Impuls Oktober

Liebe Schwestern und Brüder!

Der Monatsspruch, der den nachstehenden Überlegungen zugrunde liegt, ist herausgenommen aus einer Abhandlung, die sich an die Hebräer richtet, die in einer bedrängten Situation rückwärts gewandt weitergehen wollen.

In dem zu verhandelnden Abschnitt ist der Kern dieser Blick auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens. Es wird davon gesprochen, wie wir vertrauensvoll zu Jesus gehen dürfen, der der Grund unserer Hoffnung ist.

Vielleicht ist es das Wort des Schreibenden, das am schwierigsten zu befolgen ist:

Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken. Hebräer 10, 24

Dieses: einander sehen, erkennen, wie Gott die Person gemeint hat, und dann mit ruhiger Gelassenheit – nicht verbissen – auf dem Weg gehen, der Friede verheißt. Anspornen zur Liebe! Ja, wie soll das nun gehen?

Da rede ich etwas aufgebracht über eine Schwester, deren Bemerkung mir nicht passt. Die am Gespräch Beteiligten legen mir ihre Sicht zu deren Aussage dar. Die Liebe, die den Frieden bewahrt, drängt sie!!!!! Es soll, es muss Friede werden. Und betend nehme ich an: Ja, Herr Jesus, eine Meinung bleibt eine Meinung. Sie ist nicht die Person! Und der Gegenstand der Bemerkung ist nicht berechtigt, dem Teufel die Chance zu geben, einen Keil zwischen uns zu treiben. So bete ich weiter: Herr befiehl dem Satan zu weichen. In Deinem Namen. Amen. Und plötzlich ist das gute Werk getan! Eine fröhliche Stimmung erfasst uns. Über Dritte wurde meine Haltung geordnet und der zugesagte Friede hergestellt.

So kann dieser „Spruch“ verstanden werden. Aber jeder der Lesenden fügt seine eigene Erfahrung damit ein! Man hatte acht auf mich, mich zur Liebe angespornt; und dazu, das gute Werk des versöhnten Friedens   zu leben! Und ich danke. Danke Gott dem Vater durch Jesus Christus.

Danke Herr!

In diesem Sinne wünsche ich uns allen dieses bemerkenswerte  Hinsehen – diesen Ansporn zu lieben – um die Guten Wahrheiten GOTTES erfahrbar zu machen!

Ja, uns zu lieben ist ER angetreten – wir folgen.

Allen Lesern bleibt zu wünschen, zu erbitten, dass wundervolle Erfahrungen damit gemacht werden!

Regina Wardin grüßt Euch herzwarm im kühler werdenden Herbst.

 

Impuls September

„Ihr sät viel und bringt wenig ein, ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und werdet doch nicht betrunken; ihr kleidet euch und könnt euch doch nicht wärmen und wer Geld verdient, der legt es in einen löchrigen Beutel.“

Am Ende des vorausgehenden Kapitels hatte Gott durch den Propheten Zephanja sich als König und Herr Israels vorgestellt, der die Strafe von Zion wegnimmt, rettet und Frieden schenkt. So sollen sie sich nicht mehr fürchten vor Unglück und ihre Hände nicht erschlaffen lassen, denn ER, ihr Herr, ist bei ihnen, der sich über SEIN Volk freut und es liebt!

Der Prophet Haggai gehörte zu den ersten Rückkehrern aus Babylonien. Er tritt 520 vor Chr. in Jerusalem auf und mahnt zur Wiederaufnahme des Tempelbaus. Er erwartet mit dem Volk einen von Gott gegebenen Neuanfang. Der Grundstein des Tempels war 536 vor Chr. gelegt aber danach wird die Erwartung des glänzenden Neuanfanges nicht erfüllt….. Im mühsamen, ärmlichen Alltag wird der Tempelbau eingestellt.

Unser Vers 6 ist „eingerahmt“ von der zweimaligen Aufforderung: „So sagt der Herr: Achtet auf eure Wege!“ Gemeint ist der Weg in der Nachfolge Gottes, wo sein Geist und Wort leitet und nicht das Gehen auf eigenen Wegen.

Hier wird die vergebliche Mühe um ein vordergründig gutes Leben geschildert und des Volkes enttäuschte Erwartungen in Gottes Verheißungen aufgezeigt, so dass sie nicht mehr auf Gott warten. Sie nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand und ziehen es dem Tempelbau vor. Das heißt, sie sehen nur was vor Augen ist. Nun fordert Haggai dazu auf, den Tempel weiterzubauen. Er zieht eine andere Konsequenz, aus der schwierigen Lage, als das Volk. Er hat eine andere Antwort auf die entscheidende Frage bekommen:

Wie erfüllt Gott denn SEINE Verheißungen?

Jedenfalls nie so, dass der Mensch seinen Glauben an Gott aufgeben könnte. Eine Verheißung Gottes fordert immer den Glauben an Gott und SEINE Treue. Fehlt dieser Glaube, erfährt der Mensch keine Erfüllung der Verheißung.

Nun wird die Erschütterung des Perserreiches vom Volk als Untergang ihrer letzten erhofften Sicherheit gesehen, aber der glaubende Prophet sieht dies als den Beginn des Handelns Gottes. Nicht die Perser, nicht das eigene Geld, die Mühe der Selbstversorgung auf Kosten des Sabbats schützt oder erfüllt Gottes Verheißungen. Das Volk, das so handelt, hat vielleicht vernünftig gerechnet und gedacht, auch zweckvoll gehandelt aber Gottes Treue nicht mehr geglaubt. ER, Gott selbst, vollbringt die Erfüllung dessen, was ER versprochen hat!

Da Gott nicht gesehen werden kann, ist auch die Erfüllung Gottes nicht zu sehen. Der Mensch will sie aber sehen und so begnügt er sich mit Vorläufigem. Die Erfüllung können wir nur glaubend erfahren. Zum Beispiel die Gegenwart Gottes in Seinem Volk, dargestellt im Alten Testament durch den Tempel. Wer die Treue Gottes glaubt, verlässt sich auf nichts so, wie auf Gottes Verheißungen und erfährt sie.

Die Erfüllung von Gottes Verheißungen gibt ER selbst mit einem Wort – Jesus – . Dieses Wort konnte man nicht glauben. Man wollte die Erfüllung sehen und so wurde die Erfüllung verpasst. Jesus, der den Tempel abbrechen und neu bauen sollte, wurde gekreuzigt. Der Tempel wurde 515 vor Chr. geweiht und von Herodes erweitert und im Jahr 70 nach Chr. von den Römern niedergebrannt. Von der Erfüllung der Verheißung war nichts mehr zu sehen.

Längst hatte Gott aber SEIN Wort gehalten und die Ihm glaubten, haben es erfahren (Lk. 2, 29 – 32). Jesus war gekommen und mit Ihm die Herrlichkeit Gottes und der Friede. Am Kreuz von Golgatha, in der Nähe des alten Tempels, da hat Gott in Jesus SEINE Verheißung selbst vollbracht.

Das Rechnen sieht es nicht aber der Glaube erfährt es.

Ich wünsche uns allen den Segen  Gottes!

Evelyn Hildebrandt

 

Impuls August

Es ist Hiskia, der König von Juda,  der diese Worte spricht und dass schon vor 2700 Jahren. Er bittet Gott um Gehör und um Hilfe und Hinsehen auf das was ihn und das Volk bedroht.

Es heißt 185.000 Soldaten des Königs Sanherib von Assyrien stehen vor den Toren Jerusalems. Ein gewaltiges Kriegsherr, eine gigantische Übermacht, der Hiskia fast nichts entgegen zu setzen hat.

Die Assyrer sind sich ihrer Überlegenheit sehr bewusst und verspotten und verhöhnen nicht nur König Hiskia, sondern auch sein Gottvertrauen.

Die Bewohner Jerusalems müssen sich Sätze gefallen lass, wie: Was ist das nur für ein Vertrauen, dass ihr habt? Auf wen verlasst ihr euch denn?  Ausgerechnet, der Herr, Euer Gott, soll Jerusalem vor uns Assyrern und unserem gewaltigen Heer bewahren? Man spürt geradezu den Hohn und Spott in diesen Worten.

Hiskia begreift sofort die Gefahr. Er zerreißt seine Kleider, zieht sich einen Sack an und geht in den Tempel, um zu beten und bittet Gott um die Rettung der Stadt.

„Neige, Herr, dein Ohr und höre. Öffne, Herr, deine Augen und sieh her!

Dann schickt er seine Männer zum Propheten Jesaja. Sie sollen ihm berichten, dass das Volk in Not und Schande geraten ist. Jesaja teilt ihm kurz darauf mit, dass er sich nicht fürchten soll. Gottes Geist werde die Assyrer zur Rückkehr bewegen. Doch eine Weile passiert nichts und Hohn und Spott der Assyrer gehen weiter.

Hiskia betet erneut: Herr unser Gott, errette uns aus der Hand der Assyrer, damit alle Königreiche auf Erden erkennen, dass du, Herr, allein Gott bist.

Und Jesaja bestätigt nochmals die Hilfe des Herrn. Jerusalem wird nicht geschlagen werden, sondern der Feind — und zwar von Gott selbst. Und so geschieht es: Der Engel des Herrn tötet in einer Nacht die assyrischen Soldaten und Sanherib, der König der Assyrer, zieht ab.

Auch wir leben heute in einer Zeit großer Bedrohungen. Eine Pandemie bisher noch nie zuvor gekannten Ausmaßes, hat die ganze Welt im Griff.

Trauen wir Gott noch zu, den übermächtigen Feind zu besiegen?

So wie HIskia den Tempel aufsuchte, so können auch wir heute unsere Ängste und Sorgen vor Gott tragen und wie er beten.

„Neige, Herr, dein Ohr und höre. Öffne, Herr, deine Augen und sieh her!

Machen wir uns dabei deutlich, mit wem wir sprechen, wenn wir beten: Vater, Schöpfer und Herr der ganzen Welt! Er lässt uns spüren, dass wir nicht allein sind, dass er uns nahe ist.

Gerade lese ich in einer Andacht folgenden Satz:

Wenn wir jetzt unser Herz vor ihm ausschütten, verändern wir nicht automatisch die Situation. Aber es verändert uns in der Situation, in der wir gerade leben. 

Ein guter Satz. Das gefällt mir, dieses Bild des „Ausschüttens“ das will ich persönlich wieder ganz neu beherzigen! und ich erinnere mich, dass es das Bild des „Ausschüttens“ auch an anderer Stelle in der Bibel gibt, nämlich im Psalm 62, wo es heißt:

Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsre Zuversicht.

Lassen wir also unsere Nöte und Sorgen doch raus. Die Not bleibt dann nicht in uns stecken.

Es ist nicht immer leicht, aber gut für uns, dann zu vertrauen, dass Gott alles in seiner Hand hält!

Hartmut Schilitz

 

Impuls Juli

Apostelgeschichte 17, 24 – 28a (Luther 2017), aus Paulus Rede an die Athener:

24Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darinnen ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind.

25Auch lässt er sich nicht von Menschenhänden dienen wie einer,der etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt.

26Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen,

27dass sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns.

28Denn in ihm leben, weben und sind wir.

Je mehr ich mich mit den Umständen befasse, in denen Paulus diese Aussagen macht, desto mehr stehen mir zwei Erkenntnisse vor Augen:

  1. Knapp daneben ist voll vorbei.
  2. Dieser Satz betrifft nicht nur „die Anderen“, sondern – schneller als mir lieb ist – mich selbst.

Wie schnell bin ich ein „Athener“, ein „Pharisäer“ oder sonst jemand, der es zwar gut meint, aber leider nicht gut macht. Das ist doch eigentlich eine tolle Mischung in Athen: Die Menschen machen sich viele Gedanken und viele dieser Gedanken kreisen um die Frage: Wie können wir Gott bzw. die Götter in angemessener Weise verehren?

Sogar an die Möglichkeit, dass man bei all diesen vielen Heiligtümern einen Gott vergessen hat, wird gedacht. Da ist doch wirklich an alles gedacht, für alles gesorgt und alles gemacht!

Leider verpassen die Athener damit das Eigentliche.

Eigentlich lassen sie sich verpassen von Gott, der doch „eigentlich“ so nahe ist.

Ob wir nun auf menschliche Weisheit und auf eine intensive Religiosität – wie die Athener – auf vollkommene Gesetzestreue – wie die Pharisäer – oder auf andere menschliche Leistung setzen, ändert letztlich nichts, solange wir Gott zum Mitspieler degradieren. Gott kann sogar die Hauptrolle spielen und wir liegen immer noch daneben. Gott ist der Regisseur! Das macht Paulus mit seiner Rede im gelehrten Athen deutlich.

„Ich Torte – du Krümel!“ Mit dieser Aussage versuchte ein Lehrer einem allzu selbstbewussten Schüler die Verhältnisse vor Augen zu malen und erschreckte dabei die eine oder andere sensible Schülernatur, die mit in der Klasse saß.

Gott will uns nicht erschrecken. Er wirbt um uns: Egal wie weit ich daneben liege, Gott ist nicht ferne von mir. Er macht das Leben, er macht mein Leben möglich, egal ob ich mir dessen bewusst bin oder nicht. In Jesus Christus wird deutlich, dass Gott zu uns kommt. Er schenkt sich uns.

Dabei ist Gott im doppelten Sinne „un-fassbar“:

  • Es ist nicht zu fassen, es ist nicht verständlich, dass er mir trotz allem so nahe ist.
  • Er bleibt unfassbar: Ich werde ihn und seine Welt mit allen meinen Bemühungen nicht in den Griff bekommen.

Gottes Werbung um die Athener durch Paulus hatte wohl nur geringen Erfolg.

Gott wirbt um uns! Lassen wir uns werben?

Rainer Besch

 

Impuls Juni 2

Apostelgeschichte 5,29 …man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen…

Das war die Antwort von Petrus auf die Vorwürfe der Hohenpriester, die den Aposteln befohlen hatten, nicht mehr von Jesus zu berichten. Petrus und seine Freunde waren der Anordnung nicht gefolgt und wurden den Hohenpriestern vorgeführt.

Was fällt Dir ein bei dem Wort „gehorchen“? Mir fiel zuerst ein erhobener Zeigefinger ein: das darfst Du nicht, das tut man nicht, so ist man nicht.

Gehorchen verbinden wir meist mit der kindlichen Erfahrung, dass ein Erwachsener uns etwas sagt und wir müssen es tun – ob es uns gefällt oder nicht. Tun wir es nicht, werden wir bestraft oder erfahren Liebesentzug (dann mag dich Papa, Oma, Onkel… nicht mehr). Kinder erleben die Erwachsenen als mächtig. Das Kind ist den Erwachsenen ausgeliefert und erlebt sich als ohnmächtig. Das Kind erlebt: ich kann nichts machen. Ich muss gehorchen, sonst erfahre ich Ablehnung, Strafe, werde ausgegrenzt. Ein Kind lernt sich anzupassen oder es geht in Abwehr und Opposition.

Ich denke an ein Erleben in meinem ersten Jahr als Lehrerin in einer Dorfschule. Ich hatte 39 Zweitklässler zu unterrichten. Wenn ich morgens den Unterricht beginnen wollte, musste ich vier Schüler immer erst aus dem Schrank, unter dem Pult… irgendwoher zitieren und an ihren Platz setzen. Sie wollten nicht das tun, was ich wollte. Sie wollten nicht gehorchen.

An einem Nachmittag klingelte es an meiner Tür. Die vier Kadetten standen vor mir. „Wir wollen sehen wo du wohnst“. Sie stürmten in meine Wohnung. Wir machten Spiele, es gab Kaba, und sie fragten: „warum bist du in der Schule nicht so“… Es entspann sich ein gutes Gespräch. Der Machtkampf war beendet.

Nicht, dass ab da alles nur einfach war. Aber es war ein Boden des Vertrauens entstanden. Die Kinder merkten, dass sie gehört werden und ernst genommen wurden. Vielleicht hatten sie gespürt, dass ich nicht „gegen“ sie bin. Nur wer erfahren hat, dass er gehört wird, kann hören.

Was heißt das nun: Gott gehorchen? Gott m e h r gehorchen als den Menschen. Was steht diesem Gehorsam im Weg? Welcher Stimme gehorchen wir?

Gott gehorchen hat zuerst etwas mit h ö r e n zu tun. Unser Gott ist ein Gott, der uns hört. Weil er uns liebt, nimmt er uns ernst. Er hört uns zu und antwortet. Er tritt mit uns in Beziehung. Er erteilt keine Befehle. Viele Menschen haben das in ihrer Kindheit nicht erlebt, dass sie gehört wurden, dass sie gefragt wurden, dass sie mit ihren Wünschen ernst genommen wurden. Das macht es schwer sich vorzustellen, dass Gott uns hört. Und es macht dann Angst sich auf Gott einzulassen, denn: der sagt mir ja auch nur, was ich zu tun und zu lassen habe. Gott aber tritt zu uns in Beziehung. Er will mit uns ins Gespräch kommen. Er hat die Größe uns zu fragen: was willst DU?

Jesus hat Petrus nach der Auferstehung nur eine Frage gestellt: hast Du mich lieb? Und Petrus sagte: Ja.

Das war der „Boden“, der es Petrus und den anderen Jüngern möglich machte, Jesus zu hören und zu tun, worum er sie gebeten hatte. Sie hatten Jesu Liebe erfahren. Und sie liebten und achteten ihn.

„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“, sagen die Apostel in unserer Geschichte. Sie hatten es von Gott gehört, dass sie von Jesus erzählen sollten. Und sie taten es. Vieles sprach dagegen: es konnte sie das Leben kosten. Was sollten sie vor dem Hohen Rat sagen?  Sie waren doch nicht redegewandt. Sie würden ja doch nicht gehört werden…

Aber sie wussten ich ihrem Herzen: Gott hatte gesagt: erzählt von Jesus. Und das galt – allen inneren Bedenken zum Trotz.

Wenn wir mit Jesus leben, kennen wir diese „innere Stimme“, die uns Impulse gibt – in großen und kleinen Entscheidungen. Aber meist kommen sofort die Bedenken. Unser Kopf sagt: das geht doch nicht. Das kann ich nicht machen. Was denken dann die anderen. Ich kann das nicht. Andere können das viel besser. Ich habe dafür keine Zeit… Die Bedenken haben Macht und hindern uns daran das zu tun, was wir im Herzen eigentlich gehört haben. Oft sind es Sätze, die wir von Kindheit an gehört und geglaubt haben, die uns aber hindern Gottes Stimme zu trauen. Gott macht uns Mut IHM mehr zu vertrauen als unseren alten Ängsten.

„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ heißt: ich traue der Stimme Gottes in mir mehr als den Bedenken, die ich in mir höre oder die andere äußern – und handle danach. Wir können dabei erfahren, dass Gott mit uns ist. Und dass wir seinem Reden in uns trauen können.

Christiane Sigg

 

Impuls Juni 1

Gedanken zur Monatslosung Juni 2021: Apostelgeschichte 5, Vers 29: Man muss aber Gott mehr gehorchen als den Menschen!

Wann waren wir je in der Situation, auf von Gott gehörte Worte, und somit gehorsames Verhalten, einzugehen, anstatt den Menschen zu gefallen? Wann haben wir Gott gehört und doch den Menschen zu liebe – eher zum Nachteil – n i c h t   gehorcht?  Was folgte aus Ungehorsam? Wie sieht die Folge aus, wenn wir Gott ge – hören????

Wenn Gott ruft, aufruft, dann soll Wesentliches geschehen. Wir erkennen das oft gar nicht erst. W i r   entscheiden selber, w a s   wir tun oder lassen   w o l l e n. Und – ehrlich – wie eindeutig hören wir eigentlich   G o t t ?  Doch Gott kommt zu seinem Ziel – mit oder ohne meinen Beitrag. Aber froh, so richtig erfreut sind wir erst, wenn wir so gehandelt haben, gesprochen haben, wie wir das von Gott her verstanden haben. Da ruft Gott dann schon mal öfter.

In diesem Text der Apostelgeschichte geht es ja um das Werk Gottes nach Jesu Erdenweg und Auferstehung. Die Nachfolger hatten verstanden, dass Jesus   w a h r h a f t i g   Gottes Sohn ist. Gott hatte ihnen diese Erkenntnis geschenkt. Dem einen früher, dem anderen später. Gott ist und war am Werk. Nun hatte Gott lange zuvor Menschen berufen, S e i n Wort zu wissen, zu pflegen, weiter zu geben. Diese Menschen, Hohepriester, Sadduzäer, meinten, sie alleine hätten Recht und Auftrag, von Gott her zu sprechen. Das war ihre Berufung, ihre Kaste, ihr Stamm unter den Juden. Sie installierten eine, das Volk bestimmende, mächtige Gehorsamsstrategie: Gottes Gebote wurden von  i h n e n  erweitert, es wurde um eines vermeintlichen Heils willen zum Gehorsam gezwungen… Und alle Freiwilligkeit aus Liebe zu Gott und nun im Christus, kam zum Erliegen.

Da kämpfen diese Männer – von Frauen weiß ich nichts – um   i h r e   Reputation, ihre Ehre, ihr Rechthaben. Eifersucht –  ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft!! Und ganz gewiss leiden die Schriftgelehrten nun, weil da   N e u e s   ausgesagt wird, innerhalb dessen sie ihren Platz nicht mehr finden. Was passiert mit ihnen, wenn diese Jünger Jesu das Wahre, Richtige zu sagen haben? – Doch Gott will nicht, dass jemand recht hat. Er will, dass man im Gespräch mit ihm stets neu hört und handelt- wie man Gott selber verstanden hat. Denn nur Gott ist richtig – hat also Recht!!!!

Und das erklären die soeben aus dem Gefängnis befreiten Apostel und Petrus den Menschen im Tempel. Unerklärbar für die Machthaber, aber sichtbar für jedermann: Gott hatte die von ihnen gefangen gesetzten Männer zurück an den Ort des Ursprungs zur Verkündigung seiner Wahrheit – den Tempel – geführt. Sie hatten einen Engel erlebt, der sie neu beauftragte, weiter zu gehen, mehr von Gottes Liebe in Jesus zu verkünden. Unfassbar für Menschen   o h n e   von Gott geschenkte Erkenntnis. Doch, doch…. die Pharisäer wollten schon auch, dass Gott gehorcht wurde – aber:

w a s   d a s   von Gott bestimmte Wort ist,  d a s  wollten sie selber bestimmen. Gott hatte eingegriffen. ER war in Christus Jesus gekommen und hatte die Menschen gerechtfertigt, die   I H M   vertrauen.

Wieder einmal war der Versuch, die Wahrheit Gottes zu verschweigen, die Verkündenden mundtot zu machen, ja sie abzusondern,  n i c h t   gelungen. Etwas weniger rechthaberisch – doch immerhin drängten die Diener und der Hauptmann die Befreiten, erneut vor den Hohenpriester zu kommen. Es war keine Einsicht – sondern Sorge vor der Steinigung, die das Volk ihnen gegenüber ausführen könnte, die sie eine neue Taktik versuchen ließen. Und die eigentliche Absicht, die Jünger zum Stillschweigen zu bewegen, zu gebieten. Gott gebiert sich seine Kinder selbst. ER  sorgt dafür, dass seine Wahrheit weiter gesagt wird. Und so antworteten die Geistbegabten: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

Gebe Gott, dass wir im Entscheidungsfall den Gott gemäßen Weg gehen.

Einen wundervollen, Freiheit genießenden und vor Unheil verschonten Sommer wünsche und erbitte ich für uns alle.

Herzlich Eure

Regina Wardin