Impuls Juni 1

Gedanken zur Monatslosung Juni 2021: Apostelgeschichte 5, Vers 29: Man muss aber Gott mehr gehorchen als den Menschen!

Wann waren wir je in der Situation, auf von Gott gehörte Worte, und somit gehorsames Verhalten, einzugehen, anstatt den Menschen zu gefallen? Wann haben wir Gott gehört und doch den Menschen zu liebe – eher zum Nachteil – n i c h t   gehorcht?  Was folgte aus Ungehorsam? Wie sieht die Folge aus, wenn wir Gott ge – hören????

Wenn Gott ruft, aufruft, dann soll Wesentliches geschehen. Wir erkennen das oft gar nicht erst. W i r   entscheiden selber, w a s   wir tun oder lassen   w o l l e n. Und – ehrlich – wie eindeutig hören wir eigentlich   G o t t ?  Doch Gott kommt zu seinem Ziel – mit oder ohne meinen Beitrag. Aber froh, so richtig erfreut sind wir erst, wenn wir so gehandelt haben, gesprochen haben, wie wir das von Gott her verstanden haben. Da ruft Gott dann schon mal öfter.

In diesem Text der Apostelgeschichte geht es ja um das Werk Gottes nach Jesu Erdenweg und Auferstehung. Die Nachfolger hatten verstanden, dass Jesus   w a h r h a f t i g   Gottes Sohn ist. Gott hatte ihnen diese Erkenntnis geschenkt. Dem einen früher, dem anderen später. Gott ist und war am Werk. Nun hatte Gott lange zuvor Menschen berufen, S e i n Wort zu wissen, zu pflegen, weiter zu geben. Diese Menschen, Hohepriester, Sadduzäer, meinten, sie alleine hätten Recht und Auftrag, von Gott her zu sprechen. Das war ihre Berufung, ihre Kaste, ihr Stamm unter den Juden. Sie installierten eine, das Volk bestimmende, mächtige Gehorsamsstrategie: Gottes Gebote wurden von  i h n e n  erweitert, es wurde um eines vermeintlichen Heils willen zum Gehorsam gezwungen… Und alle Freiwilligkeit aus Liebe zu Gott und nun im Christus, kam zum Erliegen.

Da kämpfen diese Männer – von Frauen weiß ich nichts – um   i h r e   Reputation, ihre Ehre, ihr Rechthaben. Eifersucht –  ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft!! Und ganz gewiss leiden die Schriftgelehrten nun, weil da   N e u e s   ausgesagt wird, innerhalb dessen sie ihren Platz nicht mehr finden. Was passiert mit ihnen, wenn diese Jünger Jesu das Wahre, Richtige zu sagen haben? – Doch Gott will nicht, dass jemand recht hat. Er will, dass man im Gespräch mit ihm stets neu hört und handelt- wie man Gott selber verstanden hat. Denn nur Gott ist richtig – hat also Recht!!!!

Und das erklären die soeben aus dem Gefängnis befreiten Apostel und Petrus den Menschen im Tempel. Unerklärbar für die Machthaber, aber sichtbar für jedermann: Gott hatte die von ihnen gefangen gesetzten Männer zurück an den Ort des Ursprungs zur Verkündigung seiner Wahrheit – den Tempel – geführt. Sie hatten einen Engel erlebt, der sie neu beauftragte, weiter zu gehen, mehr von Gottes Liebe in Jesus zu verkünden. Unfassbar für Menschen   o h n e   von Gott geschenkte Erkenntnis. Doch, doch…. die Pharisäer wollten schon auch, dass Gott gehorcht wurde – aber:

w a s   d a s   von Gott bestimmte Wort ist,  d a s  wollten sie selber bestimmen. Gott hatte eingegriffen. ER war in Christus Jesus gekommen und hatte die Menschen gerechtfertigt, die   I H M   vertrauen.

Wieder einmal war der Versuch, die Wahrheit Gottes zu verschweigen, die Verkündenden mundtot zu machen, ja sie abzusondern,  n i c h t   gelungen. Etwas weniger rechthaberisch – doch immerhin drängten die Diener und der Hauptmann die Befreiten, erneut vor den Hohenpriester zu kommen. Es war keine Einsicht – sondern Sorge vor der Steinigung, die das Volk ihnen gegenüber ausführen könnte, die sie eine neue Taktik versuchen ließen. Und die eigentliche Absicht, die Jünger zum Stillschweigen zu bewegen, zu gebieten. Gott gebiert sich seine Kinder selbst. ER  sorgt dafür, dass seine Wahrheit weiter gesagt wird. Und so antworteten die Geistbegabten: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

Gebe Gott, dass wir im Entscheidungsfall den Gott gemäßen Weg gehen.

Einen wundervollen, Freiheit genießenden und vor Unheil verschonten Sommer wünsche und erbitte ich für uns alle.

Herzlich Eure

Regina Wardin

 

Impuls Mai

Impuls Mai

Liebe Gemeinde,

8פְּתַח־פִּ֥יךָ לְאִלֵּ֑ם אֶל־דִּ֝֗ין כָּל־בְּנֵ֥י חֲלֹֽוף׃

Öffne deinen Mund für den Stummen, für die Rechtsache aller Söhne der Dahinschwindenden (der Schwachen). Sprüche 31, 8


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Öffne deinen Mund: nicht für sprachloses staunen – für unnütze Worte – Lästereien – unüberlegte Worte – für deine eigenen Gedanken – um dich selbst zu rechtfertigen – oder dich in den Mittelpunkt zu stellen, sondern für die Stummen: die sich nicht trauen – die sich nicht gut ausdrücken können – die sprachlos geworden sind – denen die Worte fehlen – die nicht im Mittelpunkt stehen wollen. Für die Rechtsache aller Söhne/Menschen der Dahinschwindenden (den Unbedeutenden – den Leisen). Um für das Recht anderer einzutreten, sollte ich mich natürlich mit ihrer Sache/Problematik vertraut machen. Also meine Komfortzone verlassen. Mich mit Dingen beschäftigen, die ich vielleicht gar nicht kenne. Mich in jemand anderes hineinversetzen. Überlegen, was gut für ihn ist und mir die Worte zur Verteidigung genau überlegen. Das ist schon eine Herausforderung!! Meine eigene Meinung vertreten ist doch viel leichter. Vielleicht deckt sich diese auch mit den Wünschen der anderen. Das Spannende ist, es geht nicht um mich, wie es mir geht oder welche Meinung ich habe.

Ich werde aufgefordert:

  1. Mit den Stummen zu reden.
  2. Sie zu fragen, was sie brauchen, was ich für sie vertreten soll.
  3. Ich muss mich, mit ihrer Situation und ihrem Verständnis davon, auseinandersetzen.
  4. Gemeinsam mit ihnen überlegen, was ihrer Situation dienlich ist.
  5. Dann überlege ich mir Worte, und wie und wo ich sie gut einsetzen kann.
  6. Dann tue ich es!

In der Theorie ist das ganz toll, aber was bedeutet das konkret – heute – in meiner aktuellen Situation – für wen könnte ich Sprachrohr sein, als Christ. Was möchte Gott, dass ich tue?!

Pause zum Nachdenken!

Mir fallen sehr viele „Stumme“ ein. Krankenschwestern, Ärzte, Kinder, ältere Menschen, Obdachlose, schüchterne und geduldige Menschen etc.. Natürlich werden vereinzelt Menschen interviewt – auch aus dieser Gruppe von Menschen – und wir hören einzelne Menschen sprechen in den Nachrichten. Sind das die Stummen? Reichen diese Worte aus? Unser Monatsspruch ist eine Herausforderung für jeden von uns. Für mich steht dabei an erster Stelle mit Gott ins Gespräch zu kommen. Ihm im Gebet zu fragen, welchen Weg ich gehen soll. Und in einem weiteren Schritt mit anderen zu überlegen, wo und wie wir unseren „Mund öffnen“ können. Wer macht mit Sprachrohr zu sein für die Rechtsache der Schwachen?

Herzliche Grüße

Andrea Kebernick-Schill

 

Impuls April

Wahn-Sinns Wahr-heit

Liebe Geschwister,

„Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und unserem Herrn Jesus Christus!“ am Ende dieser Passionszeit, der Zeit des Leiden-schaftlichsten Lebens, wo es ums Ganze geht, wo wir Menschen es bis auf die Spitze treiben, wo es zur maximalen Eskalation kommt, wo unsere Verirrung so sehr Macht über uns gewinnt, dass sie sich an Unschuldigen austobt: an Gott selbst, der in Christus unser Bruder und Mit-Mensch geworden ist!

„Wo aber das Maß der Sünde voll geworden ist, da ist die Gnade überströmend geworden – damit, wie die Sünde geherrscht hat im Tod, so auch die Gnade herrsche durch Gemeinschafts-Treue zu ewigem Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn!“ (Röm. 5, 20f)

Und so treibt Gott es angesichts unserer ultimativen Eskalation selbst auf die Spitze: wo das Maß wirklich voll ist! – da wird seine Gnade überströmend! Gott lässt sich nicht vom Bösen überwinden, sondern ER überwindet das Böse durch das Gute! (vgl. Röm. 12, 21) ER beweist seine Liebe zu uns darin, dass ER in Christus für uns stirbt, als wir in all unserem Gebaren noch nichts blickende Sünder sind (vgl. Röm. 5, 8) – bis heute!

Gott trinkt den Kelch selbst aus – bis zum letzten Tropfen (Blut)! In jedem Jahr, immer wieder: Aktiv geht ER zu uns hin, ER sucht uns auf, und liefert sich uns aus, und lässt passiv an sich selbst geschehen, was geschehen muss: ER trägt das Kreuz, das wir ihm auferlegen – aus Liebe in Liebe zur Liebe ER-trägt ER unsere Konsequenzen am eigenen Leib: ER stirbt an uns, wegen uns, um unseretwillenfür uns!

Auf dass wir in der Tiefe unserer Existenz neu be-greifen, was eigentlich los ist: was für ein buchstäblicher Irr-Sinn sich da abspielt! Unser Irr-Sinn!

Doch nur so wird unser Sinn als Irr-Sinn offenbar! Die Krise ist unausweichlich! Sie muss passieren: sie ist absolut NOT-wendig! Nur in der tiefsten Not wird sie tatsächlich gewendet: unsere Not!

Wenn WIR an seinem Kreuz auf einmal ER-griffen werden und der Wahn-Sinn sich in Wahr-heit verwandelt, der Un-Sinn auf einmal einen riesigen Sinn macht! – weil wir am Kreuz, unter dem Kreuz durch SEIN Kreuz in einem gnädigen Moment auf einmal ER-kennen, was uns und unser Leben in der Tiefe durchkreuzt (hat) – zu unserem HEIL!

Sein Kreuz ist unser Kreuz! Sein Tod ist unser Tod! ER stirbt an dem Virus, mit dem WIR infiziert sind: ER ident-infiziert sich mit uns! Der Wahnsinn wird zur Stunde der Wahrheit – für uns! Das darf doch wohl (nicht) wahr sein!

Der Gerichtsprozess der Kreuzigung Jesu wird zu unserem ER-Kenntnis-Prozess!

„Und als sie an den Ort kamen, den man Schädelstätte nennt, kreuzigten sie dort ihn und die Übeltäter zur Rechten und zur Linken. Jesus aber rief: ‚Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!‘… Und das Volk stand da und sah zu. Und es spotteten auch die Obersten mit ihnen… (Lk. 23, 33 – 35) Jesus aber stieß einen lauten Schrei aus und verschied. Und der Vorhang im Tempel [zum Allerheiligsten] riss von oben bis unten entzwei! Als aber der Hauptmann, der ihm gegenüberstand, sah, dass er so schrie und verschied, sprach er: ‚Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn!‘“ (Mk 1. 5, 37 – 39)

„Denn Gott, der dem Licht gebot, aus der Finsternis hervorzuleuchten, er hat es auch in unseren Herzen licht werden lassen, damit wir erleuchtet werden mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi!“ (2. Kor. 4, 6)

„ER hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe, in dem wir die Erlösung haben durch sein Blut, die Vergebung der Sünden. ER ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung“, so heißt es im Monatsspruch für April! (Kol. 1, 13 – 15)

Und ER, der Löwe von Juda als Lamm Gottes, ER mit dem Löwen-Mut und der Lammes-Art: „ER ist das Haupt des Leibes, der Gemeinde, ER, der der Anfang ist, der Erstgeborene aus den Toten, damit ER in allem der Erste sei. Denn es gefiel Gott, in IHM alle Fülle wohnen zu lassen, und durch IHN alles mit sich selbst zu versöhnen, indem ER Frieden machte durch das Blut seines Kreuzes…“ (Kol. 1, 18f)

Darum, liebe Geschwister: „Ist es möglich, soviel an euch liegt, haltet mit allen Menschen Frieden! … Und lasst euch nicht vom Bösen überwinden, sondern überwindet das Böse durch das Gute!“ (Röm. 12, 18.21)

Herzlich euer Lukas Gebauer

 

Impulse März

Jesus antwortete: „ Ich sage euch, wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.“  Lukas 19 Vers 40

Steine schreien, wenn Jünger schweigen…. ?!  Lukas 19, Vers 40. Wieder einmal ist Jesus bereit, darzulegen, was in  S e i n e r  M a c h t steht! Der Höhepunkt seiner Erdenwanderung ist nahe.. Er zieht in Jerusalem ein und die Menge der Menschen und Jünger jubelt! “Gepriesen sei der König, der im Auftrag des   H E R R N  kommt! Gott hat Frieden mit uns geschlossen. Lob und Ehre sei Gott im Himmel.“

Das hätte so weiter gehen dürfen! Jesus, als Messias unterwegs, Menschen, die Erkenntnis  S e i n e r  Wahrheit erhalten, Jünger, die loben. Wie so oft kommt es dann ganz anders. Einige der Pharisäer riefen aus der Menge der Jubelnden: Lehrer ( Rabbi),  v e r b i e t e  d a s  deinen Jüngern! – wie anmaßend! Denken wir, die wir ja den Fortgang des Geschehens wissen.

W a s  sollten die Nachfolger Jesu denn nun  n i c h t  (mehr) sagen, bezeugen oder behaupten?????

Ganz schlicht dies: D e r  K ö n i g, der im Auftrag Gottes gekommen ist, sei gepriesen!  angebetet, gelobt, geehrt! Denn: Gott selber hat Frieden mit dem Volk und denen, die Jesus als Sohn Gottes erkennen, ewigen Frieden geschlossen! Also gebührt Gott – erhaben im Himmel – Lob und Ehre und Ruhm.

Doch J e s u s  l e h r t  e r n e u t die, die  es, also die Wahrheit Gottes in Christus Jesus  k e n n e n  sollten. Glaubt mir! Welch ein Anspruch! Jesus weiß mehr als diese gebildeten, hochgebildeten, belesenen Männer der Priester-Kaste. Was sollen sie glauben? Dass Gott    Steine für  S e i n e  Wahrheit zum Reden, ja schreien bringt (krazein = griech. für Krächzen, Kratzen in der Stimme, weil es um Leben und Tod geht), wenn Menschen die erkannte Wahrheit verschweigen. Absichtlich nicht das, was zu ihrem Wissen geworden ist, nämlich, dass Gott im Christus Jesus schon anwesend ist und die Versöhnung geschaffen hat!

Noch ist der Herr nicht auferstanden! Noch ist das Kreuzesgeschehen nicht vollbracht. Doch schon muss die Wahrheit über Gottes Weg mit   S e i n e m  V o l k und seinen Menschen hinaus gerufen werden in alle Welt: ER ist es – KÖNIG und  HERR!     Ja, es geht um Leben und Tod!

Und die Jünger lernen – langsam – aber gewiss: Ja,  I H M   ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden! Also kann ER – Gott  im Fleisch – jedes seiner Schöpfungswerke, Gegenstände, Objekte, Regeln, Taten für  S I C H  nutzen. ER allein kann Steine zum Zeugnis für Seine Allmacht und Wahrheit  nutzen, bewegen, so dass sie vernehmbar, unüberhörbar sind.  ER kann.

Wie an anderen Stellen auch, wird das Gesagte als über den Moment hinaus gültig erkannt. Vergangenes und Zukünftiges wird bedacht. Jesus  w e i n t über die Stadt.  Jerusalem wird fallen – die tatsächlichen Steine „schreien“  beim Zerschmettern – nichts bleibt wie es erbaut war..

Und bis heute – in alles V e r –  Schweigen der Wahrheit des Christus Jesus  – lässt Gott Steine ausrufen: ich, ich bin der Herr!

Lasst uns lebendige rufende Menschen sein.

Ein gesegnetes Frühjahr wünscht in lieber Verbundenheit

Eure R. Wardin

 

Impuls Februar

Liebe Gemeinde,

Es wird Frühling und Mona arbeitet im Garten. Nach dem Winter ist im Garten viel zu tun. „Schau mal Mona“, ruft ihr die Nachbarin zu, “da fliegt gerade dein Name am Himmel“. Verwundert schaut Mona zwischen den Ästen vom Kirschbaum und der großen Tanne Richtung Himmel. Tatsächlich, dort oben erkennt sie ihren Namen. „Mona, willst du mich heiraten?“ steht auf einem Banner, das von einem Flugzeug gezogen wird. Sie muss lachen und ihr Herz macht einen Freudensprung. Das kann nur Paul sein, ist sie sich ganz sicher. Unendliche Freude und Stolz machen sich bei ihr breit.

Die 70 Frauen und Männer, denen Jesus einen Auftrag gegeben hat, sind auch ganz freudig und stolz, als sie wieder zu ihm zurückkommen. Bisher waren sie nur Mitläufer und Zuschauer, wenn Jesus zum Volk gesprochen, Menschen geheilt oder sonstige Wunder bzw. Unglaubliches getan hat. Und auf einmal sollten sie zu zweit losziehen und zu den Menschen gehen. Das hätte schiefgehen können. Sie hatten ja keine Erfahrung bisher. Aber jetzt sind sie in Hochstimmung, alles lief super. Sie konnten das umsetzen, was Jesus ihnen aufgetragen hatte. Sie hatten keine Angst mehr. Die Sorge war weg, dass irgendwas schief läuft. Sie sind stolz auf das, was sie geleistet haben im Auftrag ihres Herrn und Meister.

Und Jesus? Der holt sie erst mal runter. „Es besteht gar kein Grund, euch über eure Leistungen so zu freuen“, sagt er ihnen. Freut euch viel mehr, dass eure Namen im Himmel aufgeschrieben sind“. Upps, eigentlich alles richtig gemacht und im Namen Gottes Erfolg gehabt. Aber das ist im Moment nicht so entscheidend. Wichtig ist die Tatsache, dass Gott sie kennt und dass er ihre Namen im Himmel angeschrieben hat. Da sind sie unauslöschlich. Gott liebt jeden Menschen, egal wie viele Erfolge er hat. Und wenn er – wie man schön sagt – eine Niete ist und vieles falsch macht, liebt ihn Gott genauso.

Was wäre, wenn die 70 nicht erfolgreich zurückgekehrt wären? Hätte Jesus sie dann erst mal zum Aufbauseminar 40 Tage in die Wüste geschickt, um zu lernen?

„Oh ihr Kleingläubigen, warum könnt ihr nicht zuhören, wenn ich was sage und es umsetzen?“ Vermutlich nicht. Auch dann gilt der Satz: “Freut euch, wenn eure Namen im Himmel geschrieben sind“. Gerade wenn es uns nicht gut geht, gilt diese Verheißung Gottes. Wenn meine Angst mal wieder größer ist als meine Zuversicht und meine Freude. Weil meine Sorge um Gesundheit, Corona oder vor dem Verlust des Arbeitsplatzes so groß ist. Wenn ich mich im tiefen Fall befinde, weil sämtlicher Lebensmut nicht mehr vorhanden ist und ich mich in einem tiefen Tal von Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit befinde. Auch und gerade dann gilt Gottes Zusage, dass mein Name bei Gott im Himmel aufgeschrieben ist und er mich kennt und liebt.

Nein, das ist billige Vertröstung, dass irgendwann mal alles wieder gut wird. Vielleicht hilft es mir in der gegenwärtigen Situation auch nicht wirklich. Die Tatsache, dass Gott mich jetzt liebt und meinen Namen kennt, bleibt. Vielleicht zaubert dieses Wissen mir dann manchmal ein kleines Lächeln ins Gesicht. Hinterm Horizont geht es doch weiter, auch wenn es aus dem Tal ein langer Weg ist.

Wer das weiß, dass er von Gott geliebt ist, hat allen Grund zur Freude. Das ist der Punkt. Nicht wieviel wir leisten und tun, oder ob wir besonders fromm und gerecht sind und nach den Maßstäben der anderen leben. Das bringt uns nicht weiter und näher zu Gott. Mit unseren Leistungen können wir ihn nicht wirklich beeindrucken, geschweige denn damit in den Himmel kommen. Entscheidend ist, dass Gott uns liebt. Durch Jesus Christus kam Gott in unsere Welt und bietet uns seine Versöhnung an. Wenn wir das glauben und verstehen, dann sind unsere Namen im Himmel geschrieben.

Paulus schreibt in Römer 1, Vers 17: „Denn im Evangelium zeigt Gott uns seine Gerechtigkeit. Eine Gerechtigkeit, die aus dem Vertrauen auf Gott kommt und zum Glauben hinführt, wie es in der Schrift steht. Der Gerechte wird leben, weil er glaubt.“ Wer das versteht und glaubt, dessen Name ist bei Gott unauslöschlich im Himmel aufgeschrieben. Das ist dann wirklich ein Grund zur Freude.

Und Mona? Die hat natürlich zu der Anfrage aus dem Himmel ja gesagt. Als sie Monate später heiraten, steigen viele bunte Luftballons in den Himmel. Auf jedem stehen ihre beiden Namen. Damit es viele sehen können, dass sie sich lieben und ab jetzt zusammengehören. Für immer und ewig und einen Tag.

Michel Sch.

 

Impuls Januar

Liebt eure Feinde!

Liebe Geschwister,

wir alle konnten und können es bereits seit längerem beobachten: die Welt spaltet sich (mal wieder)! Die internationale Gemeinschaft ist an vielen Stellen brüchig, Abkommen werden gekündigt, Vereinbarungen missachtet, Staaten bauen Mauern, errichten neue Grenzzäune und führen (Wirtschafts-)Kriege gegeneinander, der politische Egoismus nimmt zu. Gesellschaften (wie in den USA, aber auch in Europa, in Deutschland) polarisieren sich, es bilden sich Lager, Parteiungen, Fronten verhärten sich. Man schottet sich (wieder) voneinander ab. Unterstellungen, Schuldzuweisungen und Hassbotschaften grassieren. (Neue) Feindbilder werden errichtet und gepflegt. Das Misstrauen wächst, und mit ihm die Bereitschaft zur Gewalt. Der Ton wird rauer, Sprache fängt (wieder) an zu lügen. Man sucht (wieder) Halt und Bestätigung v.a. in den eigenen Verbänden. Fremdes, Andersartigkeit wird als Bedrohung empfunden. (Neues) Aufeinander-Zugehen, Respekt auf der Beziehungsebene, die Bereitschaft wirklich zuzuhören und zu verstehen… werden selten. Man begegnet sich nicht mehr, sondern klagt (wieder) an, Gerichte kommen mit Fallbearbeitungen kaum hinterher.

Und was ist mit uns Christen als „Salz der Erde“? Mit der Einheit des Leibes Christi, der Gemeinde? Geht uns auch in der Kirche die „gemeinsame Mitte“, das Mit-einander verloren?

Die Jahreslosung für 2021 kommt in diesem Kontext auf uns zu wie Jesus den Jüngern auf dem See Genezareth! Sie ist definitiv der Schritt aufs Wasser! Der Auszug aus Ägypten! Das Heraustreten aus der christlichen Komfortzone! Hier hört das Wohlfühl-Christentum definitiv auf! Am Anfang der „Bergpredigt“ bei Lukas hören wir:

„Euch aber, die ihr hört, sage ich: Liebt eure Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen! Segnet, die euch fluchen! Und betet für die, die euch beleidigen! … Liebt eure Feinde und tut Gutes, ohne etwas dafür zu erhoffen! So wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Höchsten sein! Denn ER ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ (Lk. 6, 27. 35f)

Wir haben bereits davon gehört: Hier geht´s absolut ans Eingemachte! Und wir müssen dabei unverblümt feststellen: Dazu sind wir aus eigener Kraft überhaupt nicht in der Lage. Keiner von uns.

Weil wir nicht der VATER sind! Wir sind nicht Jesus!

Aber gleichzeitig werden wir dadurch genau an das Wesen, an das Geheimnis unseres Glaubens erinnert, das ja eben darin besteht: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden!“ (2. Kor 5, 17)

Und Jesus spricht: „An jenem Tag werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch.“ (Joh. 14, 20) Und: „Wer meine Gebote festhält und sie tut, der ist es, der mich liebt…“ (14, 21)

Genau das gilt also für uns, was Paulus auch im Römerbrief schreibt: „Vergeltet niemand Böses mit Bösem! … Ist es möglich, soviel an euch liegt, so haltet mit allen Menschen Frieden! … denn es steht geschrieben: … ‚Wenn dein Feind Hunger hat, so gib ihm zu essen; wenn er Durst hat, dann gib ihm zu trinken! Wenn du das tust, wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln‘ (Spr. 25, 21f). Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse durch das Gute!“ (Röm. 12, 17 – 21)

Jesus hat nicht weniger als genau das getan, und „erweist seine Liebe zu uns darin, dass ER für uns gestorben ist als wir noch Sünder waren!“ (Röm. 5, 8)

Liebt eure Feinde! – Unabhängig von Christus für uns alle eine Unmöglichkeit. Aber im Glauben der Inbegriff des neuen Lebens!

Denn: „Darin besteht die Liebe – nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass ER uns geliebt hat und seinen Sohn gesandt hat, um uns mit sich selbst zu versöhnen.“ (1. Joh. 4, 10; 2. Kor 5, 19) Und so „lieben WIR…, weil ER uns zuerst geliebt hat!“ (1. Joh. 4, 19)

Herzlich euer Lukas Gebauer