Impuls April

Wahn-Sinns Wahr-heit

Liebe Geschwister,

„Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und unserem Herrn Jesus Christus!“ am Ende dieser Passionszeit, der Zeit des Leiden-schaftlichsten Lebens, wo es ums Ganze geht, wo wir Menschen es bis auf die Spitze treiben, wo es zur maximalen Eskalation kommt, wo unsere Verirrung so sehr Macht über uns gewinnt, dass sie sich an Unschuldigen austobt: an Gott selbst, der in Christus unser Bruder und Mit-Mensch geworden ist!

„Wo aber das Maß der Sünde voll geworden ist, da ist die Gnade überströmend geworden – damit, wie die Sünde geherrscht hat im Tod, so auch die Gnade herrsche durch Gemeinschafts-Treue zu ewigem Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn!“ (Röm. 5, 20f)

Und so treibt Gott es angesichts unserer ultimativen Eskalation selbst auf die Spitze: wo das Maß wirklich voll ist! – da wird seine Gnade überströmend! Gott lässt sich nicht vom Bösen überwinden, sondern ER überwindet das Böse durch das Gute! (vgl. Röm. 12, 21) ER beweist seine Liebe zu uns darin, dass ER in Christus für uns stirbt, als wir in all unserem Gebaren noch nichts blickende Sünder sind (vgl. Röm. 5, 8) – bis heute!

Gott trinkt den Kelch selbst aus – bis zum letzten Tropfen (Blut)! In jedem Jahr, immer wieder: Aktiv geht ER zu uns hin, ER sucht uns auf, und liefert sich uns aus, und lässt passiv an sich selbst geschehen, was geschehen muss: ER trägt das Kreuz, das wir ihm auferlegen – aus Liebe in Liebe zur Liebe ER-trägt ER unsere Konsequenzen am eigenen Leib: ER stirbt an uns, wegen uns, um unseretwillenfür uns!

Auf dass wir in der Tiefe unserer Existenz neu be-greifen, was eigentlich los ist: was für ein buchstäblicher Irr-Sinn sich da abspielt! Unser Irr-Sinn!

Doch nur so wird unser Sinn als Irr-Sinn offenbar! Die Krise ist unausweichlich! Sie muss passieren: sie ist absolut NOT-wendig! Nur in der tiefsten Not wird sie tatsächlich gewendet: unsere Not!

Wenn WIR an seinem Kreuz auf einmal ER-griffen werden und der Wahn-Sinn sich in Wahr-heit verwandelt, der Un-Sinn auf einmal einen riesigen Sinn macht! – weil wir am Kreuz, unter dem Kreuz durch SEIN Kreuz in einem gnädigen Moment auf einmal ER-kennen, was uns und unser Leben in der Tiefe durchkreuzt (hat) – zu unserem HEIL!

Sein Kreuz ist unser Kreuz! Sein Tod ist unser Tod! ER stirbt an dem Virus, mit dem WIR infiziert sind: ER ident-infiziert sich mit uns! Der Wahnsinn wird zur Stunde der Wahrheit – für uns! Das darf doch wohl (nicht) wahr sein!

Der Gerichtsprozess der Kreuzigung Jesu wird zu unserem ER-Kenntnis-Prozess!

„Und als sie an den Ort kamen, den man Schädelstätte nennt, kreuzigten sie dort ihn und die Übeltäter zur Rechten und zur Linken. Jesus aber rief: ‚Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!‘… Und das Volk stand da und sah zu. Und es spotteten auch die Obersten mit ihnen… (Lk. 23, 33 – 35) Jesus aber stieß einen lauten Schrei aus und verschied. Und der Vorhang im Tempel [zum Allerheiligsten] riss von oben bis unten entzwei! Als aber der Hauptmann, der ihm gegenüberstand, sah, dass er so schrie und verschied, sprach er: ‚Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn!‘“ (Mk 1. 5, 37 – 39)

„Denn Gott, der dem Licht gebot, aus der Finsternis hervorzuleuchten, er hat es auch in unseren Herzen licht werden lassen, damit wir erleuchtet werden mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi!“ (2. Kor. 4, 6)

„ER hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe, in dem wir die Erlösung haben durch sein Blut, die Vergebung der Sünden. ER ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung“, so heißt es im Monatsspruch für April! (Kol. 1, 13 – 15)

Und ER, der Löwe von Juda als Lamm Gottes, ER mit dem Löwen-Mut und der Lammes-Art: „ER ist das Haupt des Leibes, der Gemeinde, ER, der der Anfang ist, der Erstgeborene aus den Toten, damit ER in allem der Erste sei. Denn es gefiel Gott, in IHM alle Fülle wohnen zu lassen, und durch IHN alles mit sich selbst zu versöhnen, indem ER Frieden machte durch das Blut seines Kreuzes…“ (Kol. 1, 18f)

Darum, liebe Geschwister: „Ist es möglich, soviel an euch liegt, haltet mit allen Menschen Frieden! … Und lasst euch nicht vom Bösen überwinden, sondern überwindet das Böse durch das Gute!“ (Röm. 12, 18.21)

Herzlich euer Lukas Gebauer

 

Impulse März

Jesus antwortete: „ Ich sage euch, wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.“  Lukas 19 Vers 40

Steine schreien, wenn Jünger schweigen…. ?!  Lukas 19, Vers 40. Wieder einmal ist Jesus bereit, darzulegen, was in  S e i n e r  M a c h t steht! Der Höhepunkt seiner Erdenwanderung ist nahe.. Er zieht in Jerusalem ein und die Menge der Menschen und Jünger jubelt! “Gepriesen sei der König, der im Auftrag des   H E R R N  kommt! Gott hat Frieden mit uns geschlossen. Lob und Ehre sei Gott im Himmel.“

Das hätte so weiter gehen dürfen! Jesus, als Messias unterwegs, Menschen, die Erkenntnis  S e i n e r  Wahrheit erhalten, Jünger, die loben. Wie so oft kommt es dann ganz anders. Einige der Pharisäer riefen aus der Menge der Jubelnden: Lehrer ( Rabbi),  v e r b i e t e  d a s  deinen Jüngern! – wie anmaßend! Denken wir, die wir ja den Fortgang des Geschehens wissen.

W a s  sollten die Nachfolger Jesu denn nun  n i c h t  (mehr) sagen, bezeugen oder behaupten?????

Ganz schlicht dies: D e r  K ö n i g, der im Auftrag Gottes gekommen ist, sei gepriesen!  angebetet, gelobt, geehrt! Denn: Gott selber hat Frieden mit dem Volk und denen, die Jesus als Sohn Gottes erkennen, ewigen Frieden geschlossen! Also gebührt Gott – erhaben im Himmel – Lob und Ehre und Ruhm.

Doch J e s u s  l e h r t  e r n e u t die, die  es, also die Wahrheit Gottes in Christus Jesus  k e n n e n  sollten. Glaubt mir! Welch ein Anspruch! Jesus weiß mehr als diese gebildeten, hochgebildeten, belesenen Männer der Priester-Kaste. Was sollen sie glauben? Dass Gott    Steine für  S e i n e  Wahrheit zum Reden, ja schreien bringt (krazein = griech. für Krächzen, Kratzen in der Stimme, weil es um Leben und Tod geht), wenn Menschen die erkannte Wahrheit verschweigen. Absichtlich nicht das, was zu ihrem Wissen geworden ist, nämlich, dass Gott im Christus Jesus schon anwesend ist und die Versöhnung geschaffen hat!

Noch ist der Herr nicht auferstanden! Noch ist das Kreuzesgeschehen nicht vollbracht. Doch schon muss die Wahrheit über Gottes Weg mit   S e i n e m  V o l k und seinen Menschen hinaus gerufen werden in alle Welt: ER ist es – KÖNIG und  HERR!     Ja, es geht um Leben und Tod!

Und die Jünger lernen – langsam – aber gewiss: Ja,  I H M   ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden! Also kann ER – Gott  im Fleisch – jedes seiner Schöpfungswerke, Gegenstände, Objekte, Regeln, Taten für  S I C H  nutzen. ER allein kann Steine zum Zeugnis für Seine Allmacht und Wahrheit  nutzen, bewegen, so dass sie vernehmbar, unüberhörbar sind.  ER kann.

Wie an anderen Stellen auch, wird das Gesagte als über den Moment hinaus gültig erkannt. Vergangenes und Zukünftiges wird bedacht. Jesus  w e i n t über die Stadt.  Jerusalem wird fallen – die tatsächlichen Steine „schreien“  beim Zerschmettern – nichts bleibt wie es erbaut war..

Und bis heute – in alles V e r –  Schweigen der Wahrheit des Christus Jesus  – lässt Gott Steine ausrufen: ich, ich bin der Herr!

Lasst uns lebendige rufende Menschen sein.

Ein gesegnetes Frühjahr wünscht in lieber Verbundenheit

Eure R. Wardin

 

Impuls Februar

Liebe Gemeinde,

Es wird Frühling und Mona arbeitet im Garten. Nach dem Winter ist im Garten viel zu tun. „Schau mal Mona“, ruft ihr die Nachbarin zu, “da fliegt gerade dein Name am Himmel“. Verwundert schaut Mona zwischen den Ästen vom Kirschbaum und der großen Tanne Richtung Himmel. Tatsächlich, dort oben erkennt sie ihren Namen. „Mona, willst du mich heiraten?“ steht auf einem Banner, das von einem Flugzeug gezogen wird. Sie muss lachen und ihr Herz macht einen Freudensprung. Das kann nur Paul sein, ist sie sich ganz sicher. Unendliche Freude und Stolz machen sich bei ihr breit.

Die 70 Frauen und Männer, denen Jesus einen Auftrag gegeben hat, sind auch ganz freudig und stolz, als sie wieder zu ihm zurückkommen. Bisher waren sie nur Mitläufer und Zuschauer, wenn Jesus zum Volk gesprochen, Menschen geheilt oder sonstige Wunder bzw. Unglaubliches getan hat. Und auf einmal sollten sie zu zweit losziehen und zu den Menschen gehen. Das hätte schiefgehen können. Sie hatten ja keine Erfahrung bisher. Aber jetzt sind sie in Hochstimmung, alles lief super. Sie konnten das umsetzen, was Jesus ihnen aufgetragen hatte. Sie hatten keine Angst mehr. Die Sorge war weg, dass irgendwas schief läuft. Sie sind stolz auf das, was sie geleistet haben im Auftrag ihres Herrn und Meister.

Und Jesus? Der holt sie erst mal runter. „Es besteht gar kein Grund, euch über eure Leistungen so zu freuen“, sagt er ihnen. Freut euch viel mehr, dass eure Namen im Himmel aufgeschrieben sind“. Upps, eigentlich alles richtig gemacht und im Namen Gottes Erfolg gehabt. Aber das ist im Moment nicht so entscheidend. Wichtig ist die Tatsache, dass Gott sie kennt und dass er ihre Namen im Himmel angeschrieben hat. Da sind sie unauslöschlich. Gott liebt jeden Menschen, egal wie viele Erfolge er hat. Und wenn er – wie man schön sagt – eine Niete ist und vieles falsch macht, liebt ihn Gott genauso.

Was wäre, wenn die 70 nicht erfolgreich zurückgekehrt wären? Hätte Jesus sie dann erst mal zum Aufbauseminar 40 Tage in die Wüste geschickt, um zu lernen?

„Oh ihr Kleingläubigen, warum könnt ihr nicht zuhören, wenn ich was sage und es umsetzen?“ Vermutlich nicht. Auch dann gilt der Satz: “Freut euch, wenn eure Namen im Himmel geschrieben sind“. Gerade wenn es uns nicht gut geht, gilt diese Verheißung Gottes. Wenn meine Angst mal wieder größer ist als meine Zuversicht und meine Freude. Weil meine Sorge um Gesundheit, Corona oder vor dem Verlust des Arbeitsplatzes so groß ist. Wenn ich mich im tiefen Fall befinde, weil sämtlicher Lebensmut nicht mehr vorhanden ist und ich mich in einem tiefen Tal von Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit befinde. Auch und gerade dann gilt Gottes Zusage, dass mein Name bei Gott im Himmel aufgeschrieben ist und er mich kennt und liebt.

Nein, das ist billige Vertröstung, dass irgendwann mal alles wieder gut wird. Vielleicht hilft es mir in der gegenwärtigen Situation auch nicht wirklich. Die Tatsache, dass Gott mich jetzt liebt und meinen Namen kennt, bleibt. Vielleicht zaubert dieses Wissen mir dann manchmal ein kleines Lächeln ins Gesicht. Hinterm Horizont geht es doch weiter, auch wenn es aus dem Tal ein langer Weg ist.

Wer das weiß, dass er von Gott geliebt ist, hat allen Grund zur Freude. Das ist der Punkt. Nicht wieviel wir leisten und tun, oder ob wir besonders fromm und gerecht sind und nach den Maßstäben der anderen leben. Das bringt uns nicht weiter und näher zu Gott. Mit unseren Leistungen können wir ihn nicht wirklich beeindrucken, geschweige denn damit in den Himmel kommen. Entscheidend ist, dass Gott uns liebt. Durch Jesus Christus kam Gott in unsere Welt und bietet uns seine Versöhnung an. Wenn wir das glauben und verstehen, dann sind unsere Namen im Himmel geschrieben.

Paulus schreibt in Römer 1, Vers 17: „Denn im Evangelium zeigt Gott uns seine Gerechtigkeit. Eine Gerechtigkeit, die aus dem Vertrauen auf Gott kommt und zum Glauben hinführt, wie es in der Schrift steht. Der Gerechte wird leben, weil er glaubt.“ Wer das versteht und glaubt, dessen Name ist bei Gott unauslöschlich im Himmel aufgeschrieben. Das ist dann wirklich ein Grund zur Freude.

Und Mona? Die hat natürlich zu der Anfrage aus dem Himmel ja gesagt. Als sie Monate später heiraten, steigen viele bunte Luftballons in den Himmel. Auf jedem stehen ihre beiden Namen. Damit es viele sehen können, dass sie sich lieben und ab jetzt zusammengehören. Für immer und ewig und einen Tag.

Michel Sch.

 

Impuls Januar

Liebt eure Feinde!

Liebe Geschwister,

wir alle konnten und können es bereits seit längerem beobachten: die Welt spaltet sich (mal wieder)! Die internationale Gemeinschaft ist an vielen Stellen brüchig, Abkommen werden gekündigt, Vereinbarungen missachtet, Staaten bauen Mauern, errichten neue Grenzzäune und führen (Wirtschafts-)Kriege gegeneinander, der politische Egoismus nimmt zu. Gesellschaften (wie in den USA, aber auch in Europa, in Deutschland) polarisieren sich, es bilden sich Lager, Parteiungen, Fronten verhärten sich. Man schottet sich (wieder) voneinander ab. Unterstellungen, Schuldzuweisungen und Hassbotschaften grassieren. (Neue) Feindbilder werden errichtet und gepflegt. Das Misstrauen wächst, und mit ihm die Bereitschaft zur Gewalt. Der Ton wird rauer, Sprache fängt (wieder) an zu lügen. Man sucht (wieder) Halt und Bestätigung v.a. in den eigenen Verbänden. Fremdes, Andersartigkeit wird als Bedrohung empfunden. (Neues) Aufeinander-Zugehen, Respekt auf der Beziehungsebene, die Bereitschaft wirklich zuzuhören und zu verstehen… werden selten. Man begegnet sich nicht mehr, sondern klagt (wieder) an, Gerichte kommen mit Fallbearbeitungen kaum hinterher.

Und was ist mit uns Christen als „Salz der Erde“? Mit der Einheit des Leibes Christi, der Gemeinde? Geht uns auch in der Kirche die „gemeinsame Mitte“, das Mit-einander verloren?

Die Jahreslosung für 2021 kommt in diesem Kontext auf uns zu wie Jesus den Jüngern auf dem See Genezareth! Sie ist definitiv der Schritt aufs Wasser! Der Auszug aus Ägypten! Das Heraustreten aus der christlichen Komfortzone! Hier hört das Wohlfühl-Christentum definitiv auf! Am Anfang der „Bergpredigt“ bei Lukas hören wir:

„Euch aber, die ihr hört, sage ich: Liebt eure Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen! Segnet, die euch fluchen! Und betet für die, die euch beleidigen! … Liebt eure Feinde und tut Gutes, ohne etwas dafür zu erhoffen! So wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Höchsten sein! Denn ER ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ (Lk. 6, 27. 35f)

Wir haben bereits davon gehört: Hier geht´s absolut ans Eingemachte! Und wir müssen dabei unverblümt feststellen: Dazu sind wir aus eigener Kraft überhaupt nicht in der Lage. Keiner von uns.

Weil wir nicht der VATER sind! Wir sind nicht Jesus!

Aber gleichzeitig werden wir dadurch genau an das Wesen, an das Geheimnis unseres Glaubens erinnert, das ja eben darin besteht: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden!“ (2. Kor 5, 17)

Und Jesus spricht: „An jenem Tag werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch.“ (Joh. 14, 20) Und: „Wer meine Gebote festhält und sie tut, der ist es, der mich liebt…“ (14, 21)

Genau das gilt also für uns, was Paulus auch im Römerbrief schreibt: „Vergeltet niemand Böses mit Bösem! … Ist es möglich, soviel an euch liegt, so haltet mit allen Menschen Frieden! … denn es steht geschrieben: … ‚Wenn dein Feind Hunger hat, so gib ihm zu essen; wenn er Durst hat, dann gib ihm zu trinken! Wenn du das tust, wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln‘ (Spr. 25, 21f). Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse durch das Gute!“ (Röm. 12, 17 – 21)

Jesus hat nicht weniger als genau das getan, und „erweist seine Liebe zu uns darin, dass ER für uns gestorben ist als wir noch Sünder waren!“ (Röm. 5, 8)

Liebt eure Feinde! – Unabhängig von Christus für uns alle eine Unmöglichkeit. Aber im Glauben der Inbegriff des neuen Lebens!

Denn: „Darin besteht die Liebe – nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass ER uns geliebt hat und seinen Sohn gesandt hat, um uns mit sich selbst zu versöhnen.“ (1. Joh. 4, 10; 2. Kor 5, 19) Und so „lieben WIR…, weil ER uns zuerst geliebt hat!“ (1. Joh. 4, 19)

Herzlich euer Lukas Gebauer

 

Impuls Dezember

Impuls Dezember

Entzieh´ dich nicht deinem eigenen Fleisch und Blut!

Liebe Geschwister,

es ist wieder soweit: Adventszeit! Weihnachten steht vor der Tür! Was löst das bei uns aus? Was macht das mit uns? Fängt es da in unseren Herzen wieder geheimnisvoll warm an zu knistern, wenn wir an die Lieblichkeit und Schönheit von Weihnachten denken? – Oder beginnt jetzt wieder eine leidige Zeit, mit (trotz Corona) zunehmendem Trubel, Stress und Erwartungen von allen Seiten? – Oder werden uns auf einmal die Gegensätze von arm und reich, geliebt aufgehoben und einsam allein, von glücklich und elend unter uns, in unserer Gesellschaft, in der Welt wieder einmal neu bewusst? Und wir fragen uns wie wir eigentlich so feiern können, während andere sich wünschen, diese Zeit würde gar nicht erst kommen bzw. wäre bereits wieder vorbei?

Was will Weihnachten, Advent, der Beginn des neuen Kirchenjahres? Was wollen wir? Was will bei uns neu werden? Oder bleibt doch alles beim Alten? Was will sich wandeln in unserem Leben, wohin führt uns unsere jetzt besonders große Sehnsucht nach Liebe, Frieden und Glück? Sollen wir uns kasteien, Besinnung, Enthaltsamkeit und Verzicht üben in dieser Fastenzeit?

Ein geistliches Kontrastprogramm auflegen? – Oder sollen wir uns umso mehr noch engagieren, spenden, wohltätig werden, uns einbringen, helfen in der Familie, in der Gemeinde, in der Nachbarschaft?

Weihnachten, das Fest der Liebe. Wir kommen aus diesen Spannungen, diesen Fragen nicht heraus. Sollen wir auch gar nicht. – Wozu bewegt uns Weihnachten?

Der Monatsspruch für Dezember kommt uns da ganz klar, ganz einfach und ganz schwierig zugleich entgegen. Er steht bei Jesaja in einem Zusammenhang, wo der Prophet das Volk aufmerksam machen will zu gucken wie es aussieht: hinzuschauen, wo das Leben nicht stimmig ist, wo der Glaube, der Gottesdienst, die geistlichen Übungen nicht zum Rest des Lebens passen. Jesaja will die Leute – modern ausgedrückt – zu wirklich „gelebter Spiritualität“ bewegen. Dahin, dass sich die Beziehung zu Gott „einfach“ in den Beziehungen zu den Mitmenschen aus-lebt und umgekehrt.

„Seht, an eurem Fastentag geht ihr euren Geschäften nach und treibt alle eure Arbeiter an! Siehe, ihr fastet, um zu zanken und zu streiten…; ihr fastet nicht so, dass euer Rufen in der Höhe Erhörung finden könnte. Meint ihr, dass mir ein solches Fasten gefällt, wenn der Mensch sich selbst einen Tag lang quält und seinen Kopf hängen lässt wie ein Schilfhalm…? … Ist nicht das ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: dass ihr ungerechte Fesseln, die Knoten des Joches löst und die Unterdrückten freilasst? Besteht es nicht darin, dass du dem Hungrigen dein Brot brichst und arme Verfolgte in dein Haus führst, und wenn du einen nackt siehst, ihn kleidest und dich deinem eigenen Fleisch und Blut nicht entziehst? – Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird rasch voranschreiten; deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des HERRN wird deine Nachhut sein! Dann wirst du rufen, und der HERR wird antworten: ‚Hier bin ich‘! Wenn du das Joch aus deiner Mitte wegtust, das Fingerzeigen und das unheilvolle Reden; … dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen, und dein Dunkel wird sein wie der Mittag!“ (Jes. 58, 3b – 10)

Licht wird aufgehen in der Finsternis – ein weihnachtliches Bild. Aber mehr noch: Heilung, Befreiung, Frieden-Machen, gutes Reden, sich kümmern und sorgen um den andern, sich dem eigenen Fleisch und Blut nicht entziehen! Damit wird es (wieder) hell! Kommt das Leben!

Ist das die Art und Weise, wie es auch unter uns (wieder) neu Weihnachten werden will? Die Gerechtigkeit Gottes will offenbar werden, wirklich werden unter uns: indem wir aufeinander achten, indem wir einander „einfach“ gerecht werden, uns kümmern lassen, indem wir erkennen: der andere ist mein eigen Fleisch und Blut. Wie es im Doppelgebot der Liebe heißt:

„Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.“ (5. Mose 6, 5)

Und: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst = er ist wie du!“ (3. Mose 19, 18)

Herzlich euer Lukas Gebauer