Impuls April 2018

Jesus Christus spricht: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

(Johannes 20:21)

Jesus sagt diesen Satz, als er zum ersten Mal seinen Jüngern als Auferstandener begegnet: Ich sende euch, so wie mich der Vater gesandt hat. – Ist das ein Versprechen? Eine Aussicht auf etwas Wunderbares? Oder vielleicht eine Drohung: So, wie es mir ergangen ist, wird es euch auch ergehen. In Anbetracht dessen, was er in den vergangenen Tagen durchgemacht hat, hört sich das wenig ermutigend an!

Jesus hatte denselben Satz („wie der Vater mich gesandt hat, sende ich euch“) erst vor drei Tagen bei seiner großen Abschiedsrede gesprochen. (Joh. 17:18) Dort ermutigt er die Jünger ausdrücklich und redet dabei von dem Kontrast zwischen dieser Welt und Gottes Reich. Mit Aussicht auf Gefangennahme, Verurteilung, Marter und Tod ist das wirklich eine Zusage: Die Verbindung Jesu zum Vater gibt ihm selbst Mut und wird auch den Jüngern Mut geben, wenn sie sich den Herausforderungen in der Welt stellen müssen.

Aber dabei bleibt es nicht, die Geschichte geht weiter. Denn Jesus stirbt, und nun wird sich zeigen müssen, ob sich die Zusage bewährt. Zunächst zweifeln die Jünger und geben sich der Angst vor dieser Welt hin, indem sie sich verstecken und Trost unter ihresgleichen suchen. Beeindruckt von den Mächten dieser Welt bleiben sie zwei Nächte im Untergrund. (Joh. 20:19) – Manch einer gibt sich gerne den Betrachtungen der gottlosen Welt einerseits und der Hoffnung auf die liebevolle, hell scheinende Gegenwart Gottes andererseits hin. Wenn wir uns aber schwerpunktmäßig auf den Unterschied der Welten konzentrieren, bleiben wir in der Vogelperspektive und geraten in eine Sackgasse. Ich meine, wir sollten nicht zwischen den Welten hängen bleiben – zwischen dem Tod und der Auferstehung Jesu , denn dann bliebe es für immer Karsamstag. Das gilt auch für uns in der Gemeinde, besonders, wenn wir uns der Gesellschaft, in der wir leben und ihren Themen entziehen. Am Oster-Sonntag geschieht dann das Wunder und Jesus wird auferweckt. Seine Botschaft ist die gleiche wie zuvor, aber angesichts seines neuen Lebens bekommen die Worte eine ganz andere Perspektive: Die Sendung des Vaters galt nicht nur der Opferbereitschaft, vielmehr ist sie eine Sendung ins neue Leben hinein. Das muss den Nachfolgern Christi klipp und klar gesagt werden: Gott hat seinen Sohn nicht einfach nur in den Tod gesandt, sondern in neues Leben. Und genau so sendet Jesus seine Nachfolger: in neues Leben.

„Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“ – dieser Satz muss sich ja gar nicht wie eine Drohung anhören. Zumal Johannes den Friedensgruß als Eröffnung gleich zweimal nennt. Manch einer lässt sich gerne senden, einfach weil Dienst und Opfer ihn nicht schrecken. Vielleicht springt ja sogar etwas dabei heraus!? Aber auch das muss verneint werden. Denn ganz ohne Gegenleistung tut Jesus etwas, das die Sendungsworte mehr als nur unterstreicht: Nachdem er gesprochen hat, haucht er die Jünger an und spricht ihnen den Heiligen Geist zu. (Joh. 20:22) Als fromme Juden kennen sie diesen Hauch – der Leben spendende Atem Gottes (1. Mo 2:7) , und sie wissen, dass nun neues Leben begonnen hat. Nicht erst nach ihrem eigenen Tod werden die Jünger womöglich das Reich Gottes betreten, nein – sie wandeln schon jetzt darin, weil der Heilige Geist mit ihnen ist. Die Sendungsworte sind also in dieser Perspektive weder Drohung noch Verheißung, sondern direkt ins Leben hier und heute gesprochen: Ich sende dich. – Die Sendung Jesu ist also kein Versprechen, keine Aussicht auf irgendetwas irgendwann, sondern die klare und gute Botschaft: Das neue Leben beginnt jetzt. Was auch immer du mit deinem Leben anfängst, lebe es mit dieser Perspektive des neuen Lebens und der Auferstandene spricht dir seinen Frieden zu.

Gottes Segen in der Zeit nach Ostern wünscht dir

Pastor Daniel Meisinger

 

Impuls Monat Dezember 2017

Impuls Monat Dezember 2017

Als große und kleine Kinder Gottes von der Krippe ins neue Jahr

Wir stolzen Menschenkinder
Sind eitel arme Sünder
Und wissen gar nicht viel;
Wir spinnen Luftgespinste,
Und suchen viele Künste,
Und kommen weiter von dem Ziel.

Gott, lass uns dein Heil schauen,
Auf nichts Vergänglichs trauen,
Nicht Eitelkeit uns freun!
Lass uns einfältig werden,
Und vor dir hier auf Erden
Wie Kinder fromm und fröhlich sein.

„Der Mond ist aufgegangen“, Strophen 4 & 5, Matthias Claudius

 Diese Verse standen in der Tageslosung vom 14. November 2017. In der Gemeindeleitung haben wir sie am selben Tag gelesen und auch gesungen. Vielleicht habt Ihr beim Lesen zumindest auch leise mitgesummt.

Schon lange bewegt uns das Thema „Einfältigkeit“ im Sinne von Direktheit. Kontemplation ohne viele Worte, Herzensgebet, Stille vor Gott. Empfangen wie ein Kind. Vertrauen wie ein Kind. Ganz im Sinne von Hans-Dieter Hüsch, dessen Segensgebet ich gerne und häufig verwende:

Er möge, wie es auskommt, in unser Herz eindringen, um uns mit seinen Gedankengängen zu erfrischen,
uns auf Wege zu führen, die wir bisher nicht betreten haben
aus Angst und Unwissenheit darüber, dass der Herr uns nämlich aufrechten Ganges fröhlich sehen will,
weil wir es dürfen – und nicht nur dürfen, sondern auch müssen!

Wir müssen endlich damit anfangen.
das Zaghafte und Unterwürfige abzuschütteln, denn wir sind Kinder Gottes: Gottes Kinder!

Und jeder soll es sehen oder ganz erstaunt sein, dass Gottes Kinder so leicht und fröhlich sein können,
und sagen: Donnerwetter!!

Jeder soll es sehen und jeder soll nach Hause laufen und sagen: er habe Gottes Kinder gesehen und die seien ungebrochen freundlich und heiter gewesen, weil die Zukunft

Jesus heiße…

Hans-Dieter Hüsch, Segen

Die Zukunft heißt Jesus. Um ihn haben wir uns versammelt im zu Ende gehenden Jahr. Um seine Krippe versammeln wir uns an Weihnachten. Und mit der Zukunft Jesus gehen wir ins neue Jahr.

Wir haben auf der Gemeinderatsklausur im Oktober im Bernhäuser Forst darüber nachgedacht, wie wir das glauben und leben können, dass wir Kinder sind. Kleine Kinder, große Kinder, Kinder mit glatter und faltiger Haut, neugeborene und wiedergeborene Kinder. Und wir haben das Anliegen, wie wir das auch in unserem Gemeindeleben deutlich machen können, zum Jahresthema 2018 gewählt. Gerne wiederhole ich die Kerngedanken aus der Klausur, die Daniel Meisinger im November-Mosaik formuliert hat:

  1. These: Kinder und Jugendliche sind nicht Zukunft, sondern Gegenwart der Gemeinde.
  1. These: Kinder und Jugendliche brauchen unsere besondere Aufmerksamkeit.

Uns wurde wichtig: ALLE versammeln sich als Kinder Gottes gemeinsam um Christus.

Und: Als Kinder Gottes sind wir GEMEINSAM unterwegs. Das könnte Veränderungen im Gemeindeleben mit sich bringen.

Erkenntnis im Gebet: Veränderung muss zu allererst in jedem selbst geschehen.

So wollen wir uns aufmachen und uns anstecken lassen vom Kind in der Krippe. Im Bewusstsein der Gotteskindschaft brechen wir auf in ein neues Jahr. Vielleicht wird es Wüstenzeiten geben. Vielleicht werden wir auf unserem Weg zur inneren und äußeren Erneuerung der Gemeinde die Quelle immer wieder suchen müssen. Wenn wir zweifeln, ob wir den Neubau des Gemeindehauses wirklich stemmen können. Wenn wir befürchten, dass unser Glaube zu klein ist, nicht ausreicht für das Große, was Gott mit uns in Reutlingen vorhat. Ich freue mich sehr, dass die Jahreslosung 2018 aus der Offenbarung 21,6 auch für uns als Gemeinde Reutlingen goldrichtig ist:

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

Ich wünsche mir, dass wir als Kinder Gottes, groß und klein, einzeln und als ganze Gemeinde immer wieder die Quelle des lebendigen Wassers suchen. Dass wir wie Kinder den Vater bitten dürfen, uns das zu geben, was uns erfrischt, was uns neu belebt und uns weiter gehen lässt. Den schönen Weg, den steinigen Weg, den mühsamen Weg, den Weg der Freude und des Tanzes. Einfach den Weg der Nachfolge – durch die Wüste und hin zum Tempel des Herrn. Eine Wallfahrt sozusagen, die ein Ziel hat: dass wir das Heil Gottes schauen, auf nichts Vergängliches trauen, uns nicht an Eitelkeit freuen. Ich wünsche mir und uns: Lasst uns einfältig werden und vor Gott hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein.

Besinnliche Festtage, Atemholen für die Seele und einen guten Start auf die neue Wegstrecke im neuen Jahr 2018 wünsche ich Euch.

Euer Pastor Günter Mahler

 

Monatsspruch August 2017

Monatsspruch August 2017

Photo by Raphaël Biscaldi on Unsplash

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Monatsspruch August 2017

Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge bei Groß und Klein.
Apg 26,22

Monatsspruch September 2017

Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein, und sind Erste, die werden die Letzten sein.
Lk 13,30

Liebe Geschwister und Freunde,

eine Doppelnummer des Mosaik begleitet uns in die großen Ferien. Die Schülerinnen und Schüler haben 6 Wochen Pause, für viele steht der Urlaub an – in der Südsee und auf Balkonien, auf dem Gütle, im Freibad oder am Mittelmeer.
Urlaub ist zunehmend auch eine Prestigenummer geworden nach dem Motto: Mein Haus, mein Auto, mein Pferd, meine Kreuzfahrt. Wie auch immer: Möge Euch und Ihnen Allen der Urlaub Regeneration, Kraft, Entspannung und neue Inspiration schenken, wo immer ihr ihn verbringt, wo immer sie ihn verleben.

Als ehemaliger Landesjugendpastor weiß ich, dass jetzt die Hochsaison für unseren Thilo Schmidt, für Pia Kuhlmann und für das ganze GJW-Team ansteht. Lasst uns um Bewahrung beten und auch darum, dass viele unserer Kinder und Jugendlichen prägende Erfahrungen fürs Leben mitnehmen.

Unser Sommer-Mosaik ist eine Doppelnummer. Für die Urlauber gilt zunächst:

Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge bei Groß und Klein.“

„Lobe den Herrn, meine Seele und vergiss nicht, was er Dir Gutes getan hat.“ Wenn wir uns mit Problemen herumschlagen, dann sind wir schnell am Jammern. Unsere Probleme tragen wir oft genug vor uns her. Dass wir Gottes Hilfe erfahren haben, das verschweigen wir oft oder nehmen es als Selbstverständlichkeit, über die wir nicht meinen reden zu müssen. Wir müssen uns selbst daran erinnern oder daran erinnert werden: vergiss nicht ….

Aber hier geht es um ein Lob Gottes, das eine hohe Qualität hat. „Hier stehe ich und bin sein Zeuge bei groß und klein.“

Wie sollen junge Leute lernen, dass es sich lohnt, mit Gott unterwegs zu sein, wenn wir den Zeugen-Dienst verweigern? Wenn wir zum Beispiel vom Urlaub erzählen. Ich habe mich selbst dabei ertappt, wie ich von meinem letzten Urlaub zuerst die Räuberpistolen erzählt habe. Von einem Jeep, der uns auf der Seite auf unserer Fahrbahn entgegengeschlittert kam. Von einer unechten Polizeistreife, die uns stoppen wollte und wir uns nur noch mit Vollgas retten konnten.

Erst danach kommen dann die Geschichten von Begegnungen mit Einheimischen, die unglaublich viel Herzlichkeit und Tiefgang hatten. Oder von unseren neuen Freunden, die wir zufällig getroffen haben, Eugenio aus Kalabrien und Yasi aus der Türkei, beide leben in Stuttgart. Sie kommen uns bald besuchen – wir sprechen über den Segen Gottes für ihre bevorstehende Hochzeit. So wie wir stundenlang über Leben und Tod, Revolution, Gerechtigkeit, Gott und Allah vor dem Mausoleum von Che Guevara gesprochen haben.

Wovon reden wir? Sind wir Zeugen der Taten Gottes in unserem Leben? „Only Bad News are good News“ (Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten) sagen meine Rundfunkkollegen. Sex und Crime verkauft gut und lässt Auflagen und Einschaltquoten nach oben schnellen.

Was aber ist mit den guten Nachrichten, was ist mit der guten Nachricht? Die sind in den Redaktionen der Tageszeitungen und Medienunternehmen in der Regel unter Vermischtes oder bestenfalls unter Kultur zu finden. Nicht in den Schlagzeilen. Aber auch hier gilt: Hinten ist die Ente fett.
Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein, und sind Erste, die werden die Letzten sein.“

Am Ende wird sich zeigen, was wirklich die Top-Meldung war. Die gute Nachricht von Gottes Liebe zu den Menschen wird in den Charts am Ende auf 1 stehen. Vieles andere, was die Nachrichten beherrscht hat ist dann schon verschwunden. Nicht relevant, nicht wichtig. Am Ende wird die Liebe triumphieren. Lasst es uns jetzt schon als Zeugen unseres guten Gottes verbreiten, dass die Liebe alles überwindet und Gott uns nach Hause lieben will.

In den Urlaub gebe ich Euch gerne noch den Sommerpsalm von Hans-Dieter Hüsch mit:

Herr

Es gibt Leute, die behaupten,

Der Sommer käme nicht von dir

Und begründen mit allerlei und vielerlei Tamtam

Und Wissenschaft und Hokuspokus

Dass keine Jahreszeit von dir geschaffen

Und dass ein Kindskopf jeder

Der es glaubt

Und dass doch keiner dich bewiesen hätte

Und dass du nur ein Hirngespinst

Ich aber hör nicht drauf

Und hülle mich in deine Wärme

Und saug mich voll mit Sonne

Und lass die klugen Rechner um die Wette laufen

Ich trink den Sommer wie den Wein

Die Tage kommen groß daher

Und abends kann man unter deinem Himmel sitzen

Und sich freuen

Dass wir sind

Und unter deinen Augen

Leben.

Hanns Dieter Hüsch

Eine entspannte und gesegnete Zeit wünscht Ihnen und Euch Euer Pastor Günter Mahler

Zu zweit ist besser als allein …

Zu zweit ist besser als allein …

Photo by Ray Hennessy on Unsplash

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Daniel kommt aus dem Hebräischen. „Gott ist mein Richter“ ist die Bedeutung des Namens von meinem Kollegen, der am 3. August in die Friedrich-Ebert-Straße 15 (ehemalige Hausmeisterwohnung) einziehen wird. Er kommt natürlich nicht allein sondern bringt seine Frau Lisa und die vier Kinder Anna 12, Paul 10, Johann 4 und Sophie, 1 Jahr alt mit. Sie wohnen dort vorläufig, bis das Haus in der Frauenkirchstraße in Ehningen frei und renoviert ist. Wir hoffen sehr, dass dies bis spätestens Anfang 2018 passieren wird.

Ich freue mich sehr über meinen Kollegen und auch darüber, dass ich dann in einem starken Team arbeiten kann – mit den vielen motivierten ehrenamtlichen Mitarbeitenden. Andi Winkler und Christoph Wiemann haben uns und auch mir enorm geholfen, über die 50% Zeit im letzten halben Jahr zu kommen. Ihnen danken wir ausdrücklich und von Herzen! Klasse, dass ihr Euch habt (be-) rufen lassen!

Die konkrete Planung für den Herbst haben wir bewusst zurückgehalten, bis Daniel Meisinger hier ist. Und dann geht’s in die Stadt. „Gesandt in die Welt“ ist die Überschrift über diesen dritten Schritt unseres Gemeindemottos. Ihr erinnert Euch:

Gemeinde – Heimat und Lebensraum für Viele – versammelt um Christus – gesandt in die Welt

Liebe macht erfinderisch. Und ich weiß von vielen Gaben und Talenten, die Gott einsetzen will um uns in Bewegung zu bringen – hin zu den Menschen, mit denen wir in der Stadt und im Großraum Reutlingen unser Leben teilen. Gottes Liebe war so erfinderisch, dass er in seinem Sohn selbst auf die Erde kam. Wir sollen seine Mission fortsetzen und predigen und leben: „Lasst Euch versöhnen mit Gott!“ Ich hoffe und bete, dass ganz viele dabei sind und sich und die Gaben, die Gott ihnen geschenkt hat, in diese Mission einbringen.

Unser Gemeindehaus wird fit gemacht für eine neue Phase im Gemeindeleben. Wir sind gut vorangekommen und ich hoffe, dass wir Schritt halten können mit dem Tempo, das Gott und der Bauausschuss gemeinsam mit der Leitung jetzt angeschlagen haben. Die „Stadt auf dem Berg“ als Basiscamp für unsere Expeditionen hin zu den Menschen.
Ich freu mich auf das Abenteuer Nachfolge, das uns jetzt nach einigen Monaten „Versammeln um Christus“ und „Heimat entwickeln und leben“ herausfordert zu neuem Vertrauen und zu mutigen Schritten. Aber ihr wisst ja: „We’ve got a Mission from God“ – wir sind im Namen Gottes unterwegs. Gott schenke uns Beides: das Wollen und das Vollbringen. Und, bitte jetzt schon vormerken: Die offizielle Einführung von Daniel in seinen Dienst wird am Sonntag, den 22. Oktober 2017 sein.

Also jetzt im Sommer „Brachzeit“ – Luft holen und regenerieren. Wir werden unsere Kraft brauchen – also Ausruhen und Auftanken ist angesagt.

Euer Pastor Günter Mahler

Impuls August 2016

Monatsspruch August
„Habt Salz in euch und haltet Frieden untereinander!“ Mk. 9, 50

Moment mal: Ist das nicht ein Widerspruch? Also die würzigen, scharfen Typen die ich kenne, sind nicht die Friedfertigsten. Es sind eher die, die den Laden aufmischen, die für Unruhe sorgen und die den gewohnten Ablauf durcheinanderbringen.

Salz in uns haben UND Frieden halten, das klingt nach der Quadratur des Kreises. Aber von Anfang an: wie viel Salz haben wir gewöhnlich Sterblichen ganz ohne die Aufforderung des Markus im Körper? 0,9 % der Flüssigkeit, die wir in uns haben ist NaCl. Und: ohne Salz geht nichts. „Salz spielt eine wichtige Rolle für viele Prozesse in unserem Körper. Es reguliert beispielsweise den Flüssigkeits- und Mineralhaushalt und schafft damit die Grundlage für einen funktionierenden Stoffwechsel. Auch Nervensystem, Verdauung, Knochenaufbau und Muskelaktivität sind davon abhängig.“ (Quelle: Worldsoffood.de). Ich folgere: Zu viel oder zu wenig Salz in uns bringt den Haushalt und den Stoffwechsel durcheinander. Wir sind im Wortsinn un-Ausgeglichen, reagieren entweder über oder gar nicht. Salz ist also das Normalste der Welt und wir sollten darauf achten, uns so zu ernähren, dass der Salzgehalt stimmt.

Ich mutmaße mal, dass Jesus das nur bedingt gemeint hat, als er dieses rätselhafte „Habt Salz in Euch“ zu seinen Schülerinnen und Schülern sagte. Es war wohl mehr als ein Ernährungstipp. Vielmehr spricht Jesus in vielen Bildern davon, dass wir der faden Suppe dieser Welt Würze hinzufügen sollen. Ein Brot wird durch Sauerteig schmackhaft, eine Suppe ohne Salz ist eine fade Angelegenheit. Wenn wir also Salz in uns haben, dann nicht nur, um uns selbst „zu schmecken“ sondern um es zu verteilen. Wir sind der Salzstreuer, wie John Pearson sagte. Die Frage ist nur, warum das Salz nicht rauskommt aus dem Streuer, um unsere Umgebung zu würzen mit der Kreativität Gottes für die Menschen, mit seiner umwerfenden Liebe und mit seiner Barmherzigkeit selbst für die Feinde des Evangeliums. Salz bleibt stecken, wenn es feucht wird. Die Feuchtigkeit in uns ist das Schmiermittel der Bequemlichkeit, der Faulheit, neue Gedanken zu denken, im Namen Gottes mutige Taten zu tun. Es geht darum, diese lähmende, alles zu-sabbernde Feuchtigkeit, diesen Mief und Muff in uns und in der Gemeinde zu identifizieren und auszutrocknen, damit das Salz wieder raus kann aus unserem menschlichen Streuer und das tun kann, wozu es gut ist: Der Welt Würze zu geben. Und – das wissen wir – da können kleine Mengen Großes bewirken. Wie beim Sauerteig auch.

OK – so weit klar. Wenn wir als Salzspender der Liebe und der Gerechtigkeit Gottes unterwegs sind in der Welt, dann werden wir anecken. „Genauso haben sie die Propheten vor Euch auch verfolgt“ sagt Jesus – und sein eigenes Schicksal ist ja auch ein eindrückliches Beispiel dafür was geschieht, wenn wir radikal den Mächtigen und den Gleichgültigen die Dynamis der alles verändernden Liebe Gottes zumuten. Wir müssen mit Schwierigkeiten rechnen. Und das haben wir nicht so gerne. Wir sagen Harmonie dazu und in Wahrheit ist es Feigheit. Genau deshalb lassen wir das Salz ja auch so gerne im Streuer.

Und genau an dieser Stelle greift der zweite Teil des Satzes: „Habt Frieden“ – nicht mit der Welt, das wird nicht funktionieren – aber bitte, bitte untereinander. Lasst Euch die Kraft der Einheit, die sich an der Mitte, an Christus, ausrichtet nicht nehmen durch kleinkarierte Streitereien um Musikstile, um unterschiedliche Auffassungen von Leitung der Gemeinde, von der äußeren Hülle der Gemeinde Jesu wenn es um Baufragen geht und um Geschmacksfragen aller Art. Das schwächt. Auch Konfessionsstreitereien schwächen – und die Feinde des Evangeliums lachen sich ins Fäustchen, weil wir das schon selbst erledigen: uns die Kraft und die Begeisterung nehmen. Tolles aktuelles Beispiel: Die AfD. Die muss eigentlich keiner bekämpfen, die schaffen das schon ganz alleine, in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden.

Auf geht’s. Mit Salz in uns, das raus will und dem breiten Kreuz der Einigkeit in Jesus Christus heben wir die Welt aus den Angeln. Na ja, immerhin einen kleinen Teil davon. Aber das ist ja auch schon was. Schließlich sind wir ja so was von demütig. Allerdings ist die genau hier fehl am Platz.

Pastor Günter Mahler

 

Impuls Juli 2016

Monatsspruch
Der Herr gab (Mose) zur Antwort: Ich will meine ganze Schönheit vor dir vorüberziehen lassen und den Namen des HERRN vor dir ausrufen. Ich gewähre Gnade, wem ich will, und ich schenke Erbarmen, wem ich will.
(Exodus 33, 19)

Erinnert ihr Euch an den Impuls im Mosaik Juni? Andrea K. hat dort über Israels Lied nach der Befreiung aus Ägypten geschrieben. Ein Lied „das nach Weite und Befreiung, nach Vertrauen und neuer Zuversicht“ klingt. Doch Gottes Volk besteht aus Menschen. Menschen wie Du und ich. Und kaum ist Mose etwas zu lange mit Gott auf dem Berg, ist es vorbei mit Vertrauen und Zuversicht. Ihr kennt alle die Geschichte vom „goldenen Kalb“. Aaron musste dem Volk einen Götzen aus Metall machen, von dem sie dann sagten: „Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägypten herauf geführt haben.“ So schnell ist bei Menschen das Vertrauen in Gott vorbei.

Als Mose dann endlich mit den Gesetzestafeln vom Berg herab kommt, weiß er schon, was ihn erwartet. Er hat auf dem Berg mit Gott gerechtet, um seinen Zorn über die Bosheit der Israeliten zu besänftigen. Er zerstört nicht nur die Gesetzestafeln, er zerstört auch den Götzen. Und furchtbarer Weise müssen 3000 Menschen in den Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern des Mose und dem  untreuen Volk sterben. Und trotz Moses Gebet mit Bitte um Verschonung kommt noch weiteres Unheil von Gott über das Volk.

Diese Vorgeschichte zu unserem Monatsspruch muss man kennen. Und schnell sind wir versucht, mit den Fingern auf das Volk zu zeigen. So wie diese sind wir nicht! Oder doch? Wenn ich in mich gehe, dann kenne ich das sehr wohl, dass Zweifel und Unsicherheit über mein Verhältnis zu Gott ganz schnell umschlagen können in Abwendung von Gott und der Suche nach Ersatzgöttern. Seien es Reichtum, Erfolg, Macht oder andere moderne Götzen.
Und dieser Mann im Auftrag Gottes, Mose, hat es nicht leicht. Und dann kommt Gott und sagt
(Ex. 33, 1) „Geh, zieh mit dem Volk, das du aus Ägypten geführt hast, fort von hier, in das Land hinauf, von dem ich Abraham, Isaak und Jakob mit einem Eid versichert habe: Deinen Nachkommen gebe ich es.“
Soweit, so gut. Aber dann sind da unterwegs noch die Kanaaniter, Amoriter, Hetiter, Perisiter, Hewiter und Jebusiter. Von denen sagt Gott zwar, dass er sie vertreiben werde. Aber er will nur einen Engel mit dem Volk schicken. Er selbst will nicht mitziehen, denn sonst könnte es sein, dass sein Zorn neu entflammt und er das Volk vernichtet.

Armer Mose. Da hat er einen schweren Auftrag von Gott bekommen und dabei weiß der doch, was für unsichere Kandidaten das Volk Israel darstellt. Und dann soll nur irgendein Engel mitkommen? Und Gott will nicht mitkommen?
Stell dir vor, Gott gibt dir eine Aufgabe und du hast das Gefühl, damit alleine gelassen zu werden. Kennst Du solche Momente aus deinem Leben? Auch hier höre ich tief in mich hinein und erkenne, ja, solche Momente kenne ich sehr wohl. Auch das Gefühl, in dieser Aufgabe überfordert und umgeben von Menschen zu sein, die heute dabei sind und morgen andere Ziele verfolgen.

Hier können wir von Mose lernen. Er gibt nicht auf! Ganz im Gegenteil, er hält Gott seine Aufgabe hin und fordert von ihm, zu bestätigen, dass er die Gnade Gottes gefunden habe. Er möchte den Weg Gottes kennen. Und er legt Gott sein Volk hin und erinnert ihn daran, dass es um Sein Volk geht. Fast etwas knurrig sagt Gott ihm zu, solange mitzukommen, bis Mose Ruhe mit dem Volk habe. Doch das ist Mose zu wenig und er rechtet erneut mit Gott. Und schließlich sagt Gott zu, doch mit seinem Volk zu ziehen. Ende gut, alles gut?

Nein, Mose geht nun aufs Ganze: „Lass mich doch deine Herrlichkeit sehen!“ Ich will ganz sicher sein, Gott. Ich will Dich erkennen, Gott, so wie Du bist. Ich will keine Fragen mehr in mir haben, sondern endlich die vollkommene Sicherheit. Auch das ist mir nicht fremd. Und dann kommt unser Monatsspruch. Gott steht zu seiner Aussage, dass Mose seine Gnade gefunden hat, die er im Neuen Bund durch Jesus allen Menschen anbietet. Und er sagt Mose, dass kein Mensch sein Angesicht sehen kann, ohne zu sterben. Aber er will ihm einen Hauch seiner Göttlichkeit zeigen. Und so stellt er Mose in einen Felsspalt und bedeckt dessen Augen mit seiner Hand. Dann zieht Gottes Schönheit vorbei und Mose darf „Gottes Rücken“ sehen.

Warum darf kein Mensch Gottes Angesicht sehen und warum reicht die Rückseite Gottes aus, um ein störrisches Volk in ein verheißenes Land zu führen? Jeder, der Gottes Angesicht sieht, kann nicht mehr in der Dimension dieser Welt leben. Für unser Denken und Erleben wäre dieser Anblick auf dieser Welt nicht ertragbar. Mose führt das Volk in das verheißene Land, denn er hat einen winzigen Blick in Gottes Herrlichkeit geworfen. Er weiß nun, dass er Gnade vor Gott gefunden hat und das gibt ihm Kraft. Gott gibt uns Menschen immer wieder Erlebnisse und Einblicke in sein Wesen.

Nichts anderes passiert, wenn ein Mensch zum Glauben kommt. Ein winziger Blick in Gottes Herrlichkeit und die Gewissheit durch Jesus Christus, dem Sohn Gottes, Gnade vor Gott gefunden zu haben. Und „im Glaubensleben wachsen“ bedeutet, Gottes Wesen immer mehr zu ergründen. Immer wieder winzige Blicke in seine Herrlichkeit zu werfen.

Joachim S.