Impuls Juni

Du allein kennst das Herz aller Menschenkinder.   1.Könige 8, 39

Die Einweihung des Tempels zu Jerusalem ist voll im Gange. Und König Salomo, der diesen errichten ließ, betet. Seine Gedanken, sein innerstes Wahrnehmen, ist   g a n z   auf Gott ausgerichtet.  I H M   soll der Aufwand dienen. Aber was ist wohl   d a s   H e r z ,  von dem Salomo weiß, dass Gott alleine es von allen Menschen kennt? Für die Hebräer ist das Herz Sitz der Seele, das Unvergängliche – wie wir später sagen. Diese Aussage steht also für unsere „Seelenverfasstheit“. Und weshalb wird das Herz so vielfach umdacht, hinterfragt? Da werden Herzen verschenkt, versprochen, gebrochen, verloren, gestohlen, besiegt, erfüllt, versiegelt… und so viel mehr. Wie viele Lieder singen wir, wo das Herz besungen, beklagt, bedauert, gerühmt, gefordert wird… Herz und Herz vereint zusammen – aber auch Herzilein, du musst nicht traurig sein… Alle Welt nutzt, benutzt und vernutzt das Herz! Folge Deinem Herzen….

Gott alleine aber ist   h e r z l i c h   uns zugetan! Das lesen wir als trostvoll. ER alleine kennt uns durch und durch. Tiefste Gedanken, Beweggründe und Ausdrucksweisen des Menschen   k e n n t    nur Gott allein. Auch wir erkennen nie das wahre Herz des Anderen. Und wenn uns da etwas „schief“ vorkommt im Umgang, Erleben und Erfahren eines Mitmenschen, dann dürfen, sollen wir diesen Menschen und die Angelegenheit vor Gott tragen – fürbittend – denn Gott weiß um das Herz des Einzelnen! Mit dem Herzen/der Seele loben, anbeten, rühmen, sehnen, verachten, beurteilen, verurteilen, urteilen… alle Menschen. Bevor man etwas ausspricht, handelt, weiß Gott, was die Absicht dahinter ist. Oft kann der Mensch seine eigentliche „Herzenssache“ nicht richtig darlegen. Er wird anders verstanden, gelesen, als er verstanden oder gelesen sein wollte. Des Menschen Tun bringt Ergebnisse, die ihn und andere unfroh sein lassen – gut gemeint ist nicht gut gemacht – wie weh das dann tut…  wenn man bewertet und nicht erkannt ist. Nein, egal ist uns die Wertung der Menschen nicht. Aber trostvoll ist dies Wissen: Ja, Gott kennt unser Innerstes –unser Wollen, unser Sehnen –unsere Hoffnung –unsere Freude –unsere echte Kraft –unsere wahre Liebe. ER ist GOTT! Und gerecht in allem, was ER an uns tut. Und ER alleine kann unsere Herzensanliegen so gelingen lassen, dass diese vor IHM recht werden und in ihrer Wirkung nach außen Gutes entsteht. ER weiß mehr als wir je verstehen und wissen: denn sein Blick ist Liebe – liebevoll ehrlich und wahr! Wo es wichtig und richtig ist, kann ER verändern. Bleibt mit Gott dem Vater durch Jesus Christus dem Sohn im Gespräch – so werdet ihr Weisung und Weisheit, Wissen und Wahrheit erhalten können!

Salomo weiß, dass von nun an an diesem Ort gebetet werden wird und so können wir seine Worte als Hilfestellung für Betende, Handelnde, Denkende, für Weise und Unkluge, für Bedürftige und Satte lesen:  D u  G o t t,  u n s e r  G O T T  – mit Dir wollen wir Gemeinschaft – schau unser Herz an!

Nehmen wir dies mit: Gott sieht an! Denn ER alleine kann Herzen verändern und das Trachten des Herzens berühren.

Eine wundervolle Sommerzeit, die wir schon ahnen können, wünsche ich herzlich

Eure Regina Wardin

 

 

Impuls Mai

Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat!      Petrus 4, 10

Vier Jungen spielten an einem See. Mitten in ihrem übermütigen Spiel fällt einer von ihnen ins Wasser. Er droht zu ertrinken. Aber der größte Junge von den Vieren kann seinen Freund schließlich aus dem Wasser ziehen und retten. Als sie später alle gefragt werden, was sie getan haben, sagt der erste: „Ich bin unglücklich ins Wasser gefallen!” Der zweite antwortet: „Ich habe ihn wieder herausgezogen!” Der dritte Junge sagt: „Ich habe den großen Jungen festgehalten, damit er bei der Rettung nicht auch noch ins Wasser rutschte!” Und der Kleinste schließlich sagt: „Ich habe laut geschrien!”

Alle vier Personen kommen in einer Gemeinde vor. Einer fällt in eine Not, Schwierigkeit oder Schuld. Es ist müßig, sich darüber zu unterhalten, wie das geschehen konnte. Er muss herausgezogen werden. Da ist der Starke, der seine Kräfte einsetzt, zupackt und hilft. Da ist der andere, der im Hintergrund steht und durch seine Gebete und Ermutigung dem Tätigen beisteht. Und schließlich ist noch einer da, der einfach schreit, wenn irgendwo Not oder Elend geschieht, damit andere darauf aufmerksam werden. In der Gemeinde sind sie alle zusammen.

Diese kleine Geschichte aus einem Andachtsbuch von Axel Kühner erschließt einem sehr eindrücklich, was unser Monatsspruch zum Ausdruck bringen möchte.

Bedauerlicherweise ist es so, dass so manche besondere Gabe unerkannt und ungenutzt verkümmert. Immer wieder begegnet man nämlich Menschen, die absolut davon überzeugt sind, dass Gott sie wohl bei der Verteilung der Gaben übersehen habe.

Sie glauben, dass nicht jeder, sondern nur einige wenige, besondere Menschen, eine Gabe empfangen haben. Nun, wenn dem so wäre, dann hätte Petrus in seinem Brief ganz sicher anders formuliert. Denn dann müsste es eigentlich heißen: „Diejenigen, die eine Gabe empfangen haben, die dienen bitte einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes!“

So steht es aber nicht in Gottes Wort und deshalb dürfen wir fest davon ausgehen, dass jeder Mensch mindestens eine und manche sogar mehrere Gaben geschenkt bekamen.  Unser Gott ist kein ärmlicher Gott. Er gibt reichlich und überschwänglich, er liebt die bunte, ja schier unfassbare Vielfalt.

Über 7 Milliarden Menschen bevölkern diese Erde und keiner gleicht dem anderen. Alle sind wir als einzigartige Originale geschaffen, unverwechselbar und jeder sehr besonders. Ich bin immer wieder fasziniert darüber, dass nicht zwei Menschen auf dieser Welt denselben Fingerabdruck haben.

Und das alles betrifft nur das Äußerliche. Die einzigartige Mischung von Gaben und Fähigkeiten, die zu einer Person gehört, macht jeden zu einem kostbaren Original. Diesen Reichtum der Gnade Gottes, den sollten wir unbedingt zur Entfaltung bringen, denn es ist eine Menge in uns hineingelegt.

Es sind Gaben unterschiedlichster Art, die Gott uns Menschen schenkt.  Manche sind sehr auffällig:

– die Fähigkeit zu lehren und zu leiten

– die Gabe Krankheiten zu heilen

– die Gabe der Zungenrede und deren Deutung

– die Gabe der Unterscheidung der Geister

– besondere technische und kreative Fähigkeiten

– Andere sind dagegen weniger auffällig, aber keineswegs weniger bedeutsam

– Die Fähigkeit das richtige Wort zur richtigen Zeit sagen zu können

– Die Gabe Menschen treu nachzugehen, Kontakt zu halten und den Draht nicht abreißen zu lassen

– Die Begabung, in bestimmten Situationen genau zu wissen, was jetzt dran ist

– Die Fähigkeit, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, in der man sich wohlfühlt

– Die Gabe immer ein offenes Ohr für die Sorgen anderer zu haben

Und auch das sind nur einige der vielfältigen Gaben Gottes. In bestimmten Situationen sind es gerade diese weniger auffälligen Gaben, die am dringendsten gebraucht werden und deshalb so besonders wertvoll sind.

Der Reichtum der Gnade Gottes, aus dem wir leben dürfen, verpflichtet uns, nicht als Egoisten durchs Leben zu gehen, sondern uns für andere einzusetzen und ihnen mit dem, was uns als Gabe geschenkt ist, zu dienen. So sollen wir Gott die Ehre geben.

Hartmut Schilitz

 

 

Impuls April

Monatsspruch April 2020:

Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich    1. Korinther 15, 42

Den Monatsspruch kennen wir für gewöhnlich aus der Bestattungs-Liturgie am Grab einer verstorbenen Person. Dort wird jemand wieder der Erde übergeben, aus der er einst von Gott zum Leben geformt und belebt wurde. Das Wort „verweslich“ erinnert uns dann an die eigene Vergänglichkeit. Schon ein wenig eigentümlich, dass der Apostel Paulus diesen Gedanken an den der Aussaat anknüpft; als ob der Leichnam wie ein Samenkorn in die Erde gelegt wird, nur um zu neuem Leben auszutreiben. Und genau das meint er sogar, denn er spricht gleich darauf von der Wiederauferstehung, dann jedoch ohne den Vergänglichkeits-Faktor. Das Leben nach dem Tod ist eben nicht mehr den Gesetzen der Natur unterworfen, sondern eine Existenz ganz in Gottes Gegenwart: unsterblich bzw. ewig, das heißt zeitlos.

Wünschen wir uns manchmal, dass etwas ewig bestehen bleibt? Zum Beispiel ein Haus: Solange es gebaut wird, denken wir bereits an all die schönen Möglichkeiten, die es einem eröffnet. Jeder weiß, dass ein Haus auch Pflege braucht, weil es sonst verfällt. Aber solange es neu ist, verdrängt man diesen Gedanken leicht. Gesät bzw. gebaut wird nämlich immer zum Leben; das ist es, woran man denkt und auch denken sollte. Denn wer weiß schon, wie lange es hält? Also nutzen wir die Zeit, die uns mit dem Bauwerk bleibt bzw. zum Leben gegeben ist. Und doch wissen wir, und sollten auch niemals vergessen: Irgendwann endet dieses Glück, das man sich selbst erschaffen hat. So nagt nun einmal der Zahn der Zeit.

Dramatisch sind deswegen all die ungenutzten Möglichkeiten. Wenn Samenkörner im Vorrat verkümmern, Lebensmittel vergammeln, Eintrittskarten und Gutscheine verfallen … nicht-gelebtes Leben. Hier stirbt etwas, das eine andere Bestimmung hatte. Und nichts geht daraus hervor. Schade. – Ganz anders mit den Samenkörnern, die ausgesät werden: Auch sie sterben gewissermaßen im Erdboden, aber nur, um anschließend eine wunderschöne Pflanze hervorzubringen. Mit diesem Beispiel deutet Jesus (in Johannes 12, 24) an, was sein Tod bewirken wird: Zugang zu dem neuen, von Gott verherrlichten Leben.

Das Sterben Jesu am Kreuz war genau deswegen nicht nutzlos: Gott ist diesen Weg ganz bewusst gegangen, so wie ein Samenkorn bewusst ausgesät wird. Und ausgesät wird immer zum Leben. Als der Mensch Jesus ins Grab gelegt wurde, hat der Triumphzug des Gottessohnes seinen Höhepunkt erreicht: Durch seinen Tod wurde neues Leben gegeben; er hat die Verwesung nicht gesehen – übrigens ein Kernstück der urchristlichen Predigten, sowohl von Petrus als auch Paulus (Apg. 2 und 13). Die ganze Dramatik in der Passionszeit ist nötig, erstens: damit wir sehen, dass Gott zu allem fähig ist, sogar zum Leiden; und zweitens: weil nur auferstandenes Leben in die Ewigkeit führt. Der Kreislauf von Saat und Ernte kommt in der Auferstehung Jesu Christi von den Toten zu seinem Ende. Das ist Ewigkeit.

Solange die Erde besteht, wird dieser Kreislauf nicht enden. Das hat Gott schon dem Noah versprochen. Es ist nämlich ein Segen, wenn die Aussaat auch Frucht bringt. Und es gehört unbedingt dazu, dass das Saatgut stirbt. Nur so wird neues Leben möglich. Dann darf auch eine gewisse Zeit zu Ende gehen, z.B. die Zeit eines Gebäudes. Auch dahinein spricht der Schöpfer seinen Segen: Es wird etwas Neues wachsen – seht ihr es denn nicht? (Jes. 43, 9)

Darum sagen die Engel am leeren Grab zu den Frauen voller Nachdruck: Seid nicht ängstlich (Mt. 28), entsetzt euch nicht (Mk. 16). Das sind nicht nur Trostworte, sondern geradezu Ermahnung: Hängt nicht an dem Vergänglichen, auch nicht an dem Menschen Jesus! Sondern geht vielmehr los und begegnet dem Auferstandenen Christus! Er lebt schon das neue und ewige Leben, zu dem auch ihr bestimmt seid. Und er hört nicht auf, zu säen.

 

Eine gesegnete Passions- und Osterzeit wünscht

Pastor Daniel Meisinger

 

 

Impuls März

Jesus spricht: Wachet!

Markus 13, 37

Wachsam sein – achtgeben – aufmerksam sein – eine wichtige Fähigkeit, die wir schon von klein an erlernen.

Vermutlich jedes Kind hat von den Eltern den Satz gehört: „Gib Acht, wenn du die Straße überquerst!“,  die Lehrer in der Schule ermahnen zur Aufmerksamkeit und auch als Erwachsene brauchen wir die Fähigkeit wachsam und aufmerksam zu sein in vielerlei Hinsicht, um unser Leben gestalten und bewältigen zu können.

Im Markusevangelium lesen wir, dass Jesus seinen Jüngern ebenso diese Aufforderung mit auf den Weg gibt. Er redet mit ihnen über das Ende der Zeiten und fordert sie auf, seine Wiederkunft wachsam zu erwarten.

 „Wachet!“ gilt also auch uns heute!?

Was bedeutet das heute für uns, wachsam zu sein? Schauen wir aufmerksam hin oder verschlafen wir womöglich bedeutsame Entwicklungen in unserer Welt? Lassen wir uns wachrütteln von den vielen jungen Menschen, die auf die Straße gehen und uns an die Bewahrung der Schöpfung erinnern? Blicken wir wachsam auf das, was in unserer Gesellschaft vor sich geht? Hier tun sich gerade Tendenzen auf, die schon einmal in der Vergangenheit verschlafen wurden – mit furchtbaren Folgen.

Gehen wir mit wachem Blick durch den Tag? Wir sind ja immer beschäftigt, kümmern uns um tausend Dinge und gemessen an unserem hohen Aktivitätspensum müssten wir eigentlich ständig hellwach sein. Aber am Ende des Tages bemerken wir manchmal, dass wir nur ganz Weniges bewusst wahrgenommen haben, stattdessen Vieles an uns „vorbei-gerauscht“ ist.

Unser Alltag mit der Fülle an Aufgaben und Anforderungen- sei es in Schule, Beruf, in Familie und Beziehungen- ist oft schon anstrengend genug, uns müde zu machen. Wenn dann noch Krankheit oder Trauer oder persönliche Schwierigkeiten dazu kommen, fordern diese unsere Aufmerksamkeit oft so sehr, dass wir es schlichtweg nicht „packen“, auch noch auf Belange oder Personen in unserem Umfeld achtzugeben.

„Wachet!“ Woher die Kraft nehmen um wach und wachsam zu bleiben?

Jesus hat während seiner Zeit auf der Erde manchen Tag und manche Nacht wachend und betend verbracht, hat die Gegenwart des Vaters gesucht um neue Kraft zu schöpfen, um sich über seinen Weg klar zu werden, um sein Herz auszuschütten, um innige Gemeinschaft mit dem Vater zu haben… In Gethsemane sagt Jesus zu seinen Jüngern mehrmals “wachet und betet“.

Gehören wachen und beten zusammen?

Im Beten nehme ich etwas anderes in den Blick als mich selbst. Mein Blick geht weg von mir, hin zu Gott, der mich ansieht und mit mir redet. Im Beten erfahre ich seinen Zuspruch „Ich bin da“. Darin fühle ich mich geborgen und kann dann den Blick von meinen eigenen Vorstellungen und Möglichkeiten loslassen, weg von meinem Unvermögen und meinen Enttäuschungen, die mich kraftlos und müde machen.

Damit sind die müde-machenden Dinge des (Alltags-)Lebens nicht weggenommen, aber ich bekomme eine neue Perspektive auf sie. Ich gewinne Zuversicht, weil ich spüre, da wacht Einer mit und über mir. Ich werde aufmerksam auf Gottes Möglichkeiten und auf sein hilfreiches Eingreifen. Und ich entdecke dankbar Momente und Begegnungen mit anderen – wachsamen – Menschen, durch die ER mich mit seiner Fürsorge, Zuwendung und Liebe beschenkt. Und ich werde – hoffentlich – immer wacher für die Nöte und Bedürfnisse der Menschen um mich.

Rita Kamenowski-Bucher

 

Impuls Februar

Ihr seid teuer erkauft – werdet nicht der Menschen Knechte.  Korinther 7, 23

Berufung aus Gott ist die Grundlage der „Verhandlung“ des Apostel Paulus im Brief an die Korinther. Und da fällt auf, dass der Berufene in dem  Herrn als Knecht ein Freigelassen-er ist und der Freie, zur Freiheit Berufene, ein Knecht Jesu Christi ist. Puh… hatten wir das schon einmal, nur einmal richtig verstanden?

Gottes Knecht ist ein Freigelassener und ein Freier ist ein Knecht Christi. Beide Stände sind Berufung von Gott! Der Knecht hat höchsten Rang: er ist am Ohr des Herrn… so die Bedeutung. Also eine ehrenvolle Stellung. Da bringt Gott etwas hervor, das uns Menschen nicht gelingt, nicht alleine gelingen kann. Wir versklaven uns in der Freiheit Gottes erneut und versklaven Mit-Geschwister, Mit-Menschen: dem Ansehen in Gemeinde und Werk dienend, der Wirkkraft unserer Person vertrauend, werten wir Andere und machen sie von unserer Meinung, Erkenntnis und Lebensweise abhängig. Oder wir dienen freiwillig als Sklaven der Wertung, Sicht unserer Brüder und Schwestern. Und so verfahren wir oft auch außerhalb von Gemeinde. Angst voreinander bringt Abhängigkeit – Sklaverei der Glaubenden. Dabei hat Jesus uns freigekauft – teuer erkauft durch sein Blut! Und so gilt diese Freiheit   jedem, der sich lieben lässt von Jesus, dem Christus in Gott! Unsere Berufung, Gottes Knecht, Jesu Diener zu sein, hat Gott ausgesprochen. Nur ER kann mich zum Knecht – als Knecht – richtig frei machen. Aber wovon eigentlich? Frei sein von Machtbegehren, von Größe, von Unwahrheit, von Gier, von Unglaube, von Lieblosigkeit, von Nützlichkeit, von Rechthaberei, von Überheblichkeit und Hochmut… und so fort.  Und worauf zu? Wir brauchen Befreiung durch Jesu Kraft aus seinem Blut. Täglich muss ER uns loslösen von der Erd-Verpflichtung, der Erd-Haftigkeit, der Erd-Wahrheit… Berufen Sein Reich zu leben, erleben, Seine Wahrheit zu lieben, Seine Nähe zu behalten, Sein Wort des Lebens zu hören, Seine Liebe zu wollen, Seine Gemeinschaft zu finden. Und Ewiges Leben zu haben.

Im Gehorsam–Sein hören wir IHN, Jesus, den Herrn im Geist, und werden frei im Tun des Verstandenen!  Jeder einzelne Mensch will hier auf Erden das Beste erhalten, was er sich für sein Erdendasein erhofft hatte: Guten Beruf, bezahlbares Heim, fahrbereites Auto, netten Freundeskreis, „gelungene“ Kinder und mehr… und mehr…. Man „darf“ uns sehen: Ansehen – man darf sich über uns wundern: Bewundern –   man darf uns ehren: Verehren.

Wir wollen Erfolg!! Und nicht Liebe!! Wenn all unser Tun und Darstellen dies fordert, sind wir versklavt! Wir dienen den Menschen und wollen doch Gott dienen! Denn Gott allein gebührt

Ehre, Macht, Reichtum.

Lassen wir IHM diese Stellung, sind wir frei, dem Besten, IHM, zu dienen. Das nennen wir Nachfolge.

Und uns bringt es Freude, Frieden, Liebe, Dankbarkeit, Kraft, Hoffnung. Und Zukunft in Ewigkeit.

Weil Gott alleine gut ist und weiß, was wir brauchen und wie ER uns am Guten beteiligt.

Gott regiert mit Liebe, die seine Macht ist. Das sind wir Gott wert! Erkauft durch Jesu Tod! Gott ist unsere Hauptsache! Also hören wir auf sein lebendig machendes wahres Wort! In dem ER selber da ist! Nicht Menschen bringen uns Versöhnung mit Gott, Vergebung von Schuld. Jesus bringt diese Freiheit des Versöhntseins alleine!

Frohe Frühjahrszeit wünsche ich herzlich

Eure Regina W.

 

Impuls Dezember-Januar

Impuls Dezember-Januar

Wer im Dunkel lebt und wem kein Licht leuchtet, der vertraue auf den Namen des Herrn und verlasse sich auf seinen Gott. (Jesaja 50:10)

Es ist schon genial organisiert, dass ein neues Kirchenjahr eingeläutet wird, rund einen Monat bevor das Kalenderjahr neue Ziffern erhält. Das vergewissert mich gerade rechtzeitig: Was auch immer die zwölf Monate 2020 bringen werden, an den Gnadenerweisen Gottes ändert sich nichts. Die großen Feste des Glaubens bleiben als Verheißungen bestehen, weil es seine Feste sind: Gott selbst kommt als Kind zur Welt (Weihnachten). Jesus Christus gibt sich zu unserer Erlösung hin (Karfreitag). Und weil der Tod noch nicht das Ende ist, schafft Gott in ihm neues Leben (Ostern). Sein Geist erfüllt uns (Pfingsten). – Gerade wenn die dunkle Jahreszeit mit aller Macht zuschlägt, schenkt dies eine neue Perspektive. Das Alte ist vergangen; siehe: Neues entsteht bereits (2. Korinther 5:17).

Dunkelheit ist nicht nur ein Naturphänomen, sondern auch die Realität, in der wir leben. Viele Fragen in Gesellschaft und Politik scheinen offen zu sein oder müssen wieder neu gestellt werden. Und unser persönliches „Schicksal“ setzt dem manchmal noch einen drauf. – Ich kann gut verstehen, wenn es dem ein oder anderen auf den Keks geht, dass dann auch noch in der Gemeinde (oder in diesem Artikel) von der Schwere des Lebens die Rede ist. Und nun setzt der Vers aus dem Buch Jesaja sogar noch einen drauf: In der düstersten aller Stimmungen, wenn kein Licht mehr leuchtet, soll es dennoch Hoffnung geben. Ist das überhaupt denkbar? Diese Frage ist vom Gebet Jesu am Kreuz geprägt: „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Zitat aus Psalm 22) Aber hat Gott wirklich die ganze Schuld der Welt auf seinen Sohn gelegt, um sich dann von ihm abzuwenden? Ist es ihm doch zu viel geworden? – Es lohnt sich an dieser Stelle, den ganzen Psalm zu lesen, an den Jesus in dieser Stunde gedacht haben mag … Und sicher: Das Leid und die Sünde der ganzen Welt auf einmal zu tragen, fühlt sich bestimmt nach Gottverlassenheit an. Jedes Mal, wenn meine eigenen „kleinen“ Sünden aufs Gewissen drücken und dem Zweifel an Gottes Erbarmen Tür und Tor öffnen, kriege ich eine Ahnung davon: Wie kann Gott mir noch nahe sein?

Natürlich ist da das Evangelium, dessen wir uns regelmäßig vergewissern: Du bist geliebt. Jesus hat das Kreuz auch für dich getragen. Gott vergibt deine Schuld. Ich habe gelernt, diesen Worten zu glauben. Gemeinde und vertrauensvolle Beziehungen waren und sind gute Möglichkeiten – ich will sogar sagen: notwendige Instanzen –, um die Botschaft Jesu Christi immer wieder zu erfahren. Manchmal empfiehlt sich intensive Seelsorge, um auf der Spur zu bleiben; zumindest habe ich das als hilfreich erlebt. So kann die Dämmerung zwischen Dunkelheit und Licht einigermaßen gelassen durchschritten werden, und ich bekomme eine Orientierung oder wenigstens eine Hand, die mich hält.

Aber was, wenn alles wegbricht? Wenn mir ganz und gar der Boden unter den Füßen weggezogen wird? Wenn Sätze wie: „Gott hilft; er schickt Rettung zur rechten Zeit“ wenig ausrichten, weil die aktuelle Erfahrung eine andere ist. Obwohl wir von den Zeugnissen unserer Glaubensgeschwister und den Erfahrungen der Psalmbeter hören: Gott greift tatsächlich ein; manchmal sieht man erst später, was er für einen Plan damit hatte … im Moment der Dunkelheit hilft mir diese Art Zuspruch meistens wenig. Ich möchte nämlich nicht vertröstet, sondern getröstet werden.

Jesaja lädt mich ein, den Glauben trotzdem nicht aufzugeben. Obwohl alles dagegen spricht, oder gerade weil alles dagegen spricht, kann ich mich an Gott hängen und wenigstens seinem Namen vertrauen. Um diesen Namen wird im 2. Mose 3:14 regelrecht ein Geheimnis gemacht. Im Judentum wird bis heute der Gottesnamen JHWH nicht ausgesprochen und aus lauter Ehrfurcht durch HERR ersetzt. Alle möglichen Übersetzungsversuche des Gottesnamens überspringe ich an dieser Stelle, denn im Wesentlichen lässt es sich darauf reduzieren: „Ich bin da.“ – Gott sagt nur dieses Eine über sich selbst aus: dass er da ist. Damals bei Mose in einem brennenden Dornbusch, der nicht verbrannte. Heute im glänzenden Licht der Zeugnisse von erfüllten Verheißungen und spürbarem Segen. Aber eben auch im Dunkel und in der Schwere des Lebens. Er ist da, mittendrin; er ist überall dabei – das war schon immer so und wird auch so bleiben.

Wenn die Anzeichen manchmal auch nicht sichtbar sind, dass Gott wirkt, weil im Zwielicht unseres Erlebens nicht ganz klar ist, was wir eigentlich glauben oder tun sollen, dann steht der Name Gottes doch felsenfest da. Er hält den Zweifel und die Furcht aus; es ist ihm nicht zu viel. Er wendet sich niemals von mir ab, ganz gleich, wie wenig ich auch von mir selber halten mag. Und dafür bürgt er mit seinem eigenen Namen: Ich bin da. Und mit Vers 23 ermutigt uns der bereits erwähnte Psalm 22, diesen Namen unter uns Glaubens-Geschwistern wach zu halten, darüber zu sprechen, wo Gott für dich und mich da ist und ihn in der Gemeinde dafür zu loben und zu ehren. Lasst uns mit reichlich Jubel über diesen Namen in das neue Kirchenjahr starten! Weihnachten ist der denkbar beste Anlass dazu: das Fest seines Daseins in der Welt, in deinem und meinem Leben.

Herzliche Grüße von

Pastor Daniel Meisinger