Impuls Februar

Sara aber sagte: Gott ließ mich lachen. Gen 21,6 (E)

An Fasching und Karneval wird viel gelacht. Es ist lustig, sich zu verkleiden und mal ganz anders zu sein, als es der strenge Alltag erfordert. Es ist schön, in andere Rollen zu schlüpfen, und es tut gut, herzhaft über alles Mögliche zu lachen. Ja, dass wir lachen, ist wichtig für unsere körperliche und seelische Gesundheit. Aber noch wunderbarer ist unser Lachen, wenn wir etwas Befreiendes erlebt haben. Das ist das Lachen Saras nach der Geburt ihres Sohnes Isaak.

Endlich konnte Sara befreit auflachen. Die unglaubliche Verheißung, dass sie in ihrem hohen Alter noch einen Sohn gebärt, hat sich erfüllt. Und alle sind gesund: Der Sohn Isaak wird die Verheißung Gottes weitertragen in die Zukunft. Das ist ein ganz anderes Lachen als das verzweifelte und zynische Lachen ein Jahr vorher, als ihr zugesagt wurde, dass sie einen Sohn haben wird (Gen 18,12); ähnlich das verzagte Lachen Abrahams, als er die Verheißung des Sohnes aufnimmt (Gen 17,17). Es gelingt ihnen nicht, die Verheißung Gottes mit ihrer tragischen Lebenssituation zusammenzubringen: Sie sind alt und kinderlos und haben von daher keine Zukunft. Sie versuchen es noch mit ihrer Magd Hagar, die für Abraham ein Kind zur Welt bringt. Wenn man Gottes Verheißung ein wenig nachhilft, dann klappt es vielleicht. Aber das war es nicht, was Gott wollte. Schließlich bekommt Sara selbst ihren Sohn und nennt ihn „Isaak“: „er lacht“, weil sie nach seiner Geburt so befreit lachen kann.

Es gibt viele Arten des Lachens. Doch das befreite Lachen ist Gottes Lieblingslachen, das eben nicht auf Kosten anderer Menschen oder unserer selbst geht, sondern einfach die Freiheit und das Leben feiert. Letztlich wird sich Gottes Verheißung bewahrheiten. Seine Liebe und sein Frieden werden sich durchsetzen. Jetzt müssen wir noch Geduld haben, Gottes Evangelium hören und aufnehmen. Jetzt hinken unsere Erfahrungen noch der Verheißung hinterher; aber die Zeit kommt, da Gott alles erfüllt, das Dunkle verschwinden muss und alles nur noch Freude ist und Lachen. So schön, wenn dieses Lachen schon jetzt immer wieder mal in unserem Leben durchbricht.

Michael Kißkalt

 

Impuls Dezember

Das kommende Friedensreich

Der Wolf findet Schutz beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und junger Löwe weiden zusammen, ein kleiner Junge leitet sie. Jesaja 11, Vers 6

Schon Dunkelheit, in der wir wenig zu unterscheiden vermögen, macht uns unsicher. Erleichterung ist es, ins Licht treten zu können. Wieviel mehr ängstigen uns Wahrheiten, die wir nur aus Schilderungen kennen. Sie sollen uns warnen. Seid achtsam. Seid vorsichtig. Die Welt ist böse. Alles ist Gefahr.

Hier aber schildert der Verfasser des Buches, Jesaja, einen Idealzustand, der für die Menschen bis heute undenkbar ist. Wofür steht der Wolf in Geschichte und Geschichten? In Märchen und in Parabeln? Er ist die Bedrohung in unseren Landen – schlechthin. Und Jesaja traut sich, den Menschen ein ganz anderes Schaubild zu malen – das er visionär erhalten hat. Da soll der böse Wolf vom treuherzigen Schaf beschützt sein und das ist erst der Anfang des Idylls. Für uns undenkbar- in dieser Zeit neu aktuell. Die Wölfe haben Zutritt in unserem Land erhalten. Sie sind zu schützen und zu hegen. Man braucht den bösen Wolf. Aber, so denkt man, nicht jeder. Und   w i r   schon gar nicht. Gelernt hat man, dass der Wolf überflüssig in unseren Breitengraden ist. Und die netten Schäfer fürchten ihn – wieviel mehr wird ein Schaf sich fürchten müssen. Immerhin reißen die Wölfe ja bis zum heutigen Tage zahlreiche Schafe. Und anderes Getier ist auch von ihm bedroht. Und da malt Jesaja dieses Bild, vom Schaf, das den Wolf schützt. Seltsam. Die Reihe der zu erwartenden Wunder setzt sich in der Schau auf den Panter fort, der, wohl friedlich, bei einem Ziegenböcklein liegt. Nichts passiert, das Unruhe und Unfrieden erkennen ließe. Die liegen da so rum und gewähren einander Zeit. Und sie haben ein Genüge. Ein Löwe ist ein Löwe. Klar, weiß jedes Kind,  w i e   ein Löwe ist – oder zumindest aufzutreten hat!!! Nun werden wir hier kaum je einem in freier Wildbahn begegnen können – dass dieser jedoch brandgefährlich ist, erzählt man seit Jahrtausenden. Und die Missionare berichten von schaurigen Löwen-Begegnungen. Anders Jesajas Bild: Da grast ein Kälbchen, für die Menschen jener Zeit ein sehr wertvolles Tier, und, auch der Löwe grast! Äh, was denn. Der frisst doch Fleisch? Aber nicht in jener Zeit und in jenen Tagen, wenn der Fürst des Friedens regiert. Kein Wesen lebt vom anderen mehr. Jeder hat seinen ruhigen Platz gefunden. Der König ist anwesend und hat Frieden – seinen Frieden – mitgebracht!! ER hat verwandelt. Süchte und Bestimmungen in   n e u e n   Bedarf und neue Möglichkeiten des Miteinanders geschaffen – in bester Co-Existenz. Und gekrönt wird diese – wie ein schöner Traum anmutende – Vision von einem zauberhaften Bild: Bei all den sonst zerstörerisch agierenden Tieren und denen, die für die Haushaltung jener Tage notwendigen domestizierten Tiere, ist dieser kleine Junge, von dem gesagt ist, dass   e r   die Tiere leitet. Er bestimmt, wo sie Wasser finden und er führt sie zu frischem Gras.  Was den Menschen, denen Jesaja seine Schau vorträgt, als unmöglich erscheinen musste, passiert genau so, sagt Jesaja, weil der erwartete Messias anwesend ist. Nur ER   allein kann diesen Wandel von Böse sein zu müssen hin zu einem genügsamen, friedvollen Leben führen. Und   d a s   ist gewiss. Es wird so kommen!! Das bleibt unser aller Hoffnung bis in unsere Tage hinein. Alles wird anders – aber gut anders. Denn der Friedefürst regiert. Jesus, der Sohn Gottes herrscht in aller und beherrscht alle Welt. In Ewigkeit wird seines Friedensreiches kein Ende sein. Das merkt die gesamte Schöpfung. Und nimmt diesen Frieden an. Welch herrlicher Monat ist doch der Dezember!! Wir erwarten die Ankunft des Friedefürsten. Und dann feiern  wir  I H N, mit unseren Möglichkeiten. ER ist schon da – und wer ihn regieren lässt, erfährt Wunder – wunderbar Neues!! Dank sei Gott!!

Bleibt alle hoffnungsfroh unterwegs und im Segen Gottes, der jetzt schon Frieden verheißt.

Liebevoll grüßt

Regina Wardin

 

Impuls November

WEHE DENEN, DIE BÖSES GUT UND GUTES BÖSE NENNEN, DIE AUS FINSTERNIS LICHT UND AUS LICHT FINSTERNIS MACHEN, DIE AUS SAUER SÜSS UND AUS SÜSS SAUER MACHEN. Jesaja 5,20

Klar und deutlich wird in diesem Vers ausgedrückt, was gut und was schlecht ist. Es scheint im ersten Betrachten einfach. Wenn wir uns danach richten, dieses Gesetz befolgen, wird alles gut. Wenn wir es nicht tun, dann wehe uns.

Aber das scheint mir zu kurz gedacht.

Zum einen ist es so wie Paulus im Römerbrief schreibt: Römer 7,19 „denn nicht das Gute, das ich will, tue ich, sondern das Böse, das ich nicht will, das führe ich aus………………Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von diesem Leibe des Todes? Dank sei Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn.“

Wir Menschen – Christen oder Nicht- Christen können nicht nicht sündigen.

Und daraus folgt, dass Gutes und Sünde eben nicht allein im Lichte des Gesetzes betrachtet werden kann.  Zum Gesetz tritt das Evangelium hinzu. Über Sünde und Verfehlung kann und darf nur im Angesicht der Gerechtigkeit und Gnade Gottes die Rede sein, und zwar so,  dass sie als schon von Gott selber gesühnte Schuld zur Sprache kommt.

Der Adressat dieses Jesaja-Textes ist Israel, das Volk Gottes, und somit ist er auch an uns Christen gerichtet.

Wehe denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen.

Was ist da die Sünde der Christenmenschen?

Unsere Sünde ist, dass wir das Wort Gottes um seine Eindeutigkeit bringen. Statt “Nimm hin und iss“ sagen wir „Erst Leistung, dann Essen“    Diese Unwahrheit der Sünde stellt die Bedingungslosigkeit des Evangeliums unter die Bedingung des Gesetzes und macht aus der frohen Botschaft eine neue Moral. So macht sie Gottes eindeutiges Wort zweideutig und verhindert damit, dass dieses Wort Gottes  Glauben findet.  So bringen wir Finsternis dahin zurück, wo Gottes helles Licht der Versöhnung, Gerechtigkeit und Gnade leuchtet, so machen wir süßes wieder sauer. So  leugnen wir, dass Gott in Jesus Christus unsere Schuld und die Sünde und Schuld der ganzen Welt auf sich genommen hat.

Aber Gott ist dem entgegen getreten. Nur er ist in der Lage, diese tödliche Situation aufzubrechen und den Menschen und seine Welt aus diesem Unheil zu erlösen. Er – nur er kann hier der Akteur des Handelns sein. In seiner nicht von uns ablassenden Liebe >verwickelt< Er sich in dieses Unheil – nicht, um mit uns im Unheil unterzugehen und damit das Gerücht vom „Tod Gottes“ zu bestätigen, sondern um die Situation des Unheils gewissermaßen von innen aufzubrechen. Man kann auch sagen: Der dreieinige Gott erleidet im gekreuzigten Christus unsere Sünde und Gottesverlassenheit. Er setzt sich dem Gericht aus, das uns eigentlich treffen müsste. Er stirbt den Tod, den wir sterben müssten. Und weil Gott das alles in der Gestalt des Sohnes erleidet, kann es nicht beim Gericht und nicht beim alles besiegelnden Tod bleiben – folgt dem unerbittlichen Nein das helle, befreiende Ja, folgt dem Tod das Leben in der versöhnten, durch nichts mehr zu zerstörenden Gemeinschaft mit Gott.

So wird aus Finsternis helles Licht – aus sauer wird süß und aus Bösem Gutes. Und aus uns werden Botschafter der Liebe Gottes an Christi statt.

Der Herr segne uns und behüte uns  – der Herr lasse sein Angesicht über uns leuchten und sei uns gnädig. – Der Herr erhebe sein Angesicht über uns und gebe uns Frieden.

Achim Eichel

 

Impuls Oktober

Groß und wunderbar sind deine Taten, Herr und Gott, du Herrscher über die Schöpfung. Gerecht und zuverlässig sind Deine Wege, du König der Völker. Off. 15, Vers 3

 

Wann hatte ich Gott über all der Herrlichkeit, die ER mir vor Augen führt, zuletzt angebetet? Gelobt? IHM die Ehre darüber gegeben? Ja einfach rückgemeldet, dass ich IHM dankbar bin für all seine Herrlichkeiten? Ein Sonnenaufgang, die herrliche Morgenluft, der Duft von Blüten, die fallenden bunten Blätter, das springende Wasser im Bachlauf, die Führung beim schwierigen Gespräch, die Heilung von Erkrankungen,  die Bewahrung bei oder gar     v o r Unfällen …… fortsetzen kann man die Dank- und Lob – Liste Gottes bald unendlich. Gott gebührt alleine Ehre!!! Wenn wir Gutes erkennen, geht das Loben. Geht es auch in mühsameren Zeiten?

Da liegt er vor mir, dieser wunderschöne, komplett gestaltete kleine Mensch. Und mein Herz jubelt. Dank steigt auf. Groß bist Du Gott, der Du alles so wunderbar gestaltet hast. Und uns daran beteiligst. Dann kommen andere Tage und ein anders beschaffenes kleines Wesen wird der großen Familie hinzugetan. Äh???  Gott macht doch alles wunderbar? Gott macht doch Gutes? Gott macht doch keinerlei Fehler? Wie sollen wir denn nun weiter glauben? Für die betroffenen jungen Leute? Für seine Großeltern? Seine Schwester? Und kann man da danken? Ist dieser Zuwendung Gottes überhaupt mit Ja zu begegnen?

Einige Zeit des Betens, der Gespräche folgen. Und plötzlich steht es klar vor mir: Der kleine Mensch ist Reichtum in seiner Andersartigkeit!! Er bringt zusammen – er gehört zu Jemandem – zur Menschengemeinschaft – in Traurigkeit und in Freude. Jeder Fortschritt erfreut so Viele der Familie und jede Mühe begleiten so Viele der Familie. Er kann geliebt werden und er wird lieben. Und in Gottes Augen ist er komplett. Er wird seinen Lebensauftrag erfüllen. Freude zu bereiten, Zuwendung zu ermöglichen, Geduld zu lehren ….. er wird Forscher, Therapeuten, Ärzte und Wissenschaftler herausfordern……   was nicht alles durch ihn hinzugelernt werden darf!!!!! ER wird die ihm mitgegebene Wirkkraft haben!!! Und er bleibt ein Lebensauftrag für so Einige!!! Und er kann zum Danken bringen!!!

Gottes Geschaffenes hat mehr zu bieten als komplette Gestaltung nach menschlichem Erachten. Gottes Schöpfung hat keine Fehler. Wir fehlen und verfehlen. Gott liebt und aus dieser Liebe heraus gestaltet ER stets anders und erfreuend.

Die Sieger über das Tier… so der vorausgehende Text der Offenbarung – sangen das Lied des Mose, des Knechtes Gottes, und das Lied des Lammes: Groß und wunderbar sind deine Werke, Herr, allmächtiger Gott;…… Also mitten im Ungemach des Ertragens der ausgegossenen Zornesschalen Gottes, beginnt der Lobgesang. Gott zur Ehre. Vertrauen stärkend. ER wird herrlich hinausführen, was ER begonnen hat. Gott gewinnt!!!! Und Freude breitet sich aus. Ja bis in unsere Zeiten. Vertont und vielfach ausgesprochen ist dieser – ach so kurze Dank – lebensbegleitend.

Gerecht ist Gott allein und verlässlich sind die Wege, die der König der Völker aufzeigt.

Das wendet!! Auch mein Herz – voller Dankbarkeit – I H M   zu.

Da ist er nun, der nötige Herbst eines Jahres. Allen wünsche ich den Reichtum des anders Sehens. Der Grund zum Dank birgt.

 

Liebe Grüße von

Regina W.

 

Impuls August

Der Impuls für August steht in Chronik 16, 33.

“Jubeln sollen die Bäume des Waldes vor dem Herrn, denn er kommt, um die Erde zu richten!!!!!”

Na, das wird ein Schwingen und Singen der ganzen Natur, wenn wir in der Weise Asaphs die Worte Davids, des israelitischen Königs, aus dem „Danket dem Herrn“ erleben.

Dem voraus ging der zweifache Sieg über die Philister. David begann sich Häuser in der Davidstadt zu bauen und richtete für die Lade Gottes eine Stätte her und schlug ein Zelt für sie auf, auf der Höhe zu Gibeon. (1. Chr. 16, Vers 39) 1. Chr. 15 Vers 1.

Sie tragen also die Bundeslade an einen Zeltplatz. Voller Einsicht: Ja, Gott ist bei und mit uns. Gott hat uns so weit gebracht. Und Israels Volk zählt singend und jubelnd auf,   was sie mit Gott Gutes erlebt haben. Lies es vielleicht einmal nach. Es ist, wenn man es realistisch liest, unglaublich, wie und worin sie Gottes Tun erkannten. Und worauf zu sie Gott lobten: ER wird kommen, die Erde zu richten!!!  Das ist so tief verankert im Volk, in David, in den Leviten, die die Lade alleine tragen dürfen:  Es bedarf nicht der Sorge, der Angst oder gar Furcht, wenn Gott kommt um die Erde zu richten!!!!  Nein, es ist pure Freude. Für die und in der gesamten Schöpfung. Gott kommt und errettet aus der Gewalt der Heiden, damit wir deinem heiligen Namen   danken und uns   rühmen, dass w i r DICH preisen dürfen.  (1. Chr. 16, 35)

Da liest man in einem Buch: das geheime Leben der Bäume: dass alle Bäume miteinander kommunizieren  können. Na, erst bin ich skeptisch. Neu. Nie gekannte Aussage… Und ich beginne zu „spinnen“: Tanzende, singende, schwingende Bäume…  ein Lachen greift Raum in mir…  wunderbar! Toll! Und ungekannt…  Doch das Volk Israel hat vor 2500 Jahren längst gewusst, was Wissenschaftler   heute   langsam an Wissen und Erkenntnis finden: Alles hängt mit allem zusammen.

Nichts und niemand kann sich dem entziehen, seine Knie, (auch sein Laub, seine Frucht)  vor Gott  zu beugen!!! Und das lässt die Menschen und die gesamte Schöpfung, die Gott stets geglaubt hatten, dass  ER alleine Gott ist, schwingen, singen, fröhlich sein und jubeln.

Uns allen wünsche ich diese überdurchschnittliche jubelnde Freude über Gottes weises Richten und einen Sommer unter Schatten spendenden Bäumen. Die zu Gottes Ehre in Bewegung geraten!!!

Liebevolle Grüße Eure Regina Wardin

 

Impuls Juli

Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.

(Psalm 42, 3)

„Wo ist nun dein Gott“ – eine Frage, die dem Beter des Psalms täglich begegnet. Eine Frage, die ihn quält, angesichts seiner Situation, der gefühlten Ausweglosigkeit, angesichts des Schreckens und der Tränen. „Wo ist nun dein Gott“ oder auch „Wo bist du, mein Gott“ – das sind Fragen, die so manch einem Menschen vielleicht nicht so unbekannt vorkommen.

Nicht nur die Seele des Psalmbeters dürstet, meine tut es auch. Der Psalm spricht etwas in meinem Herzen an. Etwas, was sich auch in der Überschrift von Psalm 42 wiederfinden lässt: Sehnsucht. Der Duden beschreibt Sehnsucht als ein „inniges, schmerzliches Verlangen nach jemandem oder etwas“ und auch im Psalm wird deutlich, dass Sehnsucht wehtun kann. Vielleicht ist auch das der Grund, warum ich meine Sehnsucht nicht immer spüren will, warum ich sie oftmals eher „verdrängen“ will. Doch dann lese ich diesen Psalm oder sehe einen atemraubenden Sonnenuntergang oder darf einen Moment tiefster Liebe und Verbundenheit bezeugen und da ist es wieder: Dieser Schmerz, in den schönsten Momenten des Lebens, diese Sehnsucht, die über mich hinausgeht und die immer etwas Unverfügbares mit sich bringt. Oder ich schaue in die Nachrichten, erlebe das Leid um mich herum oder die Dunkelheit in mir drin. Wir können Sehnsucht in den Durststecken unseres Lebens spüren und wir können sie in den vollkommensten Momenten unseres Lebens spüren. Da ist etwas, wovon ich weiß, dass es da ist, dass ich aber noch nicht vollends greifen kann: „Wann werde ich dahinkommen, dass ich Gottes Angesicht schaue“ sagt der Psalmist. Er vergleicht seine schmerzhaft empfundene Sehnsucht im Angesicht der Ungerechtigkeit und des Leids mit dem Lechzen und Schrei eines Hirsches nach frischem Wasser. Durst ist überlebenswichtig und kann unangenehm und sogar tödlich sein, wenn er nicht gestillt wird. Er treibt und lenkt uns und erinnert uns daran, zu trinken. Klares, frisches Quellwasser – ein wundervoller Ausblick im Angesicht des Durstes.

Der Psalm macht mir Mut, den Durst meiner Seele, diese Sehnsucht in mir, wahrzunehmen und genauer hinzuhören: Wonach dürstet meine Seele? Und womit versuche ich, meinen Durst zu stillen? Meine Seele dürstet nach Gerechtigkeit, nach Frieden, nach Heilung. Meine Seele dürstet danach, das Wirken des lebendigen Gottes hier in dieser Welt und in meinem kleinen Alltag zu sehen. Meine Sehnsucht treibt mich ins Gebet, hin zu Gott. Mein seelischer Durst verlangt nach dem Lebendigen, nach dem klaren Quellwasser. Der Psalm ermutigt mich, meine Sehnsucht nicht „schön zu reden“, sondern ehrlich zu sein und mit all meinen Emotionen vor Gott zu kommen – auch meine Seele darf schreien, Gott, zu dir.

Dana Sophie Jansen

Wissenschaftliche Mitarbeiterin Theologische Hochschule Elstal

 

Impuls Juni

Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod. Hoheslied 8, Vers 6

Bekannt ist er uns fast allen, dieser Text – aber was hat der denn mit dem Leben zu tun?  Mit dem Leben eines Christen? Das ist ja eine Beschlagnahme der freiwilligen Art: Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Quasi eine Übergabe des Seins.

Dieser Teil des prosaischen Textes nimmt Bezug auf die „Versiegelungen jener Zeit“. Da wurden Tonrollen mit Texten des Versprechens beschrieben und der „Versiegelte“ trug sie am Arm und oder über dem Herzen an einem Band. Wozu dienen Siegel? Sie verankern Versprechen. Sie bestätigen Abkommen. Sie geben Vorrechte. Sie verbriefen Bünde. Siegel sind rechtsgültige Zeichen für Verhandlungsgegenstände. Heutzutage gibt es Amtssiegel – unsere Gemeinde führt so eines. Die Stadt führt Siegel, der Notar…. Sie sehen selten wie die alten, in Siegelwachs gedruckten Insignien des Unterzeichnenden aus. Stempel genügen uns.

Soweit mal zum Siegel. Aber hier verspricht jemand einem anderen Jemand, dass die Liebe der Anlass für diese Versiegelung ist. Unausweichlich wie der Tod. Unvergleichlich in ihrer Leistung. Unabwendbar und unverdienbar. Unveränderbar ihre Absicht. Liebe. Wer kennt nicht das beschwingt sein, wenn einem ein anderer Mensch liebenswert erscheint. Er bereichert mein Fühlen, mein Denken, mein Vorgehen.

Erst im 1ten Jahrhundert wurde der Text von Rabbi Akiba (135 n. Chr.).… auf die Liebe des israelischen Volkes zu Gott gedeutet. Zuvor waren es einfach Textsammlungen für Hochzeiten und andere Gelegenheiten. Mörike schreibt 1828 in seinem Gedicht: Nimmer satte Liebe: So ist die Lieb´  – und war auch so, wie lang` es Liebe gibt – Und anders war Herr Salomo, der Weise, nicht verliebt.

Die Menschen jener Zeit wussten also von Liebe. Wie erfahren wir Liebe, eines der am meisten missbrauchten, fehlinterpretierten und abgedroschenen Worte! Liebe! Heute?

Wäre Gott nicht Liebe, hätte ER sich uns nicht liebend zugewandt, gäbe es für die Menschheit keine Liebe. Und dass sie stärker als der Tod ist, zeigt uns Gottes Weg in Christus Jesus, hin ans Kreuz. Ja, Gottes Liebe überdauert den Tod. Sie ist nicht käuflich, erwerbbar, sie ist Gott in uns. Und zeigt Gott ganz: Gott liebt. Hier beschreibt Salomo – der einer der Verfasser ist –   s e i n e   Liebe zu einem Mädchen. Gottes Liebe zu seinem Volk aber schließt keinen aus. Gott trägt uns auf seinem Herzen, an seinem Arm. ER allein spürt, sieht und handelt ununterbrochen   f ü r  se i n e  versiegelten Menschen. In der Taufe empfangen wir dies Siegel der Zugehörigkeit zu Christus. Wir sind Gottes Herzensangelegenheit.

Von Herzen erhoffe ich mir, dass wir das wertschätzen: Gott zugehörig, stets IHM ganz nah zu sein.

Liebevolle Grüße

Regina Wardin

 

Impuls Mai

Ich wünsche dir in jeder Hinsicht Wohlergehen und Gesundheit, so wie es deiner Seele wohlergeht.   Johannes 2

 Wenngleich dieser Brief ganz gezielt an Gajus gerichtet ist, so bin ich doch fest davon überzeugt, dass er ebenso uns allen gilt.

Gott ist an jedem Bereich unseres Lebens interessiert. Johannes betet hier also ernstlich für seinen Freund. Hier ist von einem dreifachen Wohlergehen die Rede. Dieses Wohlergehen bedeutete einerseits, dass es ihm materiell an nichts fehlte, dass er körperlich gesund war und dass es ihm geistlich gut ging. Johannes spricht vom Wohlergehen der Seele.

Ich glaube, so, wie Johannes für seinen Freund Gajus betete, müssen auch wir füreinander beten. Doch wir sollen in diesen drei Bereichen genauso auch für uns selbst beten. Gott ist an unserem materiellen Wohlergehen interessiert. Wenn im Alten Testament von „Frieden“, von „Schalom“ die Rede ist, dann ist damit auch „Wohlstand“ gemeint. Im hebräischen Denken ist „Schalom“ ebenso etwas Äußerliches wie etwas Innerliches. „Schalom“ hat mit innerlichem Frieden und Ruhe zu tun, doch er umfasst auch die äußerlichen Dinge, die zu diesem Frieden führen und beitragen.

Wir können Frieden mitten im Sturm haben, wenn wir unsere Rechnungen bezahlen können und noch genug übrig haben, um für einen guten Zweck zu spenden. Materielles Wohlergehen erspart uns eine Menge Stress und Druck. Mit bestimmten Dingen müssen wir uns dann nicht auseinandersetzen. Und Gottes Frieden, sein Schalom, reicht auch in diese Dinge hinein. Ich denke, wir müssen beten, wenn uns etwas fehlt, so wie Johannes für Gajus betete. Doch wir brauchen auch noch einige andere „Zutaten“. Eine davon ist ein großzügiges Herz.

Wenn wir großzügig sind, dann wird ein Gesetz wirksam, das man das Gesetz der Gegenseitigkeit nennen könnte. „Gebt, und es wird euch gegeben werden: ein gutes, gedrücktes und gerütteltes und überlaufendes Maß.“ Was ein Mensch sät, wird er ernten. Wer reichlich sät, wird reichlich ernten; wer spärlich sät, wird spärlich ernten. Deswegen brauchen wir ein großzügiges Herz. Der Heilige Geist will und wird uns leiten.

Weiter sagt Johannes: „Ich bete, dass du gesund bist.“ Gott ist auch an unserer körperlichen Gesundheit interessiert. Ich glaube, wir müssen und dürfen darum beten so wie Johannes. Die Bibel verspricht es uns. Doch ich glaube, wir müssen uns auch Zeit nehmen, Gottes Wort in unser Herz und unser Leben auszusäen. In Psalm 107, 20 steht: „Er sandte sein Wort und heilte sie, er rettete sie aus ihren Gruben.“ Was Gott für uns tut, das tut Er durch Sein Wort. Und wo immer Sein Wort hinkommt, kommt es in Form eines Samens. Jesus sagte, so ist es im ganzen Reich Gottes.

Der Sämann sät den Samen. Ein Teil fällt auf den Weg, ein Teil unter die Dornen. Ein Teil fällt auf guten Boden, wächst und bringt dreißig-, sechzig-, hundertfache Frucht. Wir kennen dieses Gleichnis. Und als die Jünger fragen: „Wovon redest du hier?“, erklärt Jesus das Gleichnis. Die Saat ist Gottes Wort und der Satan ist der Feind, der versucht, es aus unserem Leben zu stehlen. Ohne Samen gibt es nämlich keine Ernte. Und mit Gottes Wort ist es so wie mit natürlichen Samen, es bringt hervor, was es verspricht. Wenn ich Gottes Verheißungen in Bezug auf Heilung oder Frieden aussäe, bringen sie genau diese Frucht. Deswegen müssen wir uns Zeit nehmen, um Gottes Wort in uns aufzunehmen.

Der dritte Aspekt ist der wichtigste, das geistliche Wohlergehen. Doch die Frage ist: Wie sieht geistliches Wohlergehen aus? Wir können sieben Eigenschaften einer gesunden Seele nennen:

  1. eine gesunde Seele ist eine von Grund auf erneuerte Seele. In einer Bibelübersetzung heißt es in Psalm 19, 8: „Das Gesetz des Herrn ist vollkommen und erneuert die Seele.“
  2. eine gesunde Seele ist eine kluge Seele. Sprüche 19, 2: „Ohne Erkenntnis ist selbst Eifer nicht gut.“
  3. ist sie eine erfrischte Seele. Psalm 23 sagt über die stillen Zeiten mit Gott: „Er führt mich zu stillen Wassern. Er erquickt meine Seele.“
  4. Sie ist eine Seele, die sich sichtbar und hörbar an Gott freut. Psalm 34, 2: „In dem Herrn soll sich rühmen meine Seele; hören werden es die Sanftmütigen und sich freuen.“ Wenn wir uns nicht freuen, wenn andere Gott loben, dann sind wir vielleicht nicht sanftmütig genug.
  5. sie wartet geduldig auf Gottes Handeln. Psalm 130, 6: „Meine Seele harrt auf den Herrn, mehr als die Wächter auf den Morgen.“
  6. sie ist gütig. Sprüche 11, 7: „Es erweist der Gütige sich selbst Gutes.“
  7. sie hört immer auf Gott. Gott sagt in Jesaja 55, 3: „Neigt euer Ohr und kommt zu mir! Hört, und eure Seele wird leben! Und ich will einen ewigen Bund mit euch schließen, getreu den unverbrüchlichen Gnadenerweisen an David.“

Christus hat etwas für uns getan, das sich auf alle Bereiche unseres Lebens auswirkt. In Jesaja 53 heißt es: „Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden.“ Meine Strafe. Hier lautet das Wort für Frieden „Schalom“, also innerliches und äußerliches Wohlergehen. Das gleiche Wort in den Psalmen, wo es heißt: „Der Herr [will] den Frieden, den Schalom seines Knechtes!“ Die Strafe, die nötig war, damit wir Frieden haben, lag auf Christus. In Jesaja heißt es auch, Er hat unsere Übertretungen und unsere Sünden getragen. Er hat alles getan, auch für unser geistliches Wohlergehen.

Hartmut Schilitz

 

Impuls April

Maria Magdalena geht und verkündigt den Jüngern: »Ich habe den Herrn gesehen«, und was er zu ihr gesagt habe. (Johannes 20, 18)

Äußerst knapp und schlicht nimmt uns die Monatslosung hinein in Gottes Handeln, das das menschliche Schicksal komplett verändert.

Hier wird von nichts weniger als der Durchbrechung der Tatsache „Wer tot ist, ist tot!“ gesprochen.

Alle Erfahrungen und alles Wissen der Menschheit sagen nur dieses: „Wer tot ist, ist tot!“

Und tot war Jesus. Daran gab es keinen Zweifel. Alles war von den Obersten der Juden unvermeidlich eingefädelt worden und die römischen Henker verstanden schließlich ihr Handwerk.

Die Jünger hatten den kalten Todeshauch deutlich gespürt, fürchteten, dass sie gleich die Nächsten sein könnten und waren gleichzeitig noch völlig damit beschäftigt den Tod ihres geliebten Herrn zu verarbeiten.

Nach der verstörenden Nachricht, dass das Grab leer sei, nun diese Aussage von Maria Magdalena: „Ich habe den Herrn gesehen.“

Als ich diese Zeilen schreibe, komme ich gerade vom Winterurlaub in den Bergen zurück und habe einen zugefrorenen, verschneiten Bergsee vor Augen. Von Wasser ist keine Spur. Alles was man sieht, ist eine weiße Fläche in weißer Landschaft. Viele Menschen spazieren über diese weiße Fläche oder befahren sie sogar mit Langlaufski. Offensichtlich haben sie nicht die Erwartung, dass das Eis unter ihnen plötzlich brechen könnte. Die Eisdecke ist dick und undurchdringlich. Einige Dutzend Menschen machen da keinen Unterschied.

Die Eisdecke vom Tod zum Leben ist noch dicker und undurchdringlicher. Das ist selbst nach dem Erleben der vielen Wunder, die Jesus getan hat, immer noch die tiefe Überzeugung und das Wissen der Jünger. Im Paralleltext Markus 16, 9 – 13 hören wir, dass die Jünger der Aussage von Maria Magdalena nicht glauben. Und gleich darauf der Aussage der Emmausjünger auch nicht. Dabei hatte Jesus doch mehrmals von seinem Tod und seiner Auferstehung gesprochen (Markus 8,3; 9,31; 10, 33-34). Schließlich wird auch noch berichtet, dass Jesus seine Jünger wegen ihres Unglaubens und ihres Herzens Härte tadelt (Markus 16, 14).

 

Drei Punkte bringen mich ins Nachdenken:

Jesus geht ungewöhnliche Wege:

Da erwählt er zur damaligen Zeit eine Frau(!) mit deutlich schwieriger Vergangenheit (besessen von sieben Dämonen!) als seine erste Augenzeugin nach der Auferstehung. Wieso hat er sich nicht seinen engsten Jüngern zuerst gezeigt? Vielleicht wäre denen von den anderen Jüngern mehr geglaubt worden?

 

Wo schlägt Gott in meinem Leben und in unserer Gemeinde „ungewöhnliche“ Wege ein?

Jesus hilft, die dicke Eisschicht des Unglaubens im Herzen der Jüngerinnen und Jünger zu brechen und gewährt ihnen wieder und wieder weitere Hilfen beim Verstehen des Unfassbaren: „Der Tod muss nicht das Ende sein, sondern kann ein Durchgang sein, zu einem ewigen Leben in Gottes Herrlichkeit!“

 

Welche Eisbrecher zum Vertrauen auf Gottes Zusagen brauche ich?

Jesus fordert seine Jünger und damit uns gleichzeitig heraus, den Berichten der Augenzeugen zu glauben und nicht immer neue „Beweise“ seiner Auferstehung zu benötigen.

 

Wo fordert Jesus mich in meinem Vertrauen in ihn heraus?

Äußerst knapp und schlicht nimmt uns die Monatslosung hinein in Gottes Handeln, das dein und mein Schicksal komplett verändert. In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine gesegnete Passions- und Osterzeit!

 

Mit herzlichen Grüßen

Rainer Besch

 

Impuls März

„Hört nicht auf zu beten und zu flehen! Betet jederzeit im Geist; seid wachsam, harrt aus und bittet für alle Heiligen.“ Epheser 6,18

Es ist die Sehnsucht unseres Gottes und Vaters nach uns, Seinen Menschenkindern, die Ihn zu uns getrieben hat. Mit Seinem Erlösungswerk, durch und in Christus, zeigt Er Seine ganze Liebe und Gnade für uns.  So  tritt Er in Beziehung zu uns, gibt das Geschenk des Glaubens und schafft damit unsere Errettung.

Im Epheserbrief geht Paulus einen Weg mit uns. Er zeigt das Erlösungswerk Gottes durch Jesus Christus auf, spricht von der Einheit im Leib Christi, wo alle in der Liebe zum Haupt (Christus) hin wachsen und sich dann daraus, von Christus her, eine Lebensführung ergibt. Das heißt für Paulus vor allem, das Leben schaffende Werk Christi zu erfassen, was Gott durch ihn an uns getan hat. Hieße das dann nicht auch: In allem, was Jesus Christus ist und mit Ihm zu tun hat, vertraut zu werden und aus Ihm leben zu lernen?

Paulus spricht im Kapitel 6 ab Vers 10 von der Waffenrüstung für uns Menschen, weil er um die Gefahr der zerstörerischen Kräfte weiß. Deswegen zeigt er diese ausgesprochenen Gottesgaben auf. Und in direktem Anschluss, weil auch das zum geistlichen Rüstzeug gehört, bittet er um das beständige Beten und Flehen im Geist und zu wachen mit aller Ausdauer im Gebet für die Heiligen und ihn, den Apostel. Sie haben es nötig.

Unser Gebetsleben ist oft nicht frei von Unbeständigkeit und Schwachheit. Da helfen keine guten Vorsätze, Appelle oder gar Befehle. Beten bedeutet, sich von Gott lieben zu lassen und Ihn kennen zu lernen durch Seinen Heiligen Geist.

Aber wie sollen wir beten?

¼ “betet im Geist“… heißt: Es zu prüfen. Der Geist Gottes durchforscht die Herzen – auch Er prüft. Somit kommt Gott in meinen Lebensmittelpunkt (in mein Herz) mit Seinem Geist und prüft, ob es Ihm gemäß ist, denn nur Er ist der wahre Mittelpunkt. Und nicht mein Beruf, der Partner, die Familie, Geld, Gut oder Gesundheit. Er will sich auf jeden Fall finden lassen und sich mit mir einen.

¼ “seid wachsam“…  also wach sein und nicht schlafen. Die Dinge und Botschaften um mich herum aufnehmen, an mich heran lassen und es im Geist prüfen mit der Frage: Was führt mich zu Gott hin? Was führt mich weg von Ihm? Was hat ein Recht mich zu beeinflussen?

Da fällt es mir bei der Beschäftigung mit dem Bibeltext wie „Schuppen von den Augen“: Die Liebe Gottes zu entdecken, lässt mich wach sein!!

¼ “beharrlich beten“… meint: Für etwas beten, was bleibt und ewig ist. Der Beharrende bleibt beim Bleibenden und lernt auf Ihn und Sein Wort zu hören. Es hilft auch, gute Gewohnheiten zu schaffen. Das Gebetsleben wird ausgeprägter, wenn im Gebet der Gedanke der Wunscherfüllung zurückgestellt wird. Wichtig – nicht schnell aufgeben. Jakob betete: „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn!“

¼ “betet für alle Heiligen“… Die Liebe Gottes umfasst alles, ist universal. Wie wäre es, wenn in unseren Gebeten die allumfassende Liebe aufleuchtet. Also raus aus der Engherzigkeit!, dem angstvollen Leben. Angst kommt ja von dem Wort Enge. Gemeint ist auch: Den eingeschränkten Horizont verlassen und die Gesamtheit in den Blick zu nehmen. Beten für alle Heiligen heißt für die Gemeinde zu beten und dann für die Welt.

Er, unser liebender Gott, lässt uns wachsen, erst nach innen und dann nach außen. So reifen wir Seiner Vollendung entgegen.

Es grüßt Euch herzlich

Eure Schwester E. Hildebrandt