsteam 24/7
Elisabeth B.

Impuls Februar 2019

Monatsspruch:Römer 8, 18: „Denn ich meine, dass die Leiden der jetzigen Zeit in keinem Verhältnis stehen zur Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.“

Mit dem Römerbrief ist uns die tiefste Wahrheit der Erlösung für alle gegeben. Es ist lohnend sich die Zeit zu nehmen und nach diesem „Schatz“ zu graben, denn es geht zutiefst um den Grund legenden Ernst der Christusoffenbarung.In Kap. 8 zeigt Paulus auf, wie das Leben der Kinder Göttes geistig und geistlich durchdrungen wird. Dies ist da möglich, wo der Mensch den Heilszuspruch erfährt und I h m glaubt. Das Leben entfaltet sich, indem Jesus hineinkommt. Der Mensch muss sich jetzt nicht mehr auf sich selbst beziehen, also selbstherrlich leben, was Paulus das „Leben im Fleisch“ nennt. Das ist das Leben im Geist, wenn Gött selber, in Jesus, in eine persönliche Beziehung zu Dir und mir tritt und wir zu Ihm. Paulus spricht weiter in Vers 18 von den Leiden in dieser Zeit, die in keinem Verhältnis stehen zur Herrlichkeit, die an uns öffenbart werden soll. Das Leiden dieser Zeit ist vergänglich und deswegen löhnt es nicht länger traurig zu sein. Denn die Herrlichkeit Gottes, die an uns sichtbar werden wird, ist unsere Zukunft.Was ist das mit der Herrlichkeit Gottes?

Er, der Ewige, kömmt nicht nur ins Menschsein, söndern nimmt es mit aller Schuld, allem Leid und Dunkel an sich. Er, das Heil, geht ins Kaputte, Zerrissene hinein, wö Er nicht hingehört und macht es durch! S O ist Er Herr. Er liebt und dient, als Gottes Knecht, Dir, mir und der ganzen Welt. Erbärmlich endet Er am Kreuz und damit bleibt Er döch der Herr. Für die Menschheit und auch für mich selbst, kein ansehnlicher Hergott nach irdischen Vörstellungen, der so daherkommt. Genau darin aber besteht das Geheimnis Seiner Herrlichkeit. Der Lebendige, Ewige stirbt meinen und Deinen Töd und damit trägt Er die Schuld weg. So haben wir, Du und ich, einen Gott, der die menschlichen Abgründe kennt, durchschritten hat und sich erbarmt.

Ihm will ich glauben, dass Er mich zurechtbringt in allem Straucheln und Elend des Zerisses zwischen meinem Tun und Glauben. An meinem Lebensende ist Er auch immer noch da. Dieses Heilswerk hat Er völlbracht. In Ihm kann ich mich bergen. Das macht mein Leben hell und fröh!

Es grüßt Euch herzlich Evelyn Hildebrandt