Impuls August/September 2018

Monatsspruch August:

Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat: Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.

  1. Johannesbrief, Kapitel 4, Vers 16

Monatsspruch September:

Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.

Kohelet 4, 11

Liebe Gemeinde,

dieses Mosaik geht über 2 Monate und so gibt es zwei Monatssprüche – zwei wunderbare Worte aus der Bibel, bei denen es sich wirklich lohnt, sie in ihrem Kontext zu lesen! Und: diese beiden Worte, die aus unterschiedlichen Epochen stammen und ganz unterschiedlichen Situationen entsprangen, haben etwas miteinander zu tun.Für mich war es in den letzten Jahren immer wieder faszinierend, gewerkschaftliche Seminare zu Themen des Betriebsverfassungsrechts zu halten. Im gewerkschaftlichen Rahmen sind Christen nicht allzu häufig anzutreffen. Um so erstaunlicher, dass fast an jedem Seminar Abend die Sprache auf Gott kam. Großes Staunen – der Referent gehört zu den Frommen! Und gerade die Kolleginnen oder Kollegen, die vehement Gott leugneten, kamen immer wieder auf ihn zu sprechen. Eine wunderbare Gelegenheit Zeugnis von IHM und seiner Liebe abzulegen.

Der ehrenamtliche Richterkollege von der Arbeitgeberseite fragte mich nach meiner Vereidigung, wie ein moderner Mensch denn immer noch die religiöse Eidesformel sprechen könne „so wahr mir Gott helfe“. Ich habe ihm erklärt, dass ich als Christ die Verantwortung im Richteramt sehr ernst nehme und Gottes Hilfe vor jedem Verhandlungstag erbitte. „Dass es so etwas noch gibt, hätte ich nicht gedacht. Ich habe keinen Glauben, aber das beeindruckt mich und macht mich nachdenklich.“

Der Anruf kam überraschend: „Sag mal, hast Du am Sonntag frei? Würdest Du mit mir zum Motorradfahrergottesdienst fahren? Ich möchte da gerne noch einmal hin!“ Mein Kollege hatte mir erzählt, dass er mit Gott und Kirche so gar nichts anfangen könne. Letztes Jahr war er dann zum ersten Mal mitgefahren „weil ich mir das anschauen muss!“ Ja und dann hat er sich nach dem Gottesdienst eine „Bikerbibel“ gekauft, in der er regelmäßig liest. In einem Nebensatz begründet Kohelet (der Prediger) die tiefe Sehnsucht des Menschen nach Gott: „auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt“. Der vergängliche Mensch hat etwas in seinem Herzen, das aus der Dimension Gottes stammt – die Ewigkeit. Und diese Ewigkeit lässt ihm keine Ruhe. Sie bringt ihn immer wieder dazu, nach dem zu suchen, der ewig ist. Kohelet beschreibt, was der Mensch nicht begreifen kann: alles hat seine Zeit (wir kennen die Aufzählung – wenn nicht, lohnt es sich diese nachzulesen!). Alles hat Gott für den Menschen wunderbar gemacht – nur dieser sterbliche, vergängliche Mensch kann das Werk des ewigen Gottes nicht verstehen. Kennen wir das als Christen nicht auch, wenn wir lasch werden, wenn wir Gott den guten alten Mann sein lassen, der eigentlich nichts mit uns und unserem Leben zu tun hat?    Oder wenn unsere Beziehung zu Jesus an einem Tiefpunkt angelangt ist. Werden wir dann nicht von unserem Herz auf die Suche geschickt? Was verbindet uns denn mit diesem Gott? Die Antwort aus dem 1. Johannesbrief lautet: die Liebe!

„Wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ Die Liebe ist die Verbindung zu Gott, dem Ewigen. Der Kirchenvater Augustinus formulierte es so: „Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in DIR.“ Wer die Liebe Gottes annimmt und in seinem Leben behält, dessen Herz hat Ruhe gefunden in der Ewigkeit, die in unsere Zeit hinein strahlt. Ferien, Urlaub, Freizeit – Zeit, der Sehnsucht unseres Herzens nach der Ewigkeit Raum zu geben. Damit wir mit Gottes Liebe und mit einer festen Verbindung zu seiner Ewigkeit unseren Alltag in Schule, Beruf, oder in welcher Lebenssituation wir auch immer sind, bewältigen können.

Joachim Schenk

 

Impuls Juli 2018

Monatslosung Juli 2018

„Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maß der Liebe! Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den HERRN  zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt!“ Hosea 10, 12

„Das ist aber ungerecht, ich habe den ganzen Tag gearbeitet und bekomme den gleichen Lohn wie jener, der mal ‘ne schlappe Stunde gewerkelt hat!“ Da denken wir genauso wie die Arbeiter in der Gleichniserzählung Jesu. Möchte euch ein wenig teilhaben lassen, was mir alles so durch den Sinn ging mit diesem Text.

Was ist Gerechtigkeit, mag frau/man sich fragen in Anlehnung an Pilatus‘ Satz: „Was ist Wahrheit?“ als er Jesus im Verhör nach seinem Reich und seiner Königswürde befragte. Sprach‘s und ging hinaus zum Volk, weigerte sich ein Urteil zu fällen, wo er doch keine Schuld an Jesus gefunden hatte. Er überließ es den Leuten, dem bereits rasenden Mob, die Entscheidung über Tod und Leben Jesu zu treffen. Er hat sich auch geweigert in Beziehung zu Jesus zu treten. Er konnte nicht begreifen, dass Jesus die Beziehung zu Gott neu ermöglichte: Jesu Wahrheit ist es, den barmherzigen, liebenden Vater zu bezeugen. Kann man Wahrheit auf Ehrlichkeit reduzieren? Nein, aber sie ist ein Teil davon. In erster Linie geht es biblisch um das Bezeugen des barmherzigen, liebenden und lebendigen Gottes. Seine Versöhnung mit uns Menschen. Der Geist der Wahrheit erschließt uns diese Liebes- und Lebenswirklichkeit. Eine neue Beziehungsgeschichte wird real zwischen dem lebendigen Gott und dir/mir. Kehren wir zurück zu unserem Ausgangstext mit der Aufforderung Gerechtigkeit zu säen. Im Alten Testament wird Gerechtigkeit grundsätzlich weniger als juristischer Begriff verwendet; eine ausgleichende Gerechtigkeit: hier Verfehlung – da entsprechende Strafe. Was Gott will und wollte ist „Ich möchte mit euch in eine persönliche, liebevolle Beziehung treten.“ So verstanden ist Gerechtigkeit immer eine „Beziehungsgerechtigkeit“, eine rechte Beziehung. Damit ließe sich unser obiger Hosea  – Text  so schreiben:

„Kümmert euch um gute Beziehungen (untereinander) und fragt nicht danach, was ihr dabei gewinnt! (Die Liebe fragt nicht nach sich, ist nicht eitel,…..) Seid immer wieder diejenigen, die zuerst anfangen – ohne Vorleistungen der anderen.“ Wie geht das? Ich schaff es nicht. Manchmal vielleicht. „Suchet den Herrn“ will heißen, lasst euch beschenken. Von IHM beschenken lassen, das schafft immer wieder neue  Beziehung zu IHM, zu sich selber und zum anderen. Und eines Tages wird das Beziehungschaos aufhören, wenn ER gesunde und lebendige Beziehungen wie Starkregen ausschütten wird.

Bis dahin sind wir gemeinsam unterwegs. Eine frohe und beziehungsreiche Ferienzeit wünsche ich euch allen.

Euer Peter Knobloch

Impuls Juni 2018

Gastfreundschaft für den Weltfrieden

Als der Tübinger katholische Theologe Hans Küng sein Projekt „Weltethos“ Ende des vergangenen Jahrhunderts ins Leben rief, habe ich ein interessantes Projekt als Journalist begleitet. Der Weltethos mietete in den österreichischen Alpen drei Berghütten: für junge Juden eine, für junge Muslime eine und für junge Christen eine. Am Vorabend des Schabbat fackelten die jüdischen Jugendlichen unglücklicherweise ihre Hütte ab. Es stellte sich die Frage: Wohin gehen sie und bitten um Asyl? Was vermutet ihr? Sie gingen in der Tat nicht zu den Christen, sondern zum aktuellen Erzfeind, den Muslimen. Begründung: Bei den Christen müssen wir erst langwierige theologische und ideologische Diskussionen absolvieren, bevor wir miteinander essen.Bei den sprichwörtlich gastfreundlichen Muslimen werden wir zuerst miteinander essen und trinken. „Vergesst die Gastfreundschaft nicht…“ mahnt uns der Schreiber des Hebräerbriefes.

Das trifft mich hart. Zumal in der heutigen Zeit, in der auch die Baptistengemeinden ihr vornehmstes Privileg immer mehr vernachlässigen. Früher haben wir wie selbstverständlich unsere Häuser geöffnet für Gäste und auch für Fremde. Jesus ist in die Häuser gegangen und hat mit den unterschiedlichsten Sündern und denen, die sich für Gerechte hielten, gegessen und getrunken und er hat sich so den zweifelhaften Rufs eines Fressers und Weinsäufers eingehandelt.

Aber das war es ihm wert, weil er wusste, dass es schon immer eine „Theologie des gemeinsamen Essens“ gab, die schließlich im Liebes- und Abendmahl mündete. „Engel beherbergt?“ Wer von uns hat das schon? Ganz viele – nur sie wussten es oft nicht! Engel sind in der Regel inkognito unterwegs. Zum Engel sind mir schon sehr viele Gäste geworden, die an unserem Esstisch (max. 12 Personen, wenn’s nicht reicht, wird angebaut…) Platz genommen haben. Und richtig kräftig gegessen und getrunken haben. Tischgemeinschaft als Grundlage für geistig-geistliche Gemeinschaft über alle religiösen, gesellschaftlichen und kulturellen Grenzen hinweg.

Früher bin ich in keine Gemeinde als Gast gekommen, ohne dass eine oder mehrere Einladungen zum Mittagessen rausgesprungen sind. In den letzten Jahren saß ich häufig allein in einem Restaurant und habe alleine vor mich hingemümmelt (hat natürlich nichts mit Reutlingen zu tun!)

Undenkbar wäre das gewesen in einer Baptistengemeinde der 60iger und 70iger Jahre. Merkt ihr was? Wir sind gerade dabei, unser Tafelsilber zu verschleudern, in dem wir die Individualisierung der Gesellschaft in unsere Häuser haben einziehen lassen. Gemeinde und Gemeindefamilie sind aber nie „My-Home-is-my-Castle“ – Bewegungen sondern die Gemeinschaft derer, die sich um den Tisch des Herrn versammeln. Und um die Tische derer, die ihm, dem gastfreundlichen und gastgebenden großzügigen Gott nachfolgen. In einer Zeit, in der die Welt zu Gast bei Freunden ist – nicht immer so romantisch wie bei der Sommermärchen-WM 2006 – sondern auf deutlich herausforderndere Weise – müssen wir den Hebräerbrief und alle Essensgeschichten der Bibel – neu buchstabieren. Denn jetzt sind es multikulturelle und multireligiöse Gäste, die gerne nicht nur in Erstaufnahmelagern sondern an unseren Tischen in der Gemeinde und in den Häusern Platz nehmen wollen. Ähnlich wie beim Weltethos in den österreichischen Alpen kann Gastfreundschaft und Tischgemeinschaft zum Weltfrieden beitragen.

„Und sie werden kommen von Norden und Süden, von Osten und Westen und zu Tisch liegen im Reich Gottes“. Unsere Güte, unsere Kochkunst, unseren Weinverstand und unser offenes Ohr und unsere offenen Herzen lassen wir kundwerden allen Menschen. Das wär‘s.

Guten Appetit, Prost und Amen.

Euer Pastor Günter Mahler

 

Impuls April 2018

Jesus Christus spricht: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

(Johannes 20:21)

Jesus sagt diesen Satz, als er zum ersten Mal seinen Jüngern als Auferstandener begegnet: Ich sende euch, so wie mich der Vater gesandt hat. – Ist das ein Versprechen? Eine Aussicht auf etwas Wunderbares? Oder vielleicht eine Drohung: So, wie es mir ergangen ist, wird es euch auch ergehen. In Anbetracht dessen, was er in den vergangenen Tagen durchgemacht hat, hört sich das wenig ermutigend an!

Jesus hatte denselben Satz („wie der Vater mich gesandt hat, sende ich euch“) erst vor drei Tagen bei seiner großen Abschiedsrede gesprochen. (Joh. 17:18) Dort ermutigt er die Jünger ausdrücklich und redet dabei von dem Kontrast zwischen dieser Welt und Gottes Reich. Mit Aussicht auf Gefangennahme, Verurteilung, Marter und Tod ist das wirklich eine Zusage: Die Verbindung Jesu zum Vater gibt ihm selbst Mut und wird auch den Jüngern Mut geben, wenn sie sich den Herausforderungen in der Welt stellen müssen.

Aber dabei bleibt es nicht, die Geschichte geht weiter. Denn Jesus stirbt, und nun wird sich zeigen müssen, ob sich die Zusage bewährt. Zunächst zweifeln die Jünger und geben sich der Angst vor dieser Welt hin, indem sie sich verstecken und Trost unter ihresgleichen suchen. Beeindruckt von den Mächten dieser Welt bleiben sie zwei Nächte im Untergrund. (Joh. 20:19) – Manch einer gibt sich gerne den Betrachtungen der gottlosen Welt einerseits und der Hoffnung auf die liebevolle, hell scheinende Gegenwart Gottes andererseits hin. Wenn wir uns aber schwerpunktmäßig auf den Unterschied der Welten konzentrieren, bleiben wir in der Vogelperspektive und geraten in eine Sackgasse. Ich meine, wir sollten nicht zwischen den Welten hängen bleiben – zwischen dem Tod und der Auferstehung Jesu , denn dann bliebe es für immer Karsamstag. Das gilt auch für uns in der Gemeinde, besonders, wenn wir uns der Gesellschaft, in der wir leben und ihren Themen entziehen. Am Oster-Sonntag geschieht dann das Wunder und Jesus wird auferweckt. Seine Botschaft ist die gleiche wie zuvor, aber angesichts seines neuen Lebens bekommen die Worte eine ganz andere Perspektive: Die Sendung des Vaters galt nicht nur der Opferbereitschaft, vielmehr ist sie eine Sendung ins neue Leben hinein. Das muss den Nachfolgern Christi klipp und klar gesagt werden: Gott hat seinen Sohn nicht einfach nur in den Tod gesandt, sondern in neues Leben. Und genau so sendet Jesus seine Nachfolger: in neues Leben.

„Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“ – dieser Satz muss sich ja gar nicht wie eine Drohung anhören. Zumal Johannes den Friedensgruß als Eröffnung gleich zweimal nennt. Manch einer lässt sich gerne senden, einfach weil Dienst und Opfer ihn nicht schrecken. Vielleicht springt ja sogar etwas dabei heraus!? Aber auch das muss verneint werden. Denn ganz ohne Gegenleistung tut Jesus etwas, das die Sendungsworte mehr als nur unterstreicht: Nachdem er gesprochen hat, haucht er die Jünger an und spricht ihnen den Heiligen Geist zu. (Joh. 20:22) Als fromme Juden kennen sie diesen Hauch – der Leben spendende Atem Gottes (1. Mo 2:7) , und sie wissen, dass nun neues Leben begonnen hat. Nicht erst nach ihrem eigenen Tod werden die Jünger womöglich das Reich Gottes betreten, nein – sie wandeln schon jetzt darin, weil der Heilige Geist mit ihnen ist. Die Sendungsworte sind also in dieser Perspektive weder Drohung noch Verheißung, sondern direkt ins Leben hier und heute gesprochen: Ich sende dich. – Die Sendung Jesu ist also kein Versprechen, keine Aussicht auf irgendetwas irgendwann, sondern die klare und gute Botschaft: Das neue Leben beginnt jetzt. Was auch immer du mit deinem Leben anfängst, lebe es mit dieser Perspektive des neuen Lebens und der Auferstandene spricht dir seinen Frieden zu.

Gottes Segen in der Zeit nach Ostern wünscht dir

Pastor Daniel Meisinger

 

Impuls Monat Dezember 2017

Impuls Monat Dezember 2017

Als große und kleine Kinder Gottes von der Krippe ins neue Jahr

Wir stolzen Menschenkinder
Sind eitel arme Sünder
Und wissen gar nicht viel;
Wir spinnen Luftgespinste,
Und suchen viele Künste,
Und kommen weiter von dem Ziel.

Gott, lass uns dein Heil schauen,
Auf nichts Vergänglichs trauen,
Nicht Eitelkeit uns freun!
Lass uns einfältig werden,
Und vor dir hier auf Erden
Wie Kinder fromm und fröhlich sein.

„Der Mond ist aufgegangen“, Strophen 4 & 5, Matthias Claudius

 Diese Verse standen in der Tageslosung vom 14. November 2017. In der Gemeindeleitung haben wir sie am selben Tag gelesen und auch gesungen. Vielleicht habt Ihr beim Lesen zumindest auch leise mitgesummt.

Schon lange bewegt uns das Thema „Einfältigkeit“ im Sinne von Direktheit. Kontemplation ohne viele Worte, Herzensgebet, Stille vor Gott. Empfangen wie ein Kind. Vertrauen wie ein Kind. Ganz im Sinne von Hans-Dieter Hüsch, dessen Segensgebet ich gerne und häufig verwende:

Er möge, wie es auskommt, in unser Herz eindringen, um uns mit seinen Gedankengängen zu erfrischen,
uns auf Wege zu führen, die wir bisher nicht betreten haben
aus Angst und Unwissenheit darüber, dass der Herr uns nämlich aufrechten Ganges fröhlich sehen will,
weil wir es dürfen – und nicht nur dürfen, sondern auch müssen!

Wir müssen endlich damit anfangen.
das Zaghafte und Unterwürfige abzuschütteln, denn wir sind Kinder Gottes: Gottes Kinder!

Und jeder soll es sehen oder ganz erstaunt sein, dass Gottes Kinder so leicht und fröhlich sein können,
und sagen: Donnerwetter!!

Jeder soll es sehen und jeder soll nach Hause laufen und sagen: er habe Gottes Kinder gesehen und die seien ungebrochen freundlich und heiter gewesen, weil die Zukunft

Jesus heiße…

Hans-Dieter Hüsch, Segen

Die Zukunft heißt Jesus. Um ihn haben wir uns versammelt im zu Ende gehenden Jahr. Um seine Krippe versammeln wir uns an Weihnachten. Und mit der Zukunft Jesus gehen wir ins neue Jahr.

Wir haben auf der Gemeinderatsklausur im Oktober im Bernhäuser Forst darüber nachgedacht, wie wir das glauben und leben können, dass wir Kinder sind. Kleine Kinder, große Kinder, Kinder mit glatter und faltiger Haut, neugeborene und wiedergeborene Kinder. Und wir haben das Anliegen, wie wir das auch in unserem Gemeindeleben deutlich machen können, zum Jahresthema 2018 gewählt. Gerne wiederhole ich die Kerngedanken aus der Klausur, die Daniel Meisinger im November-Mosaik formuliert hat:

  1. These: Kinder und Jugendliche sind nicht Zukunft, sondern Gegenwart der Gemeinde.
  1. These: Kinder und Jugendliche brauchen unsere besondere Aufmerksamkeit.

Uns wurde wichtig: ALLE versammeln sich als Kinder Gottes gemeinsam um Christus.

Und: Als Kinder Gottes sind wir GEMEINSAM unterwegs. Das könnte Veränderungen im Gemeindeleben mit sich bringen.

Erkenntnis im Gebet: Veränderung muss zu allererst in jedem selbst geschehen.

So wollen wir uns aufmachen und uns anstecken lassen vom Kind in der Krippe. Im Bewusstsein der Gotteskindschaft brechen wir auf in ein neues Jahr. Vielleicht wird es Wüstenzeiten geben. Vielleicht werden wir auf unserem Weg zur inneren und äußeren Erneuerung der Gemeinde die Quelle immer wieder suchen müssen. Wenn wir zweifeln, ob wir den Neubau des Gemeindehauses wirklich stemmen können. Wenn wir befürchten, dass unser Glaube zu klein ist, nicht ausreicht für das Große, was Gott mit uns in Reutlingen vorhat. Ich freue mich sehr, dass die Jahreslosung 2018 aus der Offenbarung 21,6 auch für uns als Gemeinde Reutlingen goldrichtig ist:

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

Ich wünsche mir, dass wir als Kinder Gottes, groß und klein, einzeln und als ganze Gemeinde immer wieder die Quelle des lebendigen Wassers suchen. Dass wir wie Kinder den Vater bitten dürfen, uns das zu geben, was uns erfrischt, was uns neu belebt und uns weiter gehen lässt. Den schönen Weg, den steinigen Weg, den mühsamen Weg, den Weg der Freude und des Tanzes. Einfach den Weg der Nachfolge – durch die Wüste und hin zum Tempel des Herrn. Eine Wallfahrt sozusagen, die ein Ziel hat: dass wir das Heil Gottes schauen, auf nichts Vergängliches trauen, uns nicht an Eitelkeit freuen. Ich wünsche mir und uns: Lasst uns einfältig werden und vor Gott hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein.

Besinnliche Festtage, Atemholen für die Seele und einen guten Start auf die neue Wegstrecke im neuen Jahr 2018 wünsche ich Euch.

Euer Pastor Günter Mahler

 

Monatsspruch August 2017

Monatsspruch August 2017

Photo by Raphaël Biscaldi on Unsplash

Photo by Raphaël Biscaldi on Unsplash

Monatsspruch August 2017

Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge bei Groß und Klein.
Apg 26,22

Monatsspruch September 2017

Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein, und sind Erste, die werden die Letzten sein.
Lk 13,30

Liebe Geschwister und Freunde,

eine Doppelnummer des Mosaik begleitet uns in die großen Ferien. Die Schülerinnen und Schüler haben 6 Wochen Pause, für viele steht der Urlaub an – in der Südsee und auf Balkonien, auf dem Gütle, im Freibad oder am Mittelmeer.
Urlaub ist zunehmend auch eine Prestigenummer geworden nach dem Motto: Mein Haus, mein Auto, mein Pferd, meine Kreuzfahrt. Wie auch immer: Möge Euch und Ihnen Allen der Urlaub Regeneration, Kraft, Entspannung und neue Inspiration schenken, wo immer ihr ihn verbringt, wo immer sie ihn verleben.

Als ehemaliger Landesjugendpastor weiß ich, dass jetzt die Hochsaison für unseren Thilo Schmidt, für Pia Kuhlmann und für das ganze GJW-Team ansteht. Lasst uns um Bewahrung beten und auch darum, dass viele unserer Kinder und Jugendlichen prägende Erfahrungen fürs Leben mitnehmen.

Unser Sommer-Mosaik ist eine Doppelnummer. Für die Urlauber gilt zunächst:

Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge bei Groß und Klein.“

„Lobe den Herrn, meine Seele und vergiss nicht, was er Dir Gutes getan hat.“ Wenn wir uns mit Problemen herumschlagen, dann sind wir schnell am Jammern. Unsere Probleme tragen wir oft genug vor uns her. Dass wir Gottes Hilfe erfahren haben, das verschweigen wir oft oder nehmen es als Selbstverständlichkeit, über die wir nicht meinen reden zu müssen. Wir müssen uns selbst daran erinnern oder daran erinnert werden: vergiss nicht ….

Aber hier geht es um ein Lob Gottes, das eine hohe Qualität hat. „Hier stehe ich und bin sein Zeuge bei groß und klein.“

Wie sollen junge Leute lernen, dass es sich lohnt, mit Gott unterwegs zu sein, wenn wir den Zeugen-Dienst verweigern? Wenn wir zum Beispiel vom Urlaub erzählen. Ich habe mich selbst dabei ertappt, wie ich von meinem letzten Urlaub zuerst die Räuberpistolen erzählt habe. Von einem Jeep, der uns auf der Seite auf unserer Fahrbahn entgegengeschlittert kam. Von einer unechten Polizeistreife, die uns stoppen wollte und wir uns nur noch mit Vollgas retten konnten.

Erst danach kommen dann die Geschichten von Begegnungen mit Einheimischen, die unglaublich viel Herzlichkeit und Tiefgang hatten. Oder von unseren neuen Freunden, die wir zufällig getroffen haben, Eugenio aus Kalabrien und Yasi aus der Türkei, beide leben in Stuttgart. Sie kommen uns bald besuchen – wir sprechen über den Segen Gottes für ihre bevorstehende Hochzeit. So wie wir stundenlang über Leben und Tod, Revolution, Gerechtigkeit, Gott und Allah vor dem Mausoleum von Che Guevara gesprochen haben.

Wovon reden wir? Sind wir Zeugen der Taten Gottes in unserem Leben? „Only Bad News are good News“ (Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten) sagen meine Rundfunkkollegen. Sex und Crime verkauft gut und lässt Auflagen und Einschaltquoten nach oben schnellen.

Was aber ist mit den guten Nachrichten, was ist mit der guten Nachricht? Die sind in den Redaktionen der Tageszeitungen und Medienunternehmen in der Regel unter Vermischtes oder bestenfalls unter Kultur zu finden. Nicht in den Schlagzeilen. Aber auch hier gilt: Hinten ist die Ente fett.
Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein, und sind Erste, die werden die Letzten sein.“

Am Ende wird sich zeigen, was wirklich die Top-Meldung war. Die gute Nachricht von Gottes Liebe zu den Menschen wird in den Charts am Ende auf 1 stehen. Vieles andere, was die Nachrichten beherrscht hat ist dann schon verschwunden. Nicht relevant, nicht wichtig. Am Ende wird die Liebe triumphieren. Lasst es uns jetzt schon als Zeugen unseres guten Gottes verbreiten, dass die Liebe alles überwindet und Gott uns nach Hause lieben will.

In den Urlaub gebe ich Euch gerne noch den Sommerpsalm von Hans-Dieter Hüsch mit:

Herr

Es gibt Leute, die behaupten,

Der Sommer käme nicht von dir

Und begründen mit allerlei und vielerlei Tamtam

Und Wissenschaft und Hokuspokus

Dass keine Jahreszeit von dir geschaffen

Und dass ein Kindskopf jeder

Der es glaubt

Und dass doch keiner dich bewiesen hätte

Und dass du nur ein Hirngespinst

Ich aber hör nicht drauf

Und hülle mich in deine Wärme

Und saug mich voll mit Sonne

Und lass die klugen Rechner um die Wette laufen

Ich trink den Sommer wie den Wein

Die Tage kommen groß daher

Und abends kann man unter deinem Himmel sitzen

Und sich freuen

Dass wir sind

Und unter deinen Augen

Leben.

Hanns Dieter Hüsch

Eine entspannte und gesegnete Zeit wünscht Ihnen und Euch Euer Pastor Günter Mahler